Mittwoch, 31. August 2011

Gut gespart, Tokio

In meinem donnerstäglichen Blog auf Technology Review schreibe ich über das Ansinnen der japanischen Regierung, das Stromspargebot für große Unternehmen zwei Wochen früher als geplant aufzuheben.


Ein großer Beitrag für diesen Erfolg ist das Stromsparen. Die Elektronikkaufhauskette Yamada Denki hat sogar seinen neuen Laden in Shinjuku ganz "Stromsparprodukten" gewidmet. Ich habe mir das mal angeguckt.

Auf den ersten Blick sieht der Laden wie ein ganz normales Elektronikkaufhaus aus. Aber ein genauerer Blick zeigt, dass das Kaufhaus allein von LEDs erleuchtet wird. Auf dem Dach prangen Solarzellen. So soll der Kohlendioxidausstoß des Ladens im Vergleich zu einem bisherigen Kaufhauses der Kette jährlich um 150000 Tonnen gesenkt werden.

Auch das Angebot ähnelt einem normalen Kaufhaus. Nur scheint es auf die energieeffizienteren Modelle der Firmen zu konzentrieren und die billigen Stromverschwender unberücksichtigt zu lassen. Und natürlich dürfen die Ventilatoren nicht fehlen.

Außerdem werden große Areale LED-Lampen gewidmet. Als Ersatz für Neon-Leuchten, ...

... als Glühbirnenersatz (hier mit eingebautem Bewegungssensor), ...

... als Büroleuchten ...

... und als Deckenleuchten (die Streifen sieht nur der Kamerasensor, nicht das Auge). Inzwischen gibt es schon ein sehr großes Angebot an Deckenleuchten für die Eigenheime.

Und natürlich dürfen die Solar-Anlagen nicht fehlen, gekoppelt mit Warmwasser- und Energiemanagementsystemen. Energiemanagement wollen Japans Elektronikkonzerne zu einem ihrer wichtigsten Standbeine ausbauen.

Die Idee von Yamada Denki ist sehr nett, aber ihre Umsetzung zeigt mal wieder, dass Energie Sparen in Japan noch nicht konsequent gedacht wird. Der gesamte Eingangsbereich auf der ersten Etage ist zur Straße hin offen. Gleichzeitig strahlen die Leuchten in der Überdachung selbst um 16 Uhr nachmittags in der schönsten Nachmittagssonne.

Montag, 22. August 2011

Der Schrein

Schreine und Tempel gehören zum Straßenbild und Landschaftsbild wie Kruzifixe und Kirchen in katholischen Gegenden Deutschlands. In einigen Fällen gehören Schreine sogar zum Gebäude.

Vor dem Yurakucho Denki Building (der Heimat des Foreign Correspondent's Club of Japan) steht ein kleiner Shinto-Schrein.


Hier sagen sich Mensch und Fuchs gute Nacht. Der Fuchs ist eines der wichtigsten Symbole für einen Inari-Schrein. Von denen gibt es zig tausende in Japan. Sie zeichnen sich durch rot-organen Tore und eben Füchse aus, die in der Regel als Zeichen der Wertschätzung rot Lätzchen (yodarekake) um den Hals tragen. Der Hauptschrein ist der Fushimi Inari Taisha in Kyoto, berühmt für seine lange Allee aus roten Toren.


Was mich dieses mal an dem Schrein so fasziniert hat, war das Licht. Es war Dienstag Mittag voriger Woche, 12 Uhr. Eigentlich ist die Sonne um diese Zeit viel zu grell, die Kontraste zu stark für hübsche Bilder, besonders wenn man mit einer der besseren, aber immer noch extrem kleinformatigen Kompaktknipsen umherläuft. Aber das Licht spiegelte sich in der stählernen Geldsammelbox so schön und erleuchtete das Innere des kleinen Schreins.


Ich war fasziniert und konnte daher nicht widerstehen. Schnell habe ich ein paar Bilder für mein Erinnerungsalbum gemacht. Hier auch noch eine Detailaufnahme:


Man kann deutlich den Spiegel im Hintergrund sehen sowie die Füche sowie die Opferschalen davor.

Donnerstag, 18. August 2011

Straßenszenen: Tokio, die Stadt der Sonnenschirme - overprocessed

Sommer in Tokio ist ein Höhepunkt für die Schirmindustrie. Wie wohl nirgendwo sonst auf der Welt kaufen sich vor allem Japanerinnen Sonnenschirme, aber nicht nur sie. Hin und wieder sieht man auch Männer mit ihnen:
Der Sonnenschirm ist dabei nicht nur ein transportabler Schatten, sondern auch ein Schutzschirm gegen UV-Strahlung.


Manchmal kann es eng werden wie hier vor einer Straßenkarte. Den modischen Bedürfnissen sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Wer weiß, mit zunehmender Klimaerwärmung wird sich diese Mode vielleicht weltweit ausdehnen. Aber wie gesagt, noch ist diese Modeerscheinung zu vielleicht 99 Prozent auf Frauen begrenzt.

Ebenfalls immer wieder gern genutzt: ein breitkrempiger Sonnenhut.
Schwarz ist eine beliebte Farbe der Schirme. Einige sind allerdings auch mit reflektierenden Folien überzogen.
Alte Frauen verzichten schon mal auf den Sonnenschutz. Jüngere versuchen allerdings, ihre Haut so gut es geht vor Sonnenlicht und damit Alterung zu schützen. 
Und zum Abschluss eine der typischen Regenschirmsammlungen vor den Appartments.
Ein Großteil dieser Schirme sind billige Vinylschirme, die man sich bei Regen in dem Conbini kaufen kann. Als Sonnenschirme sind sie allerdings ungeeignet, weil durchsichtig.

Dienstag, 16. August 2011

Straßenszenen: Mein Yurakucho - overprocessed

Streifzüge durch Yurakucho sind immer interessant, selbst nach 11 Jahren in Japan. Die Mischung aus Luxus und Izakaya, Hightech und flackernden Neonröhren mit handverknoteten Stromkabeln hat blade-runner-haftiges.
Die folgenden Fotos wurden in einer Photosoftware wirklich hart rangenommen. Aber die Szenen sind absolut echt und unverfälscht, selbst die doppelte Ampel. Ich muss mit relativ langer Verschlusszeit just in dem Moment auf den Auslöser gedrückt haben, als die Ampel am Umspringen war. Zu sehen sind ein paar Kneipen und dem "Yuraku Concourse", einige Buchstaben fehlen allerdings.
Eine Raucherecke in der Nichtraucherzone.
Die Nachtleben spielt sich in Yurakucho zum Großteil unter den Bahngleisen ab.
Hier noch mal die nämliche Szene, anders geschnitten.
Kaum aus dem Schatten der Bahn getreten, steht der Spaziergänger vor einem Denkmal des Superluxus, dem Peninsula Hotel (am rechten Bildrand).
Hier ist das Peninsula Hotel nochmal in voller Schönheit. Vielen missfällt der Stil, ich allerdings mag den Bau. Denn das Hotel wirkt nicht aufdringlich. Nach seiner Fertigstellung hat es schon so ausgesehen, als ob es ewig dort gestanden hätte.
Hier ist der Schrein vor dem Yurakucho Denki Building, in dem der Foreign Correspondent's Club beheimatet ist.
Und gegenüber ist eines der interessantesten Kaufhäuser des Technikkaufhauses Bic Camera. Dort im zweiten Untergeschoss in der Fotoabteilung habe ich die erste Welle des Erdbebens vom 11. März erlebt.
Ein Blick Richtung Ginza und die Fussgängerunterführung im Bahnhof Yurakucho.
Auf der anderen Seite haben sich zwischen Gleisen und neugebauten Glitzerpalästen noch einige kleine, wacklige Häuser erhalten - mit allerlei Geschäften.
Hier eine chinesische Garküche ...
... und dort ein Obstladen.
Und nun ein Blick zurück durch den Tunnel auf die andere Seite der Yurakucho Station. Auch hier gibt es natürlich was zu essen.
Und zum Abschluss noch ein schwarz-weißes Bild, genauso hart durch den digitalen Wolf gedreht wie die Farbbilder. Der Grund für die Entfremdung: Ich habe die Bilder mit meiner kleinen Olympus XZ-1 gemacht und war mit der Qualität nicht so zufrieden (zuviel Rauschen, zu geringe Auflösung bei Aufnahmen in der Dunkelheit). Aber ich dachte mir, dass sie in manga-isierter Form vielleicht ihren Reiz hätten.

Montag, 15. August 2011

Straßenszenen: Mein Yurakucho

Ich liebe Yurakucho. Hier ist erstens der Foreign Correspondent's Club of Japan beheimatet, in dem ich den Großteil meiner Artikel schreibe.
Zweitens ist die Lage genial: eine Bahnstation oder zehn Fußminuten vom Bahnhof Tokio entfernt, nicht sehr viel mehr 
>> vom Kaiserpalast, 
>> dem Bankenviertel, 
>> der Glitzermeile Ginza, 
>> den Ministerien, dem Kantei (dem Amtssitz des Ministerpräsidenten) und dem Parlament. 
Aber bei all dem Schick hat sich das Viertel ein reiches Angebot an schrägen Pubs und Restaurants bewahrt. Die stilvollsten sind wie hier unter den Gleisanlagen der Yamanote-Linie untergebracht. 
Auch archaische Religion darf nicht fehlen. Vor dem Yurakucho Denki Building, in dessen oberen zwei Etagen der FCCJ liegt, steht ein kleiner, hübsch gepflegter Shinto-Schrein. 

Freitag, 12. August 2011

Wahlkampf - japanischer Art

Die oppositionelle LDP verstärkt ihre Attacken auf Ministerpräsident Naoto Kan. Verstärkt reiten die LDP-Politiker auf ihren Lautsprecherbussen aus, um in der Stadt persönlicher als über die Medien ihre Meinung kundzutun.
Hier ist LDP-Präsident Sadakazu Tanigaki mit ein paar Politikern am Bahnhof Yurakucho in Tokio. 
Und vor ihm die "Massen", etwa 200 Zuhörer sind stehen geblieben, um zuzuhören. Aber seine Partei bleibt unbeliebt. Oder wie Tanigakis Parteifreund Taro Kono sagt, die regierenden Demokraten sind unbeliebt, aber die LDP ist es auch. Es handele sich daher in Meinungsumfragen nicht um einen Wettlauf, wer beliebter, sondern wer unbeliebter sei. 

Donnerstag, 11. August 2011

Ein Irrweg der IT-Evolution

Auf meinem Technik-Blog auf Technology Review setze ich mich diese Woche mit einer überflüssigen Geräte-Gattung auseinander: LCD-eBook-Readern mit farbiger Darstellung.


Produzent dieses eBook-Readers ist Panasonic. Das Gerät ist 400 Gramm schwer. 
Die Batterie gibt bei hoher Bildschirmhelligkeit, also dem Lesen draußen, schon nach maximal 3,5 Stunden Lesen den Geist auf. Im Dunkeln hält sie nur doppelt so lang.
Der Bildschirm ist berührungsempfindlich. Allerdings fließen die Objekte etwas ruckelig über dem Bildschirm. Dies kann allerdings dem Android-Betriebssystem geschuldet sein, das Panasonic für seinen eBook-Reader nutzt.
Der Vorteil dieser Entscheidung ist natürlich, dass auch Android-Apps auf dem Gerät laufen. Aber dies kann mein Urteil nicht ändern: Dieser eBook-Reader ist weder Fisch noch Fleisch. Es bietet weder die Lesbarkeit und lange Batterielaufzeit von traditionellen eBook-Readern, noch das Erlebnis und die Power von Tablet-PCs. Dafür sind mir 35000 Yen (rund 300 Euro) schlicht zu teuer.







Mittwoch, 27. Juli 2011

Vom Versuch, einen Fußgänger zu überfahren

Lange habe ich das Blog vernachlässigt. Heute soll es mal wieder ein paar Bilder geben.
Sie gehören zu meiner donnerstäglichen Kolumne auf Technology Review: Vom Versuch, einen Fußgänger zu überfahren.


Es handelt sich dabei um die Aufzeichnungen einer Technikdemonstration von Toyota am Fuß des Fuji. Das Video zeigt die automatische Notbremsung des Autos vor einem Fußgänger.


Das ganze funktioniert bis Tempo 40. Darüber wird es knapp für den Menschen. Die Vollbremsung ist durchaus eindrucksvoll. Allerdings fordert es Überwindung, auf die Figur zuzuhalten, ohne zu bremsen. Es widerspricht all meinen Autofahrerinstinkten.


Nicht weniger verrückt fühlt sich der Ausweichautomat an, der bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h das Auto sicher vor dem Aufprall auf Leitplanken schützen soll.


Das Video ist nun nicht von mir, sondern von Toyota. Aber es fühlt sich sehr echt an.


Darüber hinaus gab es noch ein paar Sahnehäubchen. Die Fahrt in Toyotas Fahrsimulator zum Beispiel. Der Simulator fühlt sich ein bisschen komisch an. Vor allem hat mich die Auflösung des Bildschirms irritiert. Ich habe mir immerzu eine Brille gewünscht, um schärfer sehen zu können. Das Demo-Video konnte ich leider nicht hochladen.


Ein richtiger Kracher war ein realer Crash-Test zwischen einem Kleinwagen und einer Luxuslimousine. Die Bedingungen: Tempo 55 km/h, frontal, 50 Prozent versetzt.


Hier eine Zeitrafferaufnahme von dem Ereignis. Die Experten meinten, die Insassen hätten im Ernstfall nur leichte Verletzungen erlitten.


Fragen konnten wir sie nicht. Es waren nur Dummies. Hier eine Diashow. 
Aber immerhin wurden wir in deren Wohnzimmer eingeladen. Der teuerste Menschenersatz soll 1,8 Mio. Euro kosten.


Interessant auch das folgende Lenkrad, das den Fahrer vor bevorstehenden Herzattacken warnen soll.
 
Es kann den Herzrhytmus messen. Allerdings muss der Fahrer dabei wie an den Geräten in Fitnesszentren beide Hände auf den Metallplatten haben.




Das Gerät misst Puls und Herzschlag. 


Anhand der Kurve soll es bis zu zwei Stunden im Voraus warnen können, ob ein Herzanfall bevorsteht. Zeit genug, um in ein Krankenhaus zu fahren. Die Entwickler denken auch darüber nach, den Sitz als Messgerät zu verwenden. 

Montag, 11. April 2011

Starkes Beben in Fukushima

Ich habe noch weiche Knie. Auch in Tokio kann ich den Beben nicht entkommen. Eben wurden wir hier ordentlich durch ein weiteres Erdbeben aus dem Nordosten durchgerüttelt. 
Das Beben hatte nach vorläufigen Berechnungen eine Stärke von 7,1 auf der Richter-Skala und in Fukushima die Stärke 6- auf der japanischen Skala. 
Damit war es etwas schwächer als das Erdbeben von voriger Woche, das in Sendai und Umgebung hunderttausende Menschen erneut Stromausfälle beschert hat. Aber dafuer hat weit aus mehr Nachbeben ausgelöst. Wenigstens wackelt mein Gebäude seither in Fünf- bis Zehn-Minuten-Abstand. 
Nach ersten Meldungen von Tokios Stromversorger Tepco hat das Beben die Lage an den Krisenmeilern nicht verändert. 

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Donnerstag, 7. April 2011

Neues Starkbeben vor Sendai

Ich bin gerade in der Präfektur Fukushima, in den Bergen zum Glück, in Aizu-Wakamatsu - und daher wohler auf als wenn ich jetzt noch an der Küste wäre.
Es hat eben vor der Küste von Sendai ein Beben mit der Stärke 7,4 auf der Richter-Skala gegeben.


FÜR MEDIENKONTAKTE meine Telefonnummern

Entweder Handy: 
Raum 202



Auf der japanischen siebenstufigen Bebenskala erreichte es in Sendai eine 6+. Auch eine Tsunami-Warnung gibt es, allerdings wird die Wasserwand wohl nur zwei Meter hoch und damit bei weitem nicht so stark wie beim Jahrtausendbeben am 11. März. Das erreichte eine Magnitude von 9,0 auf der Richter-Skala.

Atommeiler in Fukushima Nummer 1 scheinen noch zu halten. Der Meiler in Onagawa, Miyagi, ist allerdings wieder ohne Stromzufuhr von außen, sagt NHK gerade (0:19). Atomaufsichtsbehörde Nisa sagt allerdings, es wäre nur ein teilweiser Black-out.
Parameter der Reaktoren haetten sich nicht, geändert, so die News. 
Tepco füllt weiter Stickstoff in Reaktor und schüttet auch weiter Wasser auf die Meiler. Aber es gibt viele Stromausfälle in Miyagi und Fukushima. Auch die Autobahnen in der Tohoku-Region wurden wieder geschlossen.

Tsunami richtete aber wohl keinen Schaden an, wie es scheint. Warnung wurde inzwischen aufgehoben. 

Ministerpräsident Naoto Kan ist ins Kantei geeilt, um den Krisenstab zu leiten. Er sieht müde aus.

Mein Hotel hat Entwarnung gegeben. Hier wäre es nur eine 4 auf der japanischen Skala gewesen. Es hätte zu keinem Zeitpunkt Gefahr eines Einsturzes bestanden.
Stand 1:10


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Freitag, 18. März 2011

Der gefühlte Verrat

Donnerstag, acht Uhr morgens. Der Shinkansen fährt pünktlich ab, viele Plätze sind noch frei. Die Tokioter streben zur Arbeit. Es sieht fast wie ein normaler Arbeitstag aus. Doch für mich ist dieser Donnerstag morgen alles andere als normal. Nachdem die deutsche Botschaft Mittwoch Nacht eine Ausreiseempfehlung ausgegeben hat, verlasse ich die Stadt, die seit fast elf Jahren meine Heimat ist. Ich fahre in die Kansai-Region, wo bereits die meisten deutschen Journalisten Quartier bezogen haben.

Es fühlt sich an, als verrate ich Tokio. Verrate meine Freunde, die bleiben. Die Mitarbeiter im Foreign Correspondents's Club of Japan (FCCJ), die in der letzten Woche den Club rund um die Uhr für Journalisten aus aller Welt offen gehalten haben. Die sich zur Arbeit durchgeschlagen, obwohl die Zugverbindungen blockiert waren, um Pasta zu servieren oder Pressekonferenzen zu organisieren wie die vom Toshiba-AKW-Ingenieur Masashi Goto, der als erster Industrieinsider offen vor einem Tschernobil gewarnt hat. Die Stadt scheint das zu spüren. Die Passanten schauen mich, den Koffer schiebenden Ausländer, aus den Augenwinkeln an.

Als ich Morgens um kurz nach 7 Uhr den FCCJ verlasse, habe ich einen Kloß im Hals. Denn ich weiß nicht, wann ich wieder kommen werde, und wie die Stadt dann aussehen und sich anfühlen wird. Seit Kaiser Akihito sich am Mittwoch erstmals auf dem Höhepunkt einer Krise in einer Fernsehansprache an die Nation gewendet hat, um Hoffnung zu spenden, ist  meine Hoffnung gesunken, dass der Gau im Kraftwerkskomplex Fukushima noch verhindert werden kann. 

Noch besteht Hoffnung, das schlimmste abzuwenden. Aber im Katastrophenfall wird das Leben nicht mehr unbeschwert sein, selbst wenn Tokio von der Strahlung verschont werden sollte, wofür einiges spricht. Denn in der Nachbarschaft läge dann ein ein riesiges radioaktiv verseuchtes Brachland.

Meine größte Sorge ist allerdings eine Massenflucht, die mehr Tote an einem Tag als der Durchzug einer strahlenden Wolke in einer Lebenszeit fordern könnte. Ja, bisher reagieren die Japaner mit ihrer berühmten Ruhe auf die Krise, gehen diszipliniert zur Arbeit als sei nichts passiert. Sie sagten mir auch, sie wollten den Anweisungen der Regierung und der Retter wie bei Erdbeben folgen.

Aber den Fluchtreflex zu überwinden, erfordert bei einem möglichen Gau vor der Haustür weit mehr Energie als bei einem Erdbeben. Ein Erdbeben kommt ruckartig. Danach geht es je nach Stärke entweder so weiter wie bisher oder man muss aufräumen, oder aufbauen, oder man ist tot. Durch die recht häufigen Beben lernt man dieses Verhalten rasch. Genau wie die Japaner habe ich mich von den zahllosen Nachbeben kaum ablenken lassen und auch dann noch getippt, wenn mein Arbeitsplatz im FCCJ auf der 19. Etage des Yurakucho Denki Buildings schaukelte wie ein Schiff auf hoher See.

Die Angstkurve bei einem Atomunglück hingegen steigt über Tage und Wochen immer weiter an. Der Druck nimmt zu. Dennoch kommen die Menschen zur Arbeit, weil die Routine sie ablenkt und Sicherheit gibt, weil sie ihren Kollegen nicht hängen lassen wollen, oder schlicht Angst haben, ihren Job zu verlieren.

Eines der wenigen Ventile gegen die Ohnmacht ist das Horten Lebensmitteln und -bedarf, um sich eine Woche vor der radioaktiven Wolke in der Wohnung verstecken zu können. Selbst Klopapier ist inzwischen knapp. Ein Knall im AKW könnte den seelischen Panzer vielleicht zersprengen und die Leute ungeplant flüchten lassen.

Der akute Strommangel verstärkt die düstere Stimmung noch. Um Strom zu sparen, sind in allen Gebäuden viele Deckenlampen ausgeschaltet oder herausgenommen worden. In der Nacht werden sogar Neonreklamen ausgeschaltet. Ich habe Tokio, mein glitzerndes Juwel, noch nie so dunkel und ruhig gesehen. Die angespannten Seelen lachen in den Büros nicht, grüßen kaum. Manchmal wirken sie mir so wie Verurteilte, die gefasst zum Schafott schreiten. Auch ich ertappe mich dabei, Abschied zu nehmen von dem bekannten Leben.

Doch als ich etwa zweieinhalb Stunden später in Kioto aus dem Shinkansen steige, verfliegen die Schatten. Wie in Tokio vor dem Beben quellen die Kaufhausregale über. Die Menschen schlendern durch die Straßen. Lachen und plappern. In der Nacht funkelt die Stadt wie ein Kristallleuchter. Wenn ich nicht den Fernseher anstellen würde, wäre Tokio und der Super-Gau auf einmal weit weg. Ich fühle mich wohl. Sicher. Und schuldig. „Gut, dass du nach Kioto gefahren bist“, mailt mir eine japanische Bekannte, „die Lage ist unstabil und wird von Minute zu Minute schlimmer.“ 

Donnerstag, 17. März 2011

Leaving Tokyo, heading for Kansai

Gestern Nacht hat die deutsche Botschaft eine Ausreiseempfehlung für Ost-Japan auf ihrer Homepage online gestellt. 
Damit muss auch ich die Zelte abbrechen. Ich werde vorerst nach Kansai umsiedeln, in der Hoffnung, sobald wie möglich wieder zurückkommen zu können.



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Mittwoch, 16. März 2011

Wie groß ist die Strahlengefahr in Tokio?

Es sieht schlimm aus in Fukushima. Die Experten rechnen sogar den Fall durch, dass es bei drei Reaktoren zur Kernschmelze mit anschließender Explosion kommt. Ich habe nun eine Mail mit einer Stellungnahme von britischen Strahlenexperten erhalten. Danach sieht es für die Präfektur Fukushima schlimm aus. Selbst in den und die beiden größten Städte der Region, Koriyama und Fukushima, ist die Gefahr groß. Fukushima liegt ungefähr 70 Kilometer von den Reaktoren entfernt, Koriyama 60 Kilometer. 

Aber einer Mitschrift von einem Briefing von britischen Strahlenschutzexperten (siehe unten) besteht für Tokio keine unmittelbare und nicht einmal mittelbare Gefahr. 

Hier ist die Mitschrift auf Englisch, unkommentiert.
Subject: Making sense of it all

I have just returned from a conference call held at the British Embassy in Tokyo. The call was concerning the nuclear issue inJapan. The chief spokesman was Sir. John Beddington, Chief Scientific Adviser to the UK Government, and he was joined by a number of qualified nuclear experts based in the UK. Their assessment of the current situation in Japan is as follows:
* In case of a 'reasonable worst case scenario' (defined as total meltdown of one reactor with subsequent radioactive explosion) an exclusion zone of 30 miles (50km) would be the maximum required to avoid affecting peoples' health. Even in a worse situation (loss of two or more reactors) it is unlikely that the damage would be significantly more than that caused by the loss of a single reactor.
* The current 20km exclusion zone is appropriate for the levels of radiation/risk currently experienced, and if the pouring of sea water can be maintained to cool the reactors, the likelihood of a major incident should be avoided. A further large quake with tsunami could lead to the suspension of the current cooling operations, leading to the above scenario.
* The bottom line is that these experts do not see there being a possibility of a health problem for residents in Tokyo. The radiation levels would need to be hundreds of times higher than current to cause the possibility for health issues, and that, in their opinion, is not going to happen (they were talking minimum levels affecting pregnant women and children - for normal adults the levels would need to be much higher still).
* The experts do not consider the wind direction to be material. They say Tokyo is too far away to be materially affected.
* If the pouring of water can be maintained the situation should be much improved after ten days, as the reactors' cores cool down.
* Information being provided by Japanese authorities is being independently monitored by a number of organizations and is deemed to be accurate, as far as measures of radioactivity levels are concerned.
* This is a very different situation from Chernobyl, where the reactor went into meltdown and the encasement, which exploded, was left to burn for weeks without any control. Even with Chernobyl, an exclusion zone of 30 miles would have been adequate to protect human health. The problem was that most people became sick from eating contaminated food, crops, milk and water in the region for years afterward, as no attempt was made to measure radioactivity levels in the food supply at that time or warn people of the dangers. The secrecy over the Chernobyl explosion is in contrast to the very public coverage of the Fukushima crisis.
* The Head of the British School asked if the school should remain closed. The answer was there is no need to close the school due to fears of radiation. There may well be other reasons - structural damage or possible new quakes - but the radiation fear is not supported by scientific measures, even for children.

* Regarding Iodine supplementation, the experts said this was only necessary for those who had inhaled quantities of radiation (those in the exclusion zone or workers on the site) or through consumption of contaminated food/water supplies. Long term consumption of iodine is, in any case, not healthy. The discussion was surprisingly frank and to the point. The conclusion of the experts is that the damage caused by the earthquake and tsunami, as well as the subsequent aftershocks, was much more of an issue than the fear of radiation sickness from the nuclear plants. Let's hope the experts are right!"


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Tenno ruft Nation zum Zusammenhalt auf

Der Tenno hat eine in der Nachkriegszeit einmalige Rede an die Nation gehalten. Das zeige, dass beispiellose Ausmaß der Krise, sagte mir ein Shinto-Experte. Denn normalerweise tritt der Tenno erst auf, wenn der Wiederaufbau begonnen hat. Während der Krise betet er gewöhnlich für das Wohl der Nation. Doch heute plädierte er im Fernsehen an die Menschen in den Krisenregionen ihre Hoffnung nicht aufgeben und die Stärke finden, diese schwierige Situation zu überkommen. 
Und die Nation bittet er, gemeinsam einen Weg zum Wiederaufbau zu finden. 
Ein geschickter Schachzug der Regierung sei es gewesen, den Tenno auftreten zu lassen und den Zusammenhalt der Nation zu beschwören, so ein der Experte.


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Dienstag, 15. März 2011

Neues Großbeben, diesmal in Tokai-Region - Das Horrorszenario wird wahr:

Meine Standardantwort über das Ausmaß des Mega-Bebens in Japan war immer: Es kann noch schlimmer kommen. Nun ist es vielleicht soweit. Unter der Präfektur Shizuoka hat die Erde gebebt. Das könnte entweder das gefürchtete Tokai-Erdbeben gewesen sein oder vielleicht doch nur ein Vorbote für das richtige große wie beim Megabeben vor Nordjapan. Es hatte nur eine 6 auf der Richter-Skala, während das erwartete eine 8 vor dem Komma haben soll. 

Die Region ist nicht nur weitaus wichtiger für Japans Wirtschaft als der Nordosten. Auch drohen nun die Zugverbindungen zwischen Tokio und Osaka unterbrochen worden zu sein. Außerdem könnte auch der Hamaoka-Reaktorkomplex betroffen werden, der für Tokyo noch gefährlicher ist.


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Noch in Tokio

Explosion im Meiler 2, Erweiterung der Sicherheitszone auf von 20 auf 30 Kilometer - und der Wind hat gedreht und bläst Richtung Tokio ... Es sind 200 Kilometer.
Die News sind schlecht, doch noch heißt es von unabhängigen Experten, dass Tokio sicher ist. Ich bleibe daher vorerst.

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Montag, 14. März 2011

Katastrophe hoch 3

Auf Technology Review mein Blog über die dreifache Mega-Katastrophe.

http://heise.de/-1207012

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Deutsche Unternehmen haben schon evakuiert

Viele deutsche Unternehmen haben schon am Sonnabend nach dem Beben begonnen, Manager und Familien aus Tokio abzuziehen. Viele Familienangehörige werden über Osaka ausgeflogen. Auch die Handelskammer ist evakuiert und beobachtet von Osaka aus die Lage.
Die deutsche und französische Botschaft empfehlen, den Großraum Kanto zu verlassen.
NHK berichtet, dass nach dem starken Nachbeben vor der Küste Ibarakis heute morgen (6,2) Rauch über Meiler 3 im AKW-Komplex Fukushima steht.


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In Tokio stoppen die Züge

Die Auswirkungen des Tohoku-Bebens lähmen Japans Nervenzentrum, den Großraum Tokio. Tokios Stromversorger Tepco hat angekündigt, dass es wegen mangelnder Stromversorgung bis mindestens Ende April zu gezielten Stromunterbrechungen in weiten Teilen des Netzes kommen wird. Abwechselnd soll in den designierten Gebieten der Strom für drei Stunden ausgeschaltet werden. Mit dieser beispiellosen Maßnahme soll die Stromversorgung für das Stadtzentrum gesichert werden, wo die Regierung, die Banken und viele Firmen ihren Sitz haben. 
Viele Zugverbindungen auch auf den Hauptpendlerstrecken sind eingestellt worden. Selbst die Tokaido Linie, eine der Hauptverbindungen zwischen Yokohama und Tokio, ist schwer betroffen. Andere Linien fahren nur eingeschränkt. 
Die Büros sind nahezu verwaist. Bei einer Freundin haben es nur 20 Prozent der Angestellten geschafft, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Die Zahl wird im Laufe des Tages noch steigen. Denn viele Menschen versuchen, auf Umwegen doch noch zur Firma zu kommen. 
Ich habe eben einen Mann gesprochen, der drei Stunden von Yokohama bis nach Tokio gebraucht hat. "Die Züge waren gestopft voll", erzählt er. 




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Erdbeben erschüttert Japans Energiepolitik

Ein möglicher Gau im Bebenreaktor von Fukushima erschüttert die Grundlagen von Japans Energiepolitik: die Mär von absoluten Erdbebensicherheit von Japans Atomreaktoren.

Masashi Goto haftet wahrlich nicht der Geruch eines Kernkraftgegners an. Bis vor eineinhalb Jahren war er nach eigener Aussage Gruppenleiter für das Design von Reaktorsicherheitsbehältern beim Kraftwerksbauer Toshiba, der den Krisenreaktor in Japans Erdbebengebiet gebaut hat. Doch gestern warnte er öffentlich vor der Gefahr eines zweiten Tschernobyl. Er halte die Gefahr zwar für sehr gering, aber sollten alle Kühlungsversuche versagen, könnte eine Kernschmelze einer gewaltigen Dampfexplosion führen. Radiokativität könnte weit über den bisherigen 20-Kilometer weiten Sperrbezirk oder 50 Kilometer verteilt werden. „Meine große Sorge ist allerdings, dass eine Explosion in einem auch die anderen Meiler berühren könnte“, sagt Goto. Im schwersten betroffenen Kraftwerkskomplex Fukushima 1 stehen die drei aktiven Reaktoren dicht nebeneinander. Und bei allen gibt es Probleme mit der Kühlung des Kerns, weil die Energieversorgung der Notgeneration fürs Kühlsystem teilweise unterbrochen war.

Goto ist der erste Fachmann aus der Industrie, der öffentlich über einen Super-Gau spricht. Es ist seine Art des Protests gegen die Informationspolitik der Regierung und der Medien, die die Bürger bisher nicht mit dem Durchspielen von Horrorszenarien belasten. Die Situation in den von einem Megabeben beschädigten zwei Kernkraftwerkskomplexen in Fukushima sei unter Kontrolle. Eine Gefahr der Überhitzung bestünde nicht, so Offizielle. "Die Regierung erklärt die Situation nicht offen genug", kritisiert Atsushi Yamada, Journalist der Zeitschrift Aera.
Bislang mahnt nur das „Citizen's Nuclear Information Center“ (CNIC), eine kleine, aber hochangesehene Bürgergruppe, vor den Gefahren. „Von den zehn Meilern der zwei Anlagen besteht bei sieben zumindest die Möglichkeit einer Kernschmelze", sagt CNIC-Chef Hideyasu Ban, früher Mitglied der japanischen Atomplanungskommission.  Die anderen drei nicht betroffenen Meiler waren gerade abgeschaltet, als das Beben und der vernichtende Tsunami trafen.
Der Meiler eins der sechs Meiler vom Kraftwerkskomplex Fukushima 1 konnte nur durch verzweifelte Notoperationen am Durchbrennen gehindert werden. Erst ordnete die Regierung an, radioaktives Gas abzulassen. Dann ließ sie mit Bor versetztes Meerwasser in den Kern und den Sicherheitsbehälter pumpen. Damit kann dieser Meiler niemals mehr ans Netz gehen. Nun hat die Regierung auch den Meiler 3 auf gleiche Weise geopfert, weil die Kühlung ausgefallen war. Sogar der vorsichtige Kabinettamtschef Yukio Edano hat zugegeben, dass sich die Brennstäbe in dem Reaktor bereits verformt hätten. 
Noch besteht wie gesagt keine unmittelbare Gefahr. "Wir sind noch weit von einem Tschernobyl-Szenario entfernt", sagt ein Experte im Außenministerium. Andere Experten sagen, dass der Fall-out selbst bei einer Explosion räumlich weit beschränkter als in Tschernobyl sein würden. Aber schon die entfernte Möglichkeit eines Gau reicht, damit die deutsche und die französische Botschaften fordern ihre Bürger mehr oder weniger direkt zum Verlassen der Region Tokio auf. 
Die deutsche Botschaft schreibt auf ihrer Homepage: „Die Botschaft empfiehlt, die japanischen Medien aufmerksam zu verfolgen. Sie empfiehlt ferner allen Deutschen im Krisengebiet und im Großraum Tokyo/Yokohama zu prüfen, ob ihre Anwesenheit in Japan derzeit erforderlich ist, und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, ihre Ausreise aus dem Land in Erwägung zu ziehen. Dies gilt insbesondere für Familien mit kleinen Kindern.“ Frankreich tut das gleiche, mit Hinweis auf ein mögliches Großbeben im Raum Tokio.
Ein aus Bans Sicht willkommenes Opfer könnte allerdings das ehrgeizige Atomprogramm der Regierung werden. Seit Jahrzehnten setzt Japans auf Atomkraft, um das ressourcenarme Land unabhängiger vom Öl zu machen – allen Warnungen vor Erdbeben zum Trotz. 55 Meiler produzieren 34 Prozent des Stroms für Asiens zweitgrößte Wirtschaftsmacht. Die Regierung will den Anteil mittelfristig auf 40 Prozent und langfristig auf 70 Prozent erhöhen. 
Kritik wurde unterdrückt, obwohl schwere Unfälle die Skepsis in der Bevölkerung haben steigen lassen. 1994 kam es im experimentellen Schnellen Brüter zu einem schweren Brand. 1999 kam es im Atomforschungszentrum zu einer nuklearen Kettenreaktion, als drei Mitarbeiter ungesichert hochangereichertes Uran zusammenrührten. 2007 gab es sogar eine regelrechte Generalprobe für das heutige Desaster. 
Direkt unter dem größten Kraftwerkskomplex der Welt in Kashiwazaki-Karima in der Präfektur Niigata bebte die Erde und zwar dreimal stärker als das maximal für möglich gehalten Beben. Es brannte auf dem Reaktorgelände, Radioaktivität trat aus. Doch nichts schlimmes passierte. Die Regierung sah sich in ihrer Mär von der Erdbebensicherheit bestätigt und forcierte den Ausbau der vermeintlich so sauberen Energie. 
Diesmal allerdings war das Beben nicht nur dreimal, sondern 10 mal stärker als für möglich gehalten. Und die Reaktoren haben nicht standgehalten. Zum Glück bläst der Wind in Richtung Meer. Ban von CNIC fordert daher den Einstieg in den Ausstieg. Vielleicht werden ihn die Japaner diesmal anhören. denn die Japaner versetzt das Drama am Meiler in Fukushima wirklich in Angst. 


(PS bitte tippfehler zu entschuldigen)
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