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Donnerstag, 30. Oktober 2014

News vom Tage: Samsungs Gewinn schmilzt, Nintendo will spielend den Schlaf verbessern

In Japan sind es oft die kleinen Dinge, die den Tag aufheitern. Heute sah ich in der U-Bahn einen Aufkleber mit einem süßen Bärchen, der anlehnungsbedürftige Fahrgäste vor dem Öffnen der Tür warnt. Ansonsten gibt es Techniknews und meinen Blog auf Technology Review (www.heise.de/tr/blog).


Samsung verliert seinen Smartphonebonus.
Samsung hat heute Details seiner bitteren Quartalsbilanz vorgestellt. 60 Prozent weniger Gewinn wegen der Attacke chinesischer Billiganbieter. Zudem greift Apple nun auch noch in Samsungs Revier der großen Smartphones an. Es ist vorbei mit den richtig dicken Gewinnen. Samsung wird vom Niveau des Ausnahmekonzerns auf das eines sehr guten Elektronikherstellers reduziert. 


Nintendo kündigt Schlafüberwachungsgerät an
Produkte, die spielerisch die Lebensqualität verbessern, sollen der nächste Wachstumträger des kriselnden Spielekonsolenherstellers Nintendo werden. Am Donnerstag hat Nintendo-Chef Satoru Iwata die erste Produktidee der neuen Linie vorgestellt: ein Gerät, dass den Schlaf überwachen und die Schlafqualität verbessern soll. 
Nintendo versucht damit, in einem bereits hart umkämpften Markt mitzumischen: Technikgadgets, die das Leben der Menschen immer genauer vermessen, um die Gesundheit besser managen zu können. Siehe Apple, Samsung, Sony, Seiko Epson und viele, viele mehr.
Die Analysten waren auch ohne diese Ankündigung froh. Nintendos Aktienkurs sprang nach oben, weil das Unternehmen am Mittwoch in seiner Quartalsbilanz die Erwartungen der Märkte deutlich übertroffen hatte.

Montag, 20. Oktober 2014

Newsliste: Schwerer Rückschlag für Japans Frauen, Pistolendrucker in den Knast, Feuer frei an Koreas Grenze

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und garantiert ohne Gewähr

Im Bild: „Goldhort Gessel 3 D Kunststoffmodell 2“
von Axel Hindemith
Was für ein Glück, dass die News aus Japan nicht ausgehen. 

Ein Mann wandert in den Knast, weil er Pistolen mit einem 3-D-Drucker gedruckt und damit im Internet geprahlt hat. 

Außerdem bereiten zwei inzwischen Ex-Ministerinnen ihrem Chef Shinzo Abe Kopfzerbrechen - durch Skandale. 

Sowohl Meti-Ministerin Obuchi als auch Justizministerin Matsushima erklärten am Montag ihren Rücktritt.

Dabei wollte Abe sie erstrahlen lassen, um ihrem Licht selbst als Frauenförderer zu glänzen. 



Schwerer Rückschlag für Japans Frauen

Zwei Rücktritte von Ministerinnen an einem Tag - das Kabinett von Japans Regierungschef Shinzo Abe wird von einem ersten richtigen Skandal erschüttert. Nach nur wenigen Wochen ist Yuko Obuchi wegen mutmasslicher Zweckentfremdung politischer Gelder von ihrem Amt als Ministerin für Wirtschaft, Handel und Industrie zurückgetreten. Medien werfen ihren Unterstützungsorganisationen vor, aus ihren Fonds Theatertouren von ihren Besuchern sowie Geschäfte von Obuchis Verwandten finanziert zu haben.

Nur wenige Stunden darauf kündigte Justizministerin Midori Matsushima ihren Rücktritt an. Auch ihr wird ein Verstoß gegen das Wahlgesetz zur Last gelegt. Abe soll sie daher nach Medienberichten aufgefordert haben, Obuchis Beispiel zu folgen, um das Kabinett nicht mit schwelenden Skandalen zu belasten.


* Abe sieht auf einmal weitaus wackeliger aus als bisher. Wenn er nicht aufpasst, beginnen die Medien jetzt ihr altes Spiel, Minister aus dem Kabinett und damit letztlich den Regierungschef aus dem Amt zu schießen.


Mann wegen gedruckter Pistolen in den Knast

Yoshitomo Imura, ein 28-jähriger Japaner, muss für zwei Jahre ins Gefängnis, weil er mit einem 3-D-Printer zwei Pistolen ausgedruckt hat. Das Strafmaß erhöht hat sein Mitteilungsbedürfnis. Er hat die Pläne für den Pistolendruck ins Internet gestellt.

* Wäret den Anfängen, hat sich Japans Justiz hier wohl gesagt. Zu recht. Denn mit der Verbreitung von 3-D-Druckern wird die Eigenherstellung von Produkten immer einfacher und damit schwerer zu kontrollieren. Und was passiert erst, wenn die ersten Maschinen in ein paar Jahren wirklich ausgereifte Industriedrucker ersetzt werden, die nicht nur in Plastik, auch akkurat Metall drucken können.


Schusswechsel an der innerkoreanischen Grenze

Die Südkoreaner feuerten auf ein paar nordkoreanische Soldaten, die sich der Grenze näherten. Die feuerten daraufhin zurück. 

* Dies ist nun schon der dritte innerkoreanische Schusswechsel innerhalb von zwei Wochen. Dies zeigt, wie angespannt die Lage an der Grenze trotz aller Tauzeichen bleibt.

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Newsliste: In Korea, Recruits IPO ein voller Erfolg, Ministerin Obuchiin Skandal verwickelt

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und garantiert ohne Gewähr:

Ein Tipp gefällig? Wenn Sie mal in Seoul sind, besuchen Sie das Studentenviertel in Hongdae. Diese Mischung aus kubanischer Farbpracht, koreanischer Kreativität, asiatischer Agilität und Kneipen, Shops und Clubs hat etwas weltweit einmaliges geschaffen. Mehr Fotos folgen später.


Ansonsten in den News:
Börsengang von Recruit ein voller Erfolg
Die Börsen der Welt mögen dieser Tage Trauer tragen. Aber Japans zweitgrößter Börsengang des Jahres war ein voller Erfolg. Während die Aktienkurse nach miesen Vorgaben in New York abschmierten, stieg der Preis für die frisch gelisteten Papiere des japanischen Job- und Medienriesen Recruit bis kurz vor der Mittagspause vom Ausgabepreise von 3100 auf 3300 Yen.


Meti-Ministerin Obuchi hat ihren Skandal
Seine neuen Ministerinnen bereiten Japans Regierungschef Shinzo Abe Kopfzerbrechen. Takaichi-san will zum Yasukuni-Schrein laufen, um ihre nationalistische Gesinnung zu beweisen. Ok, das war zu erwarten. Aber jetzt ist ausgerechnet die jüngste und liberalste Trumpfkarte seines Quintetts in einen faustdicken Skandal verwickelt, der eigentlich nur in ihrem Rücktritt enden kann. Yuko Obuchi, Ministerin für Wirtschaft, Handel und Industrie, soll in 38 Fällen das Design-Studio ihrer Schwester aus ihren politischen Fonds unterstützt haben.

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Freitag, 10. Oktober 2014

NEWs: Nordkorea - EU will Nordkoreas Führer vor den Kadi zerren, aber wo steckt der Kim Jong Un nur?

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und garantiert ohne Gewähr:

Nordkorea: Wo ist Kim?

Die harte Nordkorea-News: 
Die EU und Japan wollen Nordkorea wegen Menschenrechtsverstößen vor den internationalen Gerichtshof zerren. 

Vor diesem Hintergrund gewinnt natürlich eine andere Geschichte viel größere Bedeutung, die derzeit in den globalen Medien heißläuft. Wo ist Kim? Schließlich muss die UN ja wissen, wohin sie Vorladung für den Führer schicken soll. 

Vielleicht scheitert der Antrag ja schon an dieser Förmlichkeit. Mehr als einen Monat hat man Kim nicht gesehen, auch nicht heute auf dem 69. Geburtstag der Partei. Krank/gestürzt sei er oder beides, wird wild spekuliert. Und immer wilder dreht sich die globale mediale Gerüchtemühle. Dabei ist nur eines klar: Selbst in Nordkorea wissen nur wenige, wie es ihm wirklich geht und wo er steckt. 

Meine Vermutung: Er liegt im Krankenbett, weil er sich über die Medienberichte über seinen Sturz halbtot gelacht hat. Aber ich kann mich auch täuschen. Vielleicht liegt er ja auch in Ketten in einem Pjöngjanger Verlies. Nicht sehr wahrscheinlich. Aber wer weiß das schon.

Apropos Sturz: 
Der Beitrag, auf dem die Berichte über einen Staatsstreich beruhen, spricht keineswegs von einem Sturz Kims, sondern davon, dass er zum Strohmann geworden ist. Und wie neu ist das? Nicht so wahnsinnig. 

Erstens berichtete der Dissident, der den Blog betreibt, schon im Dezember vorigen Jahres darüber. Der überraschende Südkorea-Besuch der drei nordkoreanischen Spitzenkader unter Kim am vorigen Wochenende stärkte diese These nur. Zweitens vermuteten viele von vornherein, dass Kim Jr. eher die Gallionsfigur einer etwas kollektiveren Führung ist als allmächtiger Alleinherrscher wie sein Herr Papa.

Für mich ist dabei bei den neuen Entwicklungen ein Aspekt interessant: Warum droht man jetzt mit dem Gerichtshof? Dass es sich um eine brutale Diktatur handelt, ist keine Neuigkeit. Außerdem dürfte der Entwurf im Sicherheitsrat am Veto von Nordkoreas Partner China scheitern. Zudem signalisiert der Norden Gesprächsbereitschaft, selbst mit Japan, das sonst der Propaganda nur als Erbfeind dient. Japans Regierung bemüht sich ebenfalls sehr stark, das Schicksal von entführten Japanern aufzuklären. Vielleicht meint man, dass der Norden schwach genug ist, dass die Internationale Staatengemeinschaft mal Stärke zeigen kann. 




Mittwoch, 8. Oktober 2014

NEWs: Ceatec-Nachruf, Samsung-Abgesang und Fahrstuhlfahrt, Xis Jugendfreundin trifft Abe

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und ohne Gewähr:

​Heute meine Kolumne "Live aus Tokio" in der 6-Uhr-Ausgabe des Handelsblatts, der App HB Live. 

Ceatec: Ruhe in Frieden

Keine News, kein Sony und lausige PR - das ehemalige Mekka der Technikfreaks aus aller Welt, Japans Elektronikmesse Ceatec, ​
​ist ein Trauerspiel. Zum Glück leben wenigstens Japans Firmen noch.

Meine Erwartungen waren schon niedrig, als ich am Dienstag Japans Technikschaufenster besuchte, die einst legendäre Elektronikmesse Ceatec. Aber was die Organisatoren sich dieses Jahr erlaubten, als Messe zu zeigen, machte mich traurig und wütend, so schlecht war es. Früher war die Messe das Mekka der Technikfreaks. 


Aus aller Welt kamen Journalisten, um heute die Zukunft von morgen zu sehen - so weit war Japan der Welt bei Handys und Flachfernsehern voraus. Aber in der heutigen Form ist die Messe tot. Schlimmer schlimmer noch, die Organisatoren leisten Japans Unternehmen eine Bärendienst, weil sie keine Öffentlichkeit schafft. Die Japan AG hat besseres verdient. 

Ihr Mann in Japan: Kein Weg ist uns zu weit, kein Aufwand zu schade.
...

HB-Kommentar print: Essenz: Herr Lee, willkommen in der Normalität

Samsung ist immer für eine Überraschung gut, bisher vor einem halben Jahr positive, nun negative. Der Gewinn ist im dritten Quartal um 60 Prozent eingebrochen. Dies scheint mir zu zeigen, dass auch Samsung von der Auswirkung Chinas als neue Wal im globalen Smartphone-Becken überrascht wurde: Die Chinesen bei Smartphones die Preise schneller und mehr versauen als bei jedem anderen Segment, das sie bisher angepackt haben. 

* 700 Smartphone-Modelle wetteifern in China um die Kundengunst, erzählte mir gestern ein Experte. Dementsprechend werden die Dinger verschleudert. Da kommt kein Hersteller ungeschoren davon, auch Samsung nicht. Frage mich, ob bei den Preisen die Chinesen überhaupt noch Geld verdienen können. Bei Solarzellen mussten ja unlängst selbst Giganten wie Suntech Power die Wafer streichen.

PS: Samsung baut für den hospitalisierten Patriarchen einen Fahrstuhl in dessen Wohnung ein. Kommt er nach Hause?


Hände schütteln mit Xi-Freundin

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat heute seltenen Besuch. Li Xiaolin, die jüngste Tochter von Chinas Ex-Präsidentin Li Xiannian, wird wohl Abe treffen. Sie soll eine Sandkastenfreundin des jetzigen chinesischen Staatschefs Xi Jinping sein. 

Dienstag, 7. Oktober 2014

NEWs: Ceatec-Nachruf, Samsung-Schock, koreanischer Schusswechsel

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und ohne Gewähr:

Ceatec - Ruhe in Frieden


Ich bin heute auf der legendären japanischen Elektronikmesse Ceatec. Am Rande halte ich einen Vortrag zum Thema "Das langsame Ende von Japans Gadgetismus". Die Ceatec passt dazu: Einige nette Sachen, aber kleiner, keine News, kein Sony ... Mein Fazit: Ceatec - Ruhe in Frieden. 

Immerhin zeigt sie, dass wenigstens die japanischen Technologiekonzerne keineswegs tot sind, sondern nur weniger sichtbar. Werde meine Highlights später vorstellen, so die Zeit erlaubt.

Ansonsten:
Samsung Schock - Quartalsgewinn fällt um 60 Prozent

Die Chinesen Smartphoneherausforderer versauen den Südkoreanern die Marge. Samsung hat bislang als Marktführer dicke Gewinne mit Smartphones eingefahren. Doch die Verwandlung des Hightechprodukts in Massenware sowie die Attacken der Chinesen treffen nun auch die Koreaner. Nicht wirklich neu, der Trend. Nur ist der Schlag härter als erwartet.


Schusswechsel an der Seegrenze

Entspannung - koreanischer Stil - ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Kaum hat Nordkoreas heimliches Führungstrio mit einer überraschenden Stippvisite in Südkorea vermeintlich die Weichen auf eine Annäherung gestellt, kracht es im Meer. Südkoreanische und nordkoreanische Schiffe haben an der umstrittenen Seegrenze Warnschüsse ausgetauscht. Südkorea schoss dieses mal zuerst, wie es scheint.

Bank von Japan tritt auf der Stelle

Donnerstag, 25. September 2014

NEWs: Muratas Cheerleader Roboter, Ursache für die Akku-Probleme des Dreamliners ungelöst, Einigung in transpazifischem Freihandelsabkommen nicht in Sicht.

Ach ja, Roboter. Heute war dann mal wieder Murata dran, einer der führenden japanischen Hersteller von Elektronikbauteilen (siehe Blog-Eintrag unten). Nach dem Murata-Boy (der Fahrrad fährt) und dem Murata-Girl (die ein Einrad meistert) schickte das Unternehmen nun einen Schwarm von Mini-Cheerleadern auf die Bühne, die auf Bällen balancierend Gruppenformationen aufs Parkett legten. 

Mit dieser Übung will Murata seine Fähigkeiten als Systemcompany demonstrieren und gleichzeitig die Jugend für eine Karriere als Ingenieur begeistern. Das zweitere ist besonders wichtig, weil die Bevölkerung schrumpft, während die Firmen zu wachsen versuchen. Technikfirmen wie Murata sind daher besonders rührig bei der Nachwuchsförderung. Sie schalten sogar Anzeigen in Zügen, um auf ihre Unternehmen aufmerksam zu machen.
Stand ausführlich auch in der 6-Uhr-App des Handelsblatts. 

Dreamliner: Ursache von Batteriebränden weiterhin ungelöst
Auch mehr als ein Jahr nachdem Batteriebrände Boeings damals gerade ausgelieferten Dreamliner mit einem Startverbot belegt worden waren, ist die Ursache für die Probleme nicht gänzlich geklärt. Dies erklärte am Donnerstag die japanische Verkehrssicherheitsbehörde. Doch für Boeings Flotte bedeutet dies nichts, legte Norihiro Goto, der Chef der Behörde, nahe. Da es nach der Änderung des Batteriedesigns keine Vorfälle gegeben hat, glaubt er, dass das Problem gelöst wurde. „Wir haben vielleicht nicht die Ursache gefunden, aber es gibt bereits eine Lösung, die funktioniert”, so Goto. 

Verhandlungen über transpazifische Freihandelszone kommen nicht vom Fleck
Für die USA ist sie ein wichtiger Versuch, Chinas wachsenden Einfluss in Asien einzudämmen, für Japan ein Mittel, daheim Reformen voranzutreiben - das multilaterale transpazifische Partnerschaftsabkommen. Dennoch ist wieder eine Verhandlungsrunde zwischen den beiden größten Teilnehmen ergebnislos abgebrochen worden. Denn der Agrarexporteur USA und Japan, das seine Landwirtschaft mit hohen Zöllen schützt, konnten sich nicht über den Umfang der Zollsenkungen Japans einigen. 

Ein Scheitern der Freihandelszone wäre ein herber außenpolitischer Rückschlag für Obama, aber auch Japans Ministerpräsident Abe. Denn beide haben bereits beträchtliche Ressourcen in das Projekt gesteckt. Die Zeit drängt: Obama wollte die ohnehin schon verzögerten Verhandlungen im November abschließen. Die offene Frage ist, ob beide Seiten pokern, um zu sehen, wer zuerst blinkt.



Dienstag, 23. September 2014

NEWs vom Tage: Von scharzen Bären, Chat-App Lines gecancelten Börsenplänen und einer russisch-japanischen Männerfreundschaft (und Abes chinesischen und südkoreanischen Avancen)

Die News vom Tage, sporadisch, subjektiv und ohne jede Gewähr:

Das Apercu des Tages: 

Wer hat Angst vorm schwarzen Bären?


Ein asiatischer Schwarzbär im Breslauer Zoo.
Quelle: Guérin Nicolas via Creative Commons
Verglichen mit Deutschland ist Japan Wildnis. Ok, in Deutschland gibt es vereinzelt wieder Wölfe und hin und wieder Naturkatastrophen. Aber in Japan bedrohen neben Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Tsunamis, Erdrutschen, Überschwemmungen und Taifunen auch jede Menge Getier das menschliche Leben. Giftschlangen kriechen durchs Unterholz - und neuerdings asiatische Schwarzbären vermehrt durch die Umgebung menschlicher Siedlungen.

Zwischen April und Mai dieses Jahres wurden 40 Prozent mehr Bären gesichtet als ein Jahr zuvor. Ingesamt 2080 Mal, 21 davon in Tokios bergigem Westen. Experten warnen, dass eine magere Bucheckerernte den Trend noch verstärken könnte. Schließlich wollen die Pelztiere ihre Mägen für den Winterschlaf füllen. Bergwanderern in Japan empfehle ich daher, Bärenglocken mitzunehmen und die zu schwingen, wenn sie einen Bären sehen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Tier Reißaus nimmt. Füttern und Kuscheln empfiehlt sich nicht. Japans Bären sind zwar nicht ganz so riesig wie große Grizzlys, haben aber auch scharfe Krallen.

 

Ansonsten in den News:

Japans Chat-App Line bläst Börsengang ab

Der rekordverdächtige Raubzug von Chinas Online-Handelsplattform Alibaba an der New Yorker Börse hat den Investoren auf noch mehr IPOs von Internetgrößen angeregt. Große Hoffnungen auf erneuten Reibach machte vor allem Japans erfolgreiche wie profitable Chat-App Line. Doch nun verschob das Unternehmen seinen für diesen Herbst avisierten Börsengang.
Handelsblatt Live, 6-Uhr-Ausgabe


Putin gratuliert Abe telefonisch zum Geburtstag

Manchmal sind die Zeitläufte mächtiger als Männerfreundschaften. Diese Erfahrung muss jetzt Japans Ministerpräsident Shinzo Abe machen. Ukraine-Konflikt hin oder her, er hatte jüngst Russlands Präsident Wladimir Putin schriftlich nach Japan eingeladen. Putin revanchierte sich am Sonntag mit einem telefonischen Glückwunsch zu Abes 60. Geburtstag. Aber Abe bot ihm da nur mehr an, sich im November am Rande des Gipfels der Pazifikanrainer (Apec) in Chinas Hauptstadt Beijing zu treffen.
Handelsblatt Live, 6-Uhr-Ausgabe


Passend dazu:

Koreanisch-japanische Fischdiplomatie

Nach einem südkoreanischen Medienbericht überlegt die Regierung von Präsidentin Park Geun-hye, das Importverbot von Fischen aus acht japanischen Präfekturen aufzuheben. Die Maßnahme ist Teil der Annäherungspolitik beider Regierungen, die auf ein erstes Gipfeltreffen zwischen Park und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hoffen. Abe würde gerne auch Chinas Präsident Xi Jinping am Rande der Apec-Tagung persönlich treffen.






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Donnerstag, 10. März 2011

News: Sony bringt Thronfolger in Stellung, Innerjapanische Börsenfusion, Bankchef fordert Kontrolle der Notenbanken, Südkoreas Angst vor der Inflation

Die News vom Tage, sporadisch, subjektiv und ohne Gewähr:

Sony befördert Playstation-Chef Hirai zu Stringers Thronfolger
Im Rahmen eines großen Konzernumbaus befördert Sony Kaz Hirai, den Chef der Videospielsparte, zum zweitwichtigsten Manager hinter Konzernchef Howard Stringer. Hirai wird die Führung für das neugegründete Segment der Konsumelektronik und Netzwerke übernehmen, die weit über 60 Prozent des Konzernumsatzes erzielen. Sein Konkurrent um den Job der Nummer zwei, Yoshioka, wird sich künftig um das Unternehmenskundengeschäft, Komponenten wie Bildsensoren und neue Geschäftsbereiche wie Akkus für Elektroautos kümmern. 
Experten sehen darin eine Vorentscheidung für die Nachfolge des 69. jährigen Konzernchefs, der seinen Vertrag nochmal verlängert hat. Hirai war einer der "vier Musketiere" (O-Ton Stringer), die Stringer bei der letzten Restrukturierung als seine Stelltvertreter eingesetzt hat. 
Die größten Erfolge hatten Hirai mit der Sanierung der Spielesparte und Yoshioka mit der Sanierung der TV-Sparte vorzuweisen. Doch Hirais Expertise im Geschäft mit Inhalten und dem Netzwerkgeschäft entschieden das Rennen, sagen Insider. Denn Stringer sieht im Angebot von Inhalten über Online-Plattformen wie Sonys Playstationnetzwerk die Zukunft des Konzerns. 
Aber Stringer versucht, den Druck auf seine verbliebenen zwei Samurais hochzuhalten. Das Rennen um die Nachfolge sei noch nicht vorbei, so Stringer.

Japans Börsen wollen fusionieren
Nach jahrelangem Zieren geben Japans Börsen überraschend schnell dem Druck der weltweiten Fusionswelle in der Finanzwelt nach. Übereinstimmend erklärten der Chef der Tokio Stock Exchange (TSE) Saito und der Osaka Stock Exchange (OSE) heute, dass sie so schnell wie möglich Fusionsverhandlungen beginnen wollen. Durch die Kombination der beiden Börsen würde einer der wichtigsten integrierten Handelsplätze für Aktien und Derivate in Asien entstehen. Die TSE hat die drittgrößte Marktkapitalisierung der Welt, während die OSE Japans größter Handelsplatz für Derivate ist.
Saito bezeichnete dies als ersten Schritt für eine weitere globale Expansion von Asiens zweitgrößtem Finanzmarktplatz. "Alle Integrationsverhandlungen sollten eher mit einer Börse daheim anfangen als mit einer in Übersee", so Saito, "falls die Dinge so bleiben wie sie sind, würde Japans Wertpapiermarkt an Wettbewerbsfähigkeit verlieren."
Wie groß der Druck geworden ist, unterstreicht die Hast der Börsenchefs. Der Chef der Börse Osaka forderte heute, die Verhandlungen für die Rahmenvereinbarung bereits in drei Monaten fertig auszuhandeln. Und Saito kündete im Gegenzug an, die Pläne für den Börsengang der TSE zu beschleunigen und bereits im April mit Vorbereitung für den Aktienverkauf zu beginnen. Ein Börsengang der Tokioter Börse ist Voraussetzung für eine Fusion.

Bankchef fordert Überwachung der Notenbank
Um erneute Finanzblasen zu verhindern, hat der Chef der Sumitomo Mitsui Bank hat heute eine schärfere Kontrolle der Geldpolitik anstatt einer Reglementierung der Banken gefordert. Geldpolitik sei für die Entstehung der Blasen Verantwortlich gewesen. Eine zu starke Reglementierung der Banken hingegen laufe Gefahr, zu einem einheitlichen und damit einem Herdenverhalten der Finanzhäuser zu führen. 


SÜDKOREA
Inflationsangst in Südkorea - Südkoreas Notenbank hebt Zinsen an
Auf drei Prozent, um genau zu sein. Damit will die Bank von Korea die Inflation zügeln, die Südkoreas Wirtschaft zu schaden droht. Denn die Preise stiegen im Februar um 4,5 Prozent. Der Wert liegt bereits weit oberhalb des Inflationskorridors von zwei bis vier Prozent, den die Notenbank als ihre Wohlfühlzone definiert hat. 
Die Inflation steigt immer rasanter. Experten warnen vor schädlichen Auswirkungen auf die Wirtschaftswundernation, die weiter mit über fünf Prozent jährlich wächst. 

Dienstag, 2. November 2010

News: Gebietsstreit zwischen Japan und Russland eskaliert, VW-Partner Suzuki verdoppelt Gewinne, Hitachi schafft die Wende

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:



Politik
Territorialkonflikt
Diplomatische Krise zwischen Russland und Japan eskaliert
Japan wird seinen Botschafter aus Russland abziehen, kündete heute Japans Außenminister Seiji Maehara in Tokio an. Mit dieser harschen Geste protestiert Japan gegen den ersten Besuch eines russischen Präsidenten auf den südlichen Kurilen, die Japan für sich beansprucht. Dmitrij Medwedjew hatte gestern die Insel Kunashiri besucht, die nur 16 Kilometer von der japanischen Küste entfernt liegt und in Japan als integraler Teil seines Terroritoriums gilt.
* Durch den Besuch des russischen Präsidenten sind de facto alle bisherigen Diskussionen über den seit Kriegsende schwelenden Territorialkonflikt beendet. Dies ist ein schwerer außenpolitischer Schlag für die Regierung von Naoto Kan, die schon wegen ihrer Reaktion auf in einem Terrotorialkonflikt mit China innenpolitisch in der Kritik steht.

Halbjahresbilanz 
Suzuki - Verdopplung der Gewinne
Suzuki beweist seinen Wert für den Partner VW. Der Kleinwagenhersteller verdoppelte in der ersten Hälfte des Bilanzjahres seine Gewinne. 
* Mit einer operativen Gewinnmarge von fünf Prozent gehört Suzuki nun zu den profitabelsten Autobauern Japans. Nicht schlecht für ein Unternehmen, das nur billige Kleinwagen herstellt. Motor des Erfolgs ist Suzukis starke Stellung in Indien, wo der Konzern mit einem Marktanteil von 50 Prozent Marktführer ist.
Gut unterwegs ist auch die Marke Subaru. Der Hersteller Fuji Heavy hat heute seine Gewinnprognose für das bis Ende März laufende Bilanzjahr 2010 auf 50 Mrd. Yen verdoppelt.

Hitachi: Sanierungsfall schafft die Wende
Der japanische Mischkonzern Hitachi hat nach verlustreichen Jahren die Wende geschafft. Das Unternehmen fuhr einen Halbjahresgewinn von 158 Mrd. Yen ein und hat damit seine Gewinnprognose fürs Gesamtjahr bereits zu 75 Prozent erfüllt. 2009 erlitt der Konzern noch den höchsten Verlust eines Industrieunternehmens in der japanischen Geschichte.


Südkorea
Zweitgrößte Bank unter Korruptionsverdacht
Die Staatsanwaltschaft hat heute Büros von drei früheren und amtierenden Top-Managern der Shinhan Bank durchsucht. Ihnen wird Korruption und Veruntreuung vorgeworfen. 
Damit dehnt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen in dem Skandal von Südkoreas zweitgrößter Bank aus. 

Donnerstag, 22. April 2010

Die Newsliste: Donnerstag, 22.4.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ein paar News des Tages.


Toyota: Moody's wertet Toyota ab
Das Rückrufdebakel kommt Toyota immer teurer zu stehen. Die Ratingagentur Moodys hat heute Toyotas Kreditwürdigkeit um einen Punkt auf Aa2 abgewertet. Als Grund gaben die Analysten an, dass Toyotas
Gewinne bis mindestens 2012 schwach bleiben würden und damit die zweithöchste Bonitätseinstufung nicht mehr vertretbar sei. Die Aussichten sind negativ, denn Moodys befürchtet, dass Toyota im Hauptmarkt USA sein Renommee als Qualitätsführer verloren hat und daher nicht mehr so hohe Preise wie in der Vergangenheit verlangen
kann.

* Da hilft jetzt nur Augen zu und durch. Der Fluss der negativen Nachrichten in den USA dürfte noch einige Zeit andauern. Da hilft auch nicht, dass Toyota durch seine Rekordrabatte wenigsten wieder für gute Absatzzahlen in Amiland sorgt. Zwar rangierte Toyota vorigen Monat hinter GM auf Rang zwei der Verkaufsstatistik. Aber Analysten hier in Tokio warnen, dass dies Wachstum ohne Gewinn sein könnte. Mit Spannung wird daher Toyotas Gewinnprognose erwartet, die das Unternehmen am 11. Mai im Rahmen seiner Jahresbilanz abgeben wird.


Japans Elektronikindustrie besser als erwartet
Japans Elektronikkonzerne scheinen durch die Bank ihre Prognosen zu schlagen. Toshiba hat heute seine Verlustprognose fuer das Ende März abgelaufene Bilanzjahr 2009 von 50 Mrd. Yen auf 20 Mrd. Yen Reinverlust
verbessert. Damit schlägt das Unternehmen die Markterwartungen deutlich. Verantwortlich seien Kostensenkungen im Einkauf. Gestern hatte Elpida bereits angekündigt, dass es 2009 wahrscheinlich wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt sei.

* Die Krise verläuft weniger schlimm als befürchtet. Aber die Lage ist weiterhin ernst, die Puffer gegen weitere Rückschläge aufgebraucht. Jetzt darf in der Welt nichts groß schief gehen, sonst wird's eng für den einen oder anderen Hersteller. 


Hatoyamas Ex-Sekretär in Parteispendenskandal zu Bewährungsstrafe verurteilt
Ministerpräsident Yukio Hatoyamas Fassade erhält einen weiteren Kratzer. Sein Ex-Sekretär Keiji Katsuba wurde heute in einem Parteispendenskandal zu einer zweijährigen, auf Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verurteilt. Der Ex hatte unter anderem Gelder Hatoyamas an seine eigene Organisation unter dem Namen von Toten verbucht. 
* Man sollte es nicht für möglich halten, aber die Methode ist auch in Japan illegal. Als Erfinder kann sich Katsuba allerdings nicht rühmen. Die CSU hat es offenbar auch lange so gehandhabt, wenn man Karlheinz Schreiber glauben kann. Aber die Verurteilung dürfte Hatoyama nicht mehr kratzen. Er steht wegen dem Streit über den Teilumzug des US-Luftwaffenstützpunkt Futenma auf Okinawa derzeit unter weit schwererem Beschuss.

Montag, 19. April 2010

Die Newsliste: Montag, 19.4.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige News vom Tage.



Mitsubishi Motors mit Gewinnwarnung 


Der japanische Autohersteller Mitsubishi Motors hat am Montag seine Gewinnprognose für das Ende März abgelaufene Bilanzjahr 2009 mehr als halbiert. Zwar rechnet das Unternehmen weiterhin damit, 2009 in die Gewinnzone zurückgekehrt zu sein. Aber der Betriebsgewinn soll nun die Vorsage mit 13 Mrd. Yen um 54 Prozent untertreffen, der Reingewinn mit 4,7 Mrd. Yen um sechs Prozent. 2008 fuhr das Unternehmen noch einen kleinen Betriebsgewinn von 3,9 Mrd. Yen, aber einen großen Reinverlust von 54,9 Mrd. Yen ein. 
Zwei Gründe nennt das Unternehmen für das Verfehlen seiner Ziele: Zum einen sackte der Umsatz stärker als erwartet auf 1440 Mrd. Yen ab, 27 Prozent weniger als vor einem Jahr und vier Prozent unter Plan. Zum anderen konnten die Kosten nicht so stark wie erwartet gesenkt werden.
* Damit wird die Luft für den kleinen Hersteller zusehends dünner. Dass die Verhandlungen mit PSA über eine Allianz gescheitert sind, verschärft die düsteren Aussichten noch. Wenn die Japaner nicht in die Puschen kommen, droht ihnen alsbald der Tod durch Auszehrung. Derzeit leben sie noch von durchaus pfiffigen Autos, die in der Allianz mit Daimler entwickelt wurden. Meine Favoriten sind der Colt, aber vor allem der "I", der für mich schon immer der smartere "Smart" war.


Japans Verbraucher optimistischer
Japans Verbraucher sind so gut gelaunt wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr. Wie Japans Kabinettamt am Montag erklärt hat, ist der Verbrauchervertrauensindex im März um 1,1 auf 40,9 Punkte gestiegen. Damit liegt er so hoch wie seit November 2007 nicht mehr. Die gefühlte Stimmung am Arbeitsmarkt hellte sich sogar um 1,7 auf 35,9 Punkte auf. Die Regierung verbesserte nach diesem Ergebnis die Bewertung für die Konsumlaune der Japaner von „gleich bleibend“ auf „belebend“. 
* Dies ist ein weiteres Indiz für die "Es-wird-wieder-in-die-Hände-gespukt"-Propheten. Die hoffen bereits seit Monaten, dass die von asiatischen Nachfrage angetriebene Erholung der Exportindustrie auf die Binnennachfrage überzugreifen beginnt. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte dies die Volkswirte sogar zu einer Erhöhung ihrer Wachstumsprognosen veranlassen, die für dieses Jahr bereits jetzt oft oberhalb von zwei Prozent liegen.

Freitag, 9. April 2010

Die Newsliste: Freitag, 9.4.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige News vom Tage:


Thun macht sich rar
Der Tsukiji-Fischmarkt schließt seine Attraktion, die Thunfisch-Auktion, für Touristen. Als Grund gab die Stadtregierung Tokios einen unbeherrschbaren Massenandrang an Schaulustigen an. 
* In dem Maße, in dem der Thunfisch in den Weltmeeren schwindet, ist offenbar in den vergangenen Wochen das Interesse an der Begutachtung (und Verspeisung) der raren Ware gestiegen. Statt 300 drängen sich nun 500 Besucher täglich vor der Auktionshalle und bilden lange Schlangen, die den dichten Lieferverkehr auf dem Fischmarkt behindern. Die Stadt wolle damit die Sicherheit der Besucher gewährleisten, weil durch die Enge die Möglichkeit von Unfällen ansteige, heißt es.

Geldpolitischer GipfelPremier und Notenbankchef beginnen regelmässige Treffen 
Japans Premierminister Yukio Hatoyama und Notenbankchef Masaaki Shirakawa haben sich heute zu einem Meinungsaustausch getroffen. Diese Treffen sollen künftig alle drei Monate stattfinden.
Der Schritt kommt zu einer Zeit, in der die Regierung nach Meinung von Beobachtern den Druck auf die Notenbank erhöht, die Geldpolitik zur Deflationsbekämpfung weiter zu lockern. 
* Das Treffen erscheint daher wie ein Einschüchterungsversuch. Aber wenn man sich das veröffentlichte Ergebnis des Gesprächs anschaut, ist die Notenbank unbeeindruckt. Hatoyama und Shirakawa sollen sich auf den von der Notenbank seit langem propagierten Korridor einer akzeptablen Preissteigerung von 0 bis 2 Prozent geeinigt haben. Damit erzeugt die Regierung eher den Eindruck, von der Notenbank eingelullt worden zu sein. 

Donnerstag, 1. April 2010

Die Newsliste: Donnerstag, 1.4.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige News vom Tage:


Sammelüberschrift
Alles ist gut (April, April)



Tankan Bericht bestätigt Erholungsfantasien
Der Pessimismus von Japans Unternehmen hat laut dem Tankan-Bericht der Notenbank weiter abgenommen. Dies wird als Bestätigung des Mainstream-Szenarios gewertet, dass Japan einen Rückfall in die Rezession vermeiden und langsam weiter wachsen kann. 
Außerdem stärkt das Konjunkturbarometer die Hoffnung, dass der bisher vorrangig von den Exporten getragene Aufschwung auf die Binnenwirtschaft überzugreifen beginnt.
* Nun, das schlimmste scheint vorbei. Die Menschen beginnen wieder zu tanzen. Im Februar öffneten sie ihre Geldbörsen schon wieder so stark, dass die Experten staunten: Sie gaben vier Prozent mehr als vor einem Jahr aus. Ich hoffe, dass der Trend hält. Aber angesichts der explodierenden Staatsdefizite hege ich Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit des Konzepts.


IPO: Weltgrößter Börsengang erfolgreich verlaufen
Mit 160000 Yen ging die Aktie des Lebensversicherers Dai-ichi 20000 Yen über dem Ausgabepreis aus dem Handel. Dai-Ichi hat dick Kasse gemacht. Die Anleger hoffen zu folgen. Die Assekuranz will jetzt vor allem im Ausland wachsen.
* Endlich hat auch nach den Pannen der letzten Jahre auch der Finanzplatz Japan seine Erfolgsgeschichte. Das in der Vergangenheit öfter schon mal zusammengebrochene Handelssystem der Tokioter Börse ging diesmal so weit ich weiß nicht in die Knie. 


Seven-Eleven will in die Top-Ränge der globalen Einzelhandelsliga vorstossen 
Der japanische Einzelhandelskonzern Seven-Eleven will seinen globalen Absatz in den kommenden fünf Jahren auf 10 000 Mrd. Yen (79 Mrd. Euro) verdoppeln. Ich hab, jetzt nur Daten von 2008 gefunden, Aber nach dem Ranking wäre das Unternehmen damit nach Walmart und Carrefour auf dem 3. Platz.
* Japan-Kenner ist Seven-Eleven vor allem als allgegenwärtiger Convenience-Store-Betreiber bekannt. Aber das Unternehmen reicht inzwischen weit darüber hinaus, selbst bis in den Bankenbereich. Gerade heute sah ich in der U-Bahn eine Werbung, in der Seven-Eleven sagte, dass 2009 550 Millionen mal auf die Geldautomaten des Konzerns zugegriffen wurde, "so viele Mal wie Europa Einwohner hat", so die Werbung.

Donnerstag, 25. März 2010

Die Newsliste: Donnerstag, 25.3.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom Tage.


Politik

Witzig: Japans Regierung beschließt Truppenumzugsplan
Wenn sich die heutige Idee der japanischen Regierung zum Umzug des US-Luftwaffenstützpunkts Okinawa durchsetzt, drohen Amerikas GIs schwere Zeiten. Die Regierung hat heute nach Medienberichten beschlossen, dass ein Teil des Helikoptergeschwaders ins Camp Schwab im Bezirk Nago auf Okinawa umzieht. Allerdings soll die notwendige Landebahn für Flugzeuge nicht wie im ursprünglichen Plan in Nago gebaut werden. Stattdessen soll die US-Armee eine bestehende Landebahn auf dem 100 Kilometer entfernt liegenden Eiland Tokunoshima nutzen. Der Vorschlag soll morgen mit dem Gouverneur von Okinawa und am Montag am Rande des G-8-Außenministertreffens mit den USA erörtert werden. 
* Alles andere als eine weitere Belastung der Allianzbeziehungen kann ich mir durch diesen Vorschlag nur schwer vorstellen. Ich wäre sehr überrascht, wenn die USA die Teilung ihres Stützpunktes akzeptieren. Schon militärisch macht das kaum Sinn, und erst recht nicht menschlich. Eine Stationierung auf Tokunoshima muss als Höchststrafe gelten, denn außer 80 Kilometer Küstenlinie hat die von 27 000 Menschen bewohnte Insel meines Wissen nichts zu bieten. Die Insel würde sich gut als Häftlingsinsel eignen. 

Hitzig: Japans Regierung streitet über Revision der Postprivatisierung
Der gestern vom Kabinett vereinbarte Gesetzentwurf zur Revision der Postprivatisierung löst einen Streit in der Regierung aus. Strategieminister Yoshito Sengoku forderte eine weitere Diskussion der Einlagenobergrenze, die Finanzwesenminister Shizuka Kamei auf 20 Millionen Yen verdoppeln will. Er befürchtet, dass dadurch den Banken ein Wettbewerbsnachteil gegen die riesige Postbank entsteht. Kamei lehnt jedoch jede Veränderung am Gesetzentwurf ab.
* Sengoku drückt damit das wachsende Unbehagen der eher neoliberalen Reformkräfte in der DPJ mit dem Kurs von Premier Yukio Hatoyama und Kamei aus. Sie befürchten, dass unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit ihrer Ansicht nach notwendige Deregulierungen nicht nur nicht angepackt, sondern sogar bestehende Liberalisierungsmaßnahmen zurückgedreht werden könnten.
 
Unternehmen
Geizig: Toyota überlegt Reorganisation der heimischen Fabriken
Um Kosten zu senken, überlegt Toyota, die Produktion von ähnlichen Produkten seiner verschiedenen Markten jeweils in einem Standort zu konzentrieren. Bisher liefen beispielsweise Daihatsus in Daihatsu-Fabriken vom Band. 

Dienstag, 23. März 2010

Die Newsliste: Dienstag, 23.3.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom Tage:

Toshiba - A wie Atomkraftwerk, C wie Chipfabrik
In Ergänzung zur Meldung, dass Bill Gates' Start-up TerraPower mit Toshiba bei der Entwicklung eines kommerziellen Laufwellenreaktors zusammenarbeiten wollen (siehe hier...), hat der japanische Elektronikkonzern heute angekündigt, 350 Mrd. Yen (fast drei Mrd. Euro) in den Bau eines neuen Nand-Speicherchipwerks zu investieren.
* Ich bewundere Japans überlebende Mischkonzerne immer wieder. Wie können sie in der heutigen Zeit ohne Kerngeschäft noch überleben? Aber halt, habe ich ja ganz vergessen, alles dreht sich bei Toshiba irgendwie um Strom, nicht wahr? Erzeugen und verbrauchen, das ist die Klammer. Hach, da bin ich jetzt aber beruhigt.


Mitsubishi Motors hebt Ausstoss von eAutos an
Nach einem Bericht der Zeitung Yomiuri plant Mitsubishi Motors für 2011 eine Verdreifachung seiner eAuto-Produktion auf 30000 Stück. Ein Großteil der Produktion dürfte an den französischen Hersteller PSA Peugeot Citroen gehen, mit denen Mitsubishi Motors jüngst einen Liefervertrag über 100000 eAutos abgeschlossen hat.
* Die Wette läuft. Wenn die eAutos sich als evolutionäre Sackgasse entpuppen, war es das wohl auch für Mitsubishi Motors. 

Montag, 15. März 2010

Die Newsliste: Montag, 15.3.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom Tage:



Arbeitsmarkt
Die verlorenen Jahrgänge - Schlechte Zeiten für Uni-Absolventen
2009 war schon ein miserables Jahr für künftige Uni-Absolventen, die alljährlich im Frühjahr für das folgende Jahr auf Jobjagd gehen. Obwohl sich die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen verbessert, wird auch dieser Jahrgang in die Röhre gucken: Nach einer Studie der Wirtschaftszeitung Nikkei wollen die Unternehmen ihre Neueinstellung für April 2011 (!) nur um drei Prozent erhöhen.
* Die Krise versaut damit vielen jungen Menschen das Leben. Bedanken dürfen sie sich bei einem nach wie vor rigiden Personalsystem, das auf einer hochritualisierten Praxis beruht. Anders als in Deutschland stellen Firmen ihre Frischlinge nämlich generell nicht während des gesamten Jahres ein, sondern nur im April. Die Auswahl findet dabei bereits im dritten Semester statt.
Krisen und zweite Chancen sind in diesem System nicht vorgesehen. Damit blicken die Studis, die keine feste Einstellung ergattert haben, einem schweren Leben entgegen.


Dazu: Keidanren fordert auf Asien-Symposium asiatischen Wachstumsplan
Auf dem Treffen von asiatischen Wirtschaftsführern in Tokio forderte der Keidanren ein asiatisches Wachstumsprogramm. Asien werde die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren ziehen, so der Keidanren. Eine Idee ist, durch Infrastrukturmaßnahmen die Binnennachfrage in den Schwellenländern anzuheben.
* Bisher ist mir noch nichts sonderliches originelles aus dem Keidanren-Symposium zu Ohren gekommen. Das heißt jedoch nicht, dass Infrastrukturprogramme nicht wirken. Sie dürften sogar recht gut wirken. Und der Keidanren hofft natürlich, dass besonders Japan investiert und die Empfänger dann dankbar japanische Maschinen kaufen.


POLITIK
Weitere Verfallserscheinungen bei der LDP
Kunio Hatoyama, der Bruder von Japans Ministerpräsident Yukio Hatoyama, hat erklärt, er sei seelisch bereit, aus der im Sommer 2009 von den Japanern in die Opposition verbannten liberaldemokratischen Partei auszutreten und eine neue Partei zu gründen. Damit hat nach Ex-Finanzminister Kaoru Yosano bereits das zweite Schwergewicht der LDP eine Spaltung der einstigen Dauerregierungspartei angesprochen.
* Die LDP scheint damit den Weg der kommunistischen Parteien in den Staaten des Warschauer Pakts zu gehen. Die LDP kann nach Meinungsumfragen kaum zulegen, obwohl die Popularität der regierenden Demokraten bröckelt. Die innenpolitische Lage bleibt damit im Fluss, Vorhersagen über den Ausgang der Oberhauswahlen sind damit so gut wie unmöglich.
Ein Brüder-Bund wäre pikant, denn allzu gut kommen der konservative Todesstrafen-Fan Kunio und der eher sozialdemokratisch angehauchte Yukio nicht miteinander aus.

Montag, 8. März 2010

Die Newsliste: Montag, 8.3.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom Tage:


Kaiserliches Update: 
Prinzessin Aiko traut sich wieder in die Schule
Prinzessin Aiko ist heute wieder in die Schule gegangen. Sie hatte vorige Woche ein paar Tage Auszeit genommen, weil sie sich so vor einem stürmischen Buben erschreckt hatte, der sie bei seinem Versuch, den Zeitraum seines Zuspätkommens durch eilenden Schritt zu verkürzen, fast über den Haufen gerannt hatte. (So wenigstens eine Darstellung der Schule).
Am Freitag gab's zu diesem Thema hier was kurzes.


Konjunktur
Stimmung verbessert sich, Zahlungsbilanzplus vergrößert sich
Ermutigende Zeichen von der Konjunktur, aber nichts wirklich neues. Die jüngsten Zahlen unterstützen die Hoffnung, dass Japan motorisiert durch die Auslandsnachfrage und einen stabilen Konsum einen Rückfall in die Rezession vermeiden kann.


IPO
Zweitgroesster IPO Japans
Die Lebensversicherung Daiichi legt Ausgabepreis fest.
Mit rund 8 bis 10 Mrd. Euro wäre dies Japans zweitgrößter IPO aller Zeiten.


Politik
Popularität der Regierung sinkt auf Rekordtief
Ihre kontinuierlich sinkende Popularität lässt bei Japans Regierung die Alarmglocken schrillen. Die Regierung brauche einen Durchbruch, sagte Premier Yukio Hatoyama heute. Die schwerste Aufgabe, die von vielen Beobachtern zu seiner Schicksalsfrage hochgejubelt wird, ist die Frage des Umzugs einer US-Luftwaffenbasis auf der Insel Okinawa. Die Stadt Nago hat heute gegen die ursprünglich geplante Ansiedlung der Basis auf ihrem Gebiet gestimmt. Die Koalitionspartner der Demokraten werden heute ihre Vorschläge vorlegen.
Doch auch sein Generalsekretär Ichiro Ozawa ist eine Bürde, seit die Staatsanwaltschaft ihn durch ein bei Rechtsexperten als fehlerhaft kritisiertem Verfahren in einen Parteispendenskandal verwickeln wollte.
Die Luft wird dünn für Hatoyama.


Gut: 
Japans Unternehmensverband Nippon Keidanren entpolitisiert sich (ein wenig) 
Er will doch seinen Mitgliedern tatsächlich keine Spendenempfehlung für politische Parteien mehr geben. 

Sonntag, 7. März 2010

Die Newsliste: Sonntag, 7.3.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom Tage.


Fujitsus Führungskrimi, Teil II
Fujitsu ändert Rücktrittsstory
Fujitsu hat gestern in einer außerordentlichen Vorstandssitzung beschlossen, die offizielle Begründung für den überraschenden Rücktritt von Nozoe als Firmenchef im September 2009 zu ändern. Hatte das Unternehmen damals noch eine Erkrankung Nozoes als Grund angeben, heißt es nun, dass der ehemalige einer internen Untersuchung zufolge über Kontakte zu einer Firma mit zweifelhaftem Ruf verfügt habe. Zudem kappte der Konzern den Beratervertrag mit Nozoe.
Das Unternehmen reagiert damit auf Nozoes Widerruf seines Rücktritts, der vorige Woche publik geworden war. Nozoe sieht sich zu unrecht beschuldigt, Kontakte zu "unsozialen Kräften" (ein Euphemismus für die japanische Mafia) zu pflegen und hat daraufhin das Unternehmen schriftlich zu einer Korrektur der Personalentscheidung aufgefordert. 
* Fujitsus Machtkampf dürfte in der japanischen Wirtschaftsgeschichte einmalig sein. Eine Fortsetzung könnte folgen, denn ich glaube kaum, dass dieser Beschluss Nozoe begeistern wird. Denn das Unternehmen hat ihn nicht reingewaschen, sondern nur die damalige, firmeninterne Begründung veröffentlicht.
Teil I steht in der Newsliste vom 5.3.2010.


Politik
LDP droht der Zerfall - Ex-Finanzminister Yosano droht mit Gründung neuer Partei
Die einstige Regierungspartei, die Liberaldemokratische Partei, droht nach der historischen Wahlniederlage im Sommer 2009 der Zerfall. Kein geringerer als der ehemalige Ex-Finanzminister Kaoru Yosano hat in einem Magazinartikel seiner Partei aufgefordert, den LDP-Chef Sadakazu Tanigaki abzulösen, sonst überlege er die Gründung einer neuen Partei.
Yosano wirft Tanigaki vor, die regierenden Demokraten nicht entschieden genug anzugreifen. In dieser Verfassung könne die Partei die Oberhauswahlen im Sommer nicht gewinnen, warnt der Grandseigneur der LDP in einem kommenden Artikel im Magazin Bungei Shunju.
* Eine Spaltung der LDP wäre politisch und journalistisch interessant. Aber bitte, wen will Yosano mitnehmen. Ich weiss nicht, wie hoch der Altersdurchschnitt ist, aber das letzte Wahl-Massaker haben vor allem die älteren Parteibonzen überlebt, die das Schlamassel zu verantworten haben. Er kann vielleicht auf eine Vereinigung mit der "Eure Partei" des ehemaligen LDP-Reformers Yoshimi Watanabe hoffen, die in den Unterhauswahlen einen Achtungserfolg erzielt hat. Aber ohne Überläufer aus den Reihen der Demokraten hätte er auch dann nur geringe Chancen, einen Machtwechsel zu erzielen.

Freitag, 5. März 2010

Die Newsliste: Freitag, 5.3.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, hier die News des Tages:


Was zum Schmunzeln aus Südkorea vorweg:
Regierung will Stealth-Uniform entwickeln
Die soll Soldaten für Radargeräte unsichtbar machen. 
* Hm, und ich dachte bisher immer, dass man Radarortung für fliegende und schwimmende Objekt verwendet. 
Aber das ist ja zum Glück nicht das einzige: Die Uniform soll auch irgendwie digital aufgerüstet werden. Der Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap ist allerdings in jeglicher Hinsicht etwas vage.


Und nun zu JAPAN
Geldpolitik
Spekulationen über Lockerung der Geldpolitik lässt Aktienkurse emporschnellen
Ein Artikel der Wirtschaftszeitung Nikkei hat heute die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der Bank von Japan geweckt. Die Nikkei hatte heute morgen berichtet, dass die BoJ vielleicht bereits diesen, wahrscheinlicher jedoch erst nächsten Monat mehr Geld in die Wirtschaft lenken will. 
Die Anleger begrüßten die Aussicht mit einem kleinen Kursfeuerwerk. Denn sie spekulieren, dass die BoJ dem Druck der Regierung nachgibt, die es gerne sehen würde, wenn die BoJ durch neue geldpolitische Maßnahmen die Wirtschaft ankurbeln und die Deflation härter bekämpfen würde.
* Unter Experten sind allerdings Substanz und Aussagekraft des Artikels umstritten. Erstens ist unklar, wer die Quelle ist, zweitens, um welche Maßnahmen es sich handeln könnte. Und drittens merken Skeptiker an, dass bei der BoJ Worte und Taten immer wieder und auch in den vergangenen Monaten auseinanderklaffen. 


Unternehmen
Führungschaos bei Fujitsu
Erst im vorigen Jahr war Nozoe unerwartet vom Amt des Fujitsu-Chefs zurückgetreten, nun fordert er in einem Brief seine Wiedereinstellung ein. Als Grund gilt laut Medienberichten, dass er gegen seinen Willen und unter falschen Vorwürfen aus dem Amt geputscht wurde.
Voriges Jahr hieß es, Nozoe sei aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Tatsächlich soll ihn laut der Wirtschaftszeitung Nikkei der ehemalige Firmenchef Naoyuki Akikusa, der derzeit als Berater Fujitsus immer noch Einfluss auf Entscheidungen ausübt, unter dem Vorwurf aus dem Amt gedrängt haben, über Verbindungen zu schattigen Elementen der Gesellschaft zu verfügen. 
Nozoe fordert den Konzern nun auf, ihn in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung wieder ins Amt zu heben. 
* Ein netter Krimi und genau das richtige, was der Doktor einem Unternehmen, das sich gerade saniert, empfiehlt.


Banken
Regierung überlegt Anhebung der Einlagegrenze für Japans Postbank
Nach Agenturberichten will die Regierung die Obergrenze für Einlagen der Japaner bei der Postbank auf 30 Mio. Yen verdreifachen.
* Japans Banken werden das wohl gar nicht gerne hören. Auf der anderen Seite: Die Banken schwimmen in Spargeldern, weil Unternehmen nicht mehr leihen wollen. Die Kreditzinsen sind auf Tiefstwerte (knapp über ein Prozent) gefallen, weil es einfach zu viel Geld für zu wenig kreditwürdige Kunden gibt.