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Mittwoch, 21. April 2010

Versuchskaninchen für die Aschewolken

Ich habe voraussichtlich am just angebrochenen Mittwoch eine ganz besondere Ehre. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich einer der ersten Passagiere sein, der nach dem Vulkanausbruch von Japan nach Westeuropa fliegt. Bisher kamen nur ein paar Flüge von Rom und Moskau durch. Die Drehkreuze Frankfurt, London, Paris und Amsterdam wurden nicht angeflogen.
Ehrlich gesagt, ein bisschen fühle ich mich dabei wie ein Versuchskaninchen. Natürlich habe ich hier die Auseinandersetzung mitverfolgt. Ist das Fliegen nun sicher, vor allem, in welcher Höhe ... . Auf Sicht fliegen - unter 8000 Metern - das ist ja anscheinend kein Problem. Nur fliegen die Langstreckenmaschinen gemeinhin Höher. Und meine Flugbahn nach Amsterdam führt mich generell über Finnland, die Ostsee und Norddeutschland. Ich bin mal gespannt, ob der Kapitän Route, Flughöhe und Zeitplan einhalten kann und ich meinen Anschluss nach Spanien erwische.
Und für den möglichen GAU hoffe ich, dass wir einen eben so coolen Piloten wie Eric Moody haben. Seinem Jumbo versagten 1982 bei einem Flug durch in eine Aschewolke für einige Zeit alle vier Triebwerk. Seine folgendermaßen überlieferte Ansage genießt Kultstatus.
Ladies and gentlemen, this is your captain speaking. We have a small problem. All four engines have stopped. We are doing our damnedest to get them under control. I trust you are not in too much distress.
* * *  Important UPDATE  * * *
Der Flug hob ab, ich blieb am Boden. 
Die Veranstaltung wurde in letzte Minute abgesagt, offenbar aus Sorge, dass die Gäste vulkanbedingt Schwierigkeiten bei a) der Anreise, b) der Abreise haben könnten. In gewisser Weise verständlich, denn besonders bei Langstreckenflügen ist die Wahl alternativer Reisemittel naturgemäß beschränkt. Und irgendwo festzusitzen ist nicht jedermanns Sache. Schade ist es trotzdem, eine Geschichte weniger, die der Reisende erzählen kann.

Montag, 19. April 2010

Vulkan-Eruption: Alles Asche, wenn der Fuji ausbricht

Es ist eine globalisierte Welt: Die Naturgewalten in Island treffen auch Japan hart. Langsam werden die aus Europa importierten weißen Rosen knapp, die so unentbehrlich für Hochzeiten sind. 


Aber mal ein bisschen mehr im Ernst: Nach dem isländischen Beispiel sollte der Welt angst und bange vor einem Vulkanausbruch in Japan werden. Ich hoffe bete jedenfalls seit Jahren, dass ich keinen Ausbruch des Fuji erleben werde. 


Japans Nationalberg sieht zwar malerisch am Horizont aus, aber sollte er mal Feuer spucken, dürfte sein Ascheregen noch weit größeren wirtschaftlichen Fall-out nach sich ziehen als die Flugverbote in Europa. Tagelanger Stein- und Ascheregen auf den Großraum Tokio mit seinen 36 Millionen Einwohnern droht jedenfalls ähnlich große Schäden zu verursachen wie ein Megabeben. 


Der nationale und internationale Flugverkehr bräche für Tage, wenn nicht Wochen zusammen, doch ebenso der Bahn- und Autoverkehr auf den Lebensadern des Landes, und damit die Versorgung der Metropole. Die Asche dürfte auch die Basisstationen des Mobiltelefonnetzes außer Gefecht setzen. Und wer weiss, was mit der Strom- und Wasserversorgung passieren würde. Wenigstens blieben die meisten Häuser stehen.