Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom Tage:
Arbeitsmarkt
Die verlorenen Jahrgänge - Schlechte Zeiten für Uni-Absolventen
2009 war schon ein miserables Jahr für künftige Uni-Absolventen, die alljährlich im Frühjahr für das folgende Jahr auf Jobjagd gehen. Obwohl sich die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen verbessert, wird auch dieser Jahrgang in die Röhre gucken: Nach einer Studie der Wirtschaftszeitung Nikkei wollen die Unternehmen ihre Neueinstellung für April 2011 (!) nur um drei Prozent erhöhen.
* Die Krise versaut damit vielen jungen Menschen das Leben. Bedanken dürfen sie sich bei einem nach wie vor rigiden Personalsystem, das auf einer hochritualisierten Praxis beruht. Anders als in Deutschland stellen Firmen ihre Frischlinge nämlich generell nicht während des gesamten Jahres ein, sondern nur im April. Die Auswahl findet dabei bereits im dritten Semester statt.
Krisen und zweite Chancen sind in diesem System nicht vorgesehen. Damit blicken die Studis, die keine feste Einstellung ergattert haben, einem schweren Leben entgegen.
Dazu: Keidanren fordert auf Asien-Symposium asiatischen Wachstumsplan
Auf dem Treffen von asiatischen Wirtschaftsführern in Tokio forderte der Keidanren ein asiatisches Wachstumsprogramm. Asien werde die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren ziehen, so der Keidanren. Eine Idee ist, durch Infrastrukturmaßnahmen die Binnennachfrage in den Schwellenländern anzuheben.
* Bisher ist mir noch nichts sonderliches originelles aus dem Keidanren-Symposium zu Ohren gekommen. Das heißt jedoch nicht, dass Infrastrukturprogramme nicht wirken. Sie dürften sogar recht gut wirken. Und der Keidanren hofft natürlich, dass besonders Japan investiert und die Empfänger dann dankbar japanische Maschinen kaufen.
POLITIK
Weitere Verfallserscheinungen bei der LDP
Kunio Hatoyama, der Bruder von Japans Ministerpräsident Yukio Hatoyama, hat erklärt, er sei seelisch bereit, aus der im Sommer 2009 von den Japanern in die Opposition verbannten liberaldemokratischen Partei auszutreten und eine neue Partei zu gründen. Damit hat nach Ex-Finanzminister Kaoru Yosano bereits das zweite Schwergewicht der LDP eine Spaltung der einstigen Dauerregierungspartei angesprochen.
* Die LDP scheint damit den Weg der kommunistischen Parteien in den Staaten des Warschauer Pakts zu gehen. Die LDP kann nach Meinungsumfragen kaum zulegen, obwohl die Popularität der regierenden Demokraten bröckelt. Die innenpolitische Lage bleibt damit im Fluss, Vorhersagen über den Ausgang der Oberhauswahlen sind damit so gut wie unmöglich.
Ein Brüder-Bund wäre pikant, denn allzu gut kommen der konservative Todesstrafen-Fan Kunio und der eher sozialdemokratisch angehauchte Yukio nicht miteinander aus.
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Montag, 15. März 2010
Die Newsliste: Montag, 15.3.2010
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Freitag, 2. Oktober 2009
Die Newsliste: Freitag, 2.10.2009
Sporadisch, subjektiv * und ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die News vom Tage:
JAPAN
Konjunktur
Arbeitslosenrate fällt überraschend - Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
Japans Arbeitslosenrate ist im August unerwartet um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent gefallen. Außerdem geben die Familien wieder mehr Geld aus.
Optimisten hoffen, dass dies Frühlingsboten für den eingefrorenen Arbeitsmarkt sind. Firmen steigern ihre Produktion. Toyota hat sogar die erneute Einstellung von Vertragsarbeitern angekündigt.
* Doch noch ist zu früh, die endgültige Trendwende am Arbeitsmarkt auszurufen. Noch immer liegt das Jobangebot auf einem Rekordtief von 42 offenen Stellen für 100 Bewerber.
Unternehmen
Toyota-Chef Toyoda sieht Konzern auf der vierten von fünf Stufen des Niedergangs - und verspricht Ende der Medienbeeinflussung
Toyota sei auf der vierten von den von Consultant James Collins formulierten fünf Stufen des Niedergangs angelangt, sagte Toyota-Chef Akio Toyoda heute: Zur Rettung nach jedem Strohhalm greifen. Als fünfte Stufe folgt die Selbstaufgabe in den Tod oder das Versinken in der Bedeutungslosigkeit. "Aber von Stufe vier kann man sich noch befreien", sagte Toyoda in seiner zweiten Pressekonferenz in Japan seit seiner Amtsübernahme im Juni vor dem japanischen Presseklub. Es ginge nicht nur um hektisches Sparen, der Schlüssel zur Wiederbelebung seien die Humanressourcen.
Toyoda hat es daher zu seiner Hauptaufgabe gemacht, den ursprünglichen Firmengeist wiederzubeleben. Der Kunde kommt zuerst, und das Unternehmen muss Autos bauen, um den Kunden zufriedenstellen und so der Gesellschaft zu dienen.
Wenig neues zum Geschäft
Toyoda hat in der Pressekonferenz um jede Aussage zur Geschäftslage (außer solcher Allgemeinplätze wie ein starker Yen macht die Rückkehr in die Gewinnzone schwieriger) und zur Auswirkung des Rückrufs von 3,8 Millionen Pkw in den USA herumgedrückt.
Keine Erpressung der Medien mehr:
Nur eine klare Aussage war von ihm zu erhalten. Er versprach, dass er alles dafür tun wird, dass sein Unternehmen Medien bei kritischen Berichten nicht mehr mit dem Entzug von Anzeigen droht. "Dies war eine bedauerliche Sache in der Vergangenheit", sagte Toyoda. "Ich werde mich ehrlich bemühen, ein Wiederauftreten zu vermeiden."
* Hier die fünf Stufen des Niedergangs von James Collins (
1. Überlichkeit durch Erfolg
Siehe Toyotas Werbespruch: Nichts ist unmöglich!
2. Undisziplinierte Jagd nach Wachstum
Toyota hat in den Jahren nach 1995 fast jedes Jahr seine Produktion um 500000 Autos gesteigert. Nun stehen einer Jahreskapazität von 10 Millionen Kraftfahrzeugen eine reale Produktion von um sieben Millionen gegenüber. Und Toyota muss zum zweiten Jahr in Folge tiefrote Zahlen schreiben.
3. Verleugnung von Risiken und Gefahren
Die Probleme steigen an, werden aber als zyklisch oder außerordentlich abgebügelt: Steigerung der Rückrufe, bis dahin nicht gekanntes Verfehlen von Absatzvorhersagen.
4. Greifen nach der Erlösung
Der Niedergang ist offen für alle. Die Frage ist, so Collins, wie das Management nun darauf reagiert: Der Griff nach der schnellen Erlösung (neues Geschäftsmodell, radikale Reformen, die nach einem Strohfeuer häufig scheitern, gehe zu 5) oder die Rückkehr zur Disziplin, die das Unternehmen groß gemacht hat.
5. Die Kapitulation vor dem Tod oder dem Versinken in der Bedeutungslosigkeit.
* Toyodas Pressekonferenzen geraten immer wieder zu einer Lehrstunde in einem MBA-Seminar. Er scheint sehr belesen zu sein.
Nissan bietet Privatinvestoren Wette aufs eAuto an
Nissan hat heute angekündigt, Anleihe von 100 Mrd. Yen an Privatinvestoren verkaufen zu wollen. Laufzeit bis 2013.
* Geschickt getimt. Bis dahin dürfte Nissan einer der wenigen Hersteller sein, der eAutos in Massenproduktion herstellen kann.
SÜDKOREA
Präsident Lee fordert Koreaner zum Wiederaufbau der Nation auf
In seiner Rede an die Nation hat Präsident Lee Myungbak versprochen, das Land in eine Nation aufzubauen, in der keiner zurückgelassen wird.
Anlass ist das Erntefest. Es sei beschämend zu sehen, dass viele junge Arbeitslose während des Fests nicht zurück in ihre Heimatdörfer reisen würden, weil sie sich vor ihren Eltern schämen würden, sagte Lee.
Immerhin geht es mit der Erholung schneller voran als gedacht.
JAPAN
Konjunktur
Arbeitslosenrate fällt überraschend - Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
Japans Arbeitslosenrate ist im August unerwartet um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent gefallen. Außerdem geben die Familien wieder mehr Geld aus.
Optimisten hoffen, dass dies Frühlingsboten für den eingefrorenen Arbeitsmarkt sind. Firmen steigern ihre Produktion. Toyota hat sogar die erneute Einstellung von Vertragsarbeitern angekündigt.
* Doch noch ist zu früh, die endgültige Trendwende am Arbeitsmarkt auszurufen. Noch immer liegt das Jobangebot auf einem Rekordtief von 42 offenen Stellen für 100 Bewerber.
Unternehmen
Toyota-Chef Toyoda sieht Konzern auf der vierten von fünf Stufen des Niedergangs - und verspricht Ende der Medienbeeinflussung
Toyota sei auf der vierten von den von Consultant James Collins formulierten fünf Stufen des Niedergangs angelangt, sagte Toyota-Chef Akio Toyoda heute: Zur Rettung nach jedem Strohhalm greifen. Als fünfte Stufe folgt die Selbstaufgabe in den Tod oder das Versinken in der Bedeutungslosigkeit. "Aber von Stufe vier kann man sich noch befreien", sagte Toyoda in seiner zweiten Pressekonferenz in Japan seit seiner Amtsübernahme im Juni vor dem japanischen Presseklub. Es ginge nicht nur um hektisches Sparen, der Schlüssel zur Wiederbelebung seien die Humanressourcen.
Toyoda hat es daher zu seiner Hauptaufgabe gemacht, den ursprünglichen Firmengeist wiederzubeleben. Der Kunde kommt zuerst, und das Unternehmen muss Autos bauen, um den Kunden zufriedenstellen und so der Gesellschaft zu dienen.
Wenig neues zum Geschäft
Toyoda hat in der Pressekonferenz um jede Aussage zur Geschäftslage (außer solcher Allgemeinplätze wie ein starker Yen macht die Rückkehr in die Gewinnzone schwieriger) und zur Auswirkung des Rückrufs von 3,8 Millionen Pkw in den USA herumgedrückt.
Keine Erpressung der Medien mehr:
Nur eine klare Aussage war von ihm zu erhalten. Er versprach, dass er alles dafür tun wird, dass sein Unternehmen Medien bei kritischen Berichten nicht mehr mit dem Entzug von Anzeigen droht. "Dies war eine bedauerliche Sache in der Vergangenheit", sagte Toyoda. "Ich werde mich ehrlich bemühen, ein Wiederauftreten zu vermeiden."
* Hier die fünf Stufen des Niedergangs von James Collins (
1. Überlichkeit durch Erfolg
Siehe Toyotas Werbespruch: Nichts ist unmöglich!
2. Undisziplinierte Jagd nach Wachstum
Toyota hat in den Jahren nach 1995 fast jedes Jahr seine Produktion um 500000 Autos gesteigert. Nun stehen einer Jahreskapazität von 10 Millionen Kraftfahrzeugen eine reale Produktion von um sieben Millionen gegenüber. Und Toyota muss zum zweiten Jahr in Folge tiefrote Zahlen schreiben.
3. Verleugnung von Risiken und Gefahren
Die Probleme steigen an, werden aber als zyklisch oder außerordentlich abgebügelt: Steigerung der Rückrufe, bis dahin nicht gekanntes Verfehlen von Absatzvorhersagen.
4. Greifen nach der Erlösung
Der Niedergang ist offen für alle. Die Frage ist, so Collins, wie das Management nun darauf reagiert: Der Griff nach der schnellen Erlösung (neues Geschäftsmodell, radikale Reformen, die nach einem Strohfeuer häufig scheitern, gehe zu 5) oder die Rückkehr zur Disziplin, die das Unternehmen groß gemacht hat.
5. Die Kapitulation vor dem Tod oder dem Versinken in der Bedeutungslosigkeit.
* Toyodas Pressekonferenzen geraten immer wieder zu einer Lehrstunde in einem MBA-Seminar. Er scheint sehr belesen zu sein.
Durchbruch: Erster Auslandsauftrag für Mitsubishis Jet
Mitsubishi hat den ersten Auslandsauftrag für seinen regionales Verkehrsflugzeug erhalten. Das US-Unternehmen Trans States Holdings hat 100 Flugzeuge in Auftrag gegeben.
Mit dem Auftrag trägt sich Mitsubishi in die Liste der eigenständigen, globalen Flugzeugbauer ein. Der Mitsubishi-Jet ist der erste in Japan entwickelte und gebaute Flieger der letzten Jahrzehnte. Die japanischen Flugzeugbauer haben sich zuvor jahrzehntelang mit der Rolle als Zulieferer für Boeing zufrieden gegeben.
Nissan bietet Privatinvestoren Wette aufs eAuto an
* Geschickt getimt. Bis dahin dürfte Nissan einer der wenigen Hersteller sein, der eAutos in Massenproduktion herstellen kann.
SÜDKOREA
Präsident Lee fordert Koreaner zum Wiederaufbau der Nation auf
In seiner Rede an die Nation hat Präsident Lee Myungbak versprochen, das Land in eine Nation aufzubauen, in der keiner zurückgelassen wird.
Anlass ist das Erntefest. Es sei beschämend zu sehen, dass viele junge Arbeitslose während des Fests nicht zurück in ihre Heimatdörfer reisen würden, weil sie sich vor ihren Eltern schämen würden, sagte Lee.
Immerhin geht es mit der Erholung schneller voran als gedacht.
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