Eine gute Nachrichten für alle Wal-Liebhaber: Der Vorsitzende der internationalen Walfangkommission Cristian Maquieira hat gestern Nacht einen Kompromiss im Walfangstreit zwischen den Walfangnationen Japan, Island und Norwegen und den Walschutzländern vorgeschlagen. Danach sollen Japans Küstenwalfischer für die kommenden zehn Jahre eine jährliche Fangquote von 120 Zwergwalen erhalten. Im Gegenzug verpflichtet sich das Land, den Fang seiner antarktischen Flotte in den kommenden fünf Jahren auf 400 und in der zweiten Hälfte der Dekade auf 200 Tiere zu reduzieren.
* Der Preis für mehr Walschutz sei der etwas mehr Walfang, so die weise Erkenntnis. Denn damit würde sich der japanische Walfang defacto mehr als halbieren und gleichzeitig die IWK gerettet werden. Schließlich ist nicht schädlicher für den Walschutz als eine Spaltung oder Auflösung der IWK. Damit hatte Japan immer stärker gedroht. Ob der Kompromissvorschlag allerdings mehrheitsfähig ist, wird sich auf der IWK-Jahrestagung zeigen.
Nicht, dass ich ein besonderer Freund des Walfangs wäre. Aber ich gehöre nicht zur Gattung der Vegatarier oder Veganer an, und erlaube mir daher die Meinung, dass die Haltung vieler westlicher Nationen doch schon sehr stark in Richtung Esskulturimperialismus geht.
Der Vorschlag hätte auch den Vorteil, dass er der Diskussion die politische Spitze nehmen und damit in Japan vielleicht endlich eine offene Diskussion von Wal- und Delfinfang ermöglichen würde. Anti-Walfang-Aktivisten werden hier derzeit gerne von der Beamten und vielen Medien in die Nähe von Terroristen gerückt.
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Freitag, 23. April 2010
Samstag, 13. März 2010
Sushi-Hunger blockiert Thunfischschutz
Am Sonnabend startet im Scheichtum Katar die Tagung des Washingtoner Artenschutzuebereinkommens, auf der ein über ein Handelsverbot für Thunfisch abgestimmt werden soll. Japan hat sich für die Sitzung wie schon beim Walfang die Rolle des bösen Buben ausgesucht und will ein Handelsverbot verhindern, oder wenn das nicht klappt, unterlaufen.
Japan will ein mögliches Handelsverbot von Thunfisch aus dem Atlantik oder dem Mittelmeer unterlaufen. Wenn es auf der Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, die am heutigen Sonnabend im Scheichtum Katar beginnt, „hart auf hart kommt, werden wir Vorbehalt einlegen“, kündete jüngst Japans Vize-Landwirtschaftsminister Masahiko Yamada an.
Mit dieser harten Ankündigung reagiert Japan auf den Vorstoß Monacos, die Bestände von Blauflossenthun im Atlantik und Mittelmeer als „unmittelbar bedroht“ einzustufen und damit den internationalen Handel zu verbieten. Japans Schritt würden den Bann jedoch aushebeln. Denn das Land könnte damit weiter den Fang von Nationen kaufen, die ihrerseits Vorbehalt einlegen. Und wahrscheinlich werden viele Nationen dieser Versuchung nicht widerstehen können, weil Japan schlicht der größte Importeur des edelen Fisches ist.
Drei Viertel des Thunfangs verschwindet roh als Sashimi oder Auflage für Sushi in japanischen Mägen. Denn das Fleisch des majestätischen Fisches gilt hierzulande als der höchste Hochgenuss. So erzielte ein Thunfisch in der traditionellen Jahresauftaktauktion auf dem Tokioter Fischmarkte einen Preis von 16,2 Millionen Yen (130000 Euro).
Noch ist nicht einmal gesichert, dass sich die Artenschützer durchsetzen. Der Vorschlag benötigt eine Zweidrittelmehrheit, um in Kraft zu treten. „Und um die wird es in Doha zu einer Art Schlacht zwischen den Befürwortern und Gegnern des Banns um die anderen Nationen kommen“, sagt ein Vertreter des japanischen Fischereiministeriums.
Die Europäische Union und die USA haben sich bereits auf die Seite der Artenschutzorganisationen geschlagen, die seit Jahren vor einem Kollaps der Thunfischbestände warnen. Greenpeace fordert bereits, weite Teile der Weltmeere in Schutzzonen umzuwandeln, in denen jeder Fang verboten wird. So soll sich der Bestand erholen können. Japan hingegen kämpft selbst auf die Gefahr gegen ein Handelsverbot, dass die Nation wie schon bei der Fortsetzung ihres Walfangs von den Umweltschutzgruppen an den Pranger gestellt wird.
Japans Motiv ist nicht die Angst, keinen Thunfisch für Sushi und Sashimi mehr zu haben. Einen Großteil des edlen Fisches bezieht das Land eh aus dem Pazifik. Das Land sieht sich schlicht zu unrecht angeprangert, da es sich als Vorreiter eines geregelten Fangs und die EU als Bremser ansieht.
Das Ministerium klagt die EU an, japanische Vorstöße zum Artenschutz in der Internationalen Kommission für den Schutz des Thunfischs im Atlantik (ICCAT) blockiert zu haben. Die ICCAT regelt den Thunfischfang im Atlantik und im Mittelmeer. Der Thunfisch in anderen Regionen wird von ähnlichen internationalen Gremien gemanagt. „Die ICCAT war sehr faul“, sagt der japanische Beamte.
So habe Japan voriges Jahr auf der ICCAT eine Aussetzung des Fangs vorgeschlagen, aber die EU habe sich dagegen ausgesprochen. Stattdessen wurden die Fangquoten nur um 40 Prozent gesenkt. „Nun fordert die EU auf einmal einen Handelsbann“, so der Beamte, „wir sind sehr überrascht.“
Dass die Bestände gefährdet sind und etwas getan werden muss, steht dabei außer Frage. Denn nicht nur der geregelte, sondern auch der illegale Fischfang setzt der Delikatesse zu. Nur weist Japan daraufhin, dass zum einen die Einstufung des atlantischen Bestandes als extrem gefährdet wissenschaftlich noch umstritten ist. Denn die Forscher fußen ihre Analysen auf unterschiedlichen Schätzungen des ursprünglichen Bestands. Zum anderen hält die Regierung die ICCAT und nicht die Artenschutzkonferenz für zuständig.
Zum anderen bezeichnet Japan ein Handelsverbot für ungerecht, da es einige Staaten stärker trifft als andere. Schließlich dürfen die Staaten trotz eines Handelsbanns innerhalb ihrer 200-Meilen-Zone Thun fischen und innerhalb des Landes verkaufen und verzehren. Dies sichert Küstenfischern in den USA und der EU weiter das Überleben, da diese Märkte über eigene Nachfrage verfügen. Fischer in reinen Exportländern wie der Türkei oder Tunesien müssen hingegen die Netze einholen.
Japans Fischereibehörde unterstrich seine Position am Donnerstag mit einer Pioniertat. Erstmals stoppte es die Auslieferung von 2200 Tonnen Thunfisch wegen Ungereimheiten in den Lieferdokumenten, berichten Japans Medien. Für Artenschützer ist dies ein Beleg für die weite Verbreitung illegaler Raubfischer. Die Regierung will damit hingegen nach Meinung von Experten demonstrieren, dass die Schutzmechanismen der ICCAT Thunfischfang funktionieren.
Gleichzeitig wischt Japan der EU eins aus. Denn pikanterweise handelt es sich teilweise um Fisch , den französische und italienische Fischer als Jungfisch gefangen, in Malta in Thunfischfarmen gemästet und dann tiefgefroren nach Japan exportiert haben.
Die Thunfischmast ist beliebt, aber bis vor kurzem kein Mittel gegen die Ausrottung, weil die Züchtung von Nachwuchs in der Gefangenschaft nicht möglich war. Daher mussten die riesigen Netze der Farmen durch Fang aufgefüllt werden. Doch hier liefert Japan inzwischen eine Lösung. Den Wissenschaftlern der Kinki Universität ist es gelungen, den vollen Kreislauf vom Laichen bis finalen Fang in der Gefangenschaft zu durchlaufen.
Inzwischen wird die Technik auch im Ausland verkauft.
Aufsehen erregte voriges Jahr die Zusammenarbeit mit der australischen Firma Clean Seas, in der erstmals südlicher Blauflossenthun gezüchtet wurde. Das Magazine Time bezeichnete diesen Durchbruch als zweitbeste Erfindung des Jahres 2009. Für Gourmets bleiben die Mastfische allerdings nur zweite Wahl. „Wilder Thunfisch schmeckt einfach besser“, sagt der japanische Fischereiexperte.
Japan will ein mögliches Handelsverbot von Thunfisch aus dem Atlantik oder dem Mittelmeer unterlaufen. Wenn es auf der Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, die am heutigen Sonnabend im Scheichtum Katar beginnt, „hart auf hart kommt, werden wir Vorbehalt einlegen“, kündete jüngst Japans Vize-Landwirtschaftsminister Masahiko Yamada an.
Mit dieser harten Ankündigung reagiert Japan auf den Vorstoß Monacos, die Bestände von Blauflossenthun im Atlantik und Mittelmeer als „unmittelbar bedroht“ einzustufen und damit den internationalen Handel zu verbieten. Japans Schritt würden den Bann jedoch aushebeln. Denn das Land könnte damit weiter den Fang von Nationen kaufen, die ihrerseits Vorbehalt einlegen. Und wahrscheinlich werden viele Nationen dieser Versuchung nicht widerstehen können, weil Japan schlicht der größte Importeur des edelen Fisches ist.
Drei Viertel des Thunfangs verschwindet roh als Sashimi oder Auflage für Sushi in japanischen Mägen. Denn das Fleisch des majestätischen Fisches gilt hierzulande als der höchste Hochgenuss. So erzielte ein Thunfisch in der traditionellen Jahresauftaktauktion auf dem Tokioter Fischmarkte einen Preis von 16,2 Millionen Yen (130000 Euro).
Noch ist nicht einmal gesichert, dass sich die Artenschützer durchsetzen. Der Vorschlag benötigt eine Zweidrittelmehrheit, um in Kraft zu treten. „Und um die wird es in Doha zu einer Art Schlacht zwischen den Befürwortern und Gegnern des Banns um die anderen Nationen kommen“, sagt ein Vertreter des japanischen Fischereiministeriums.
Die Europäische Union und die USA haben sich bereits auf die Seite der Artenschutzorganisationen geschlagen, die seit Jahren vor einem Kollaps der Thunfischbestände warnen. Greenpeace fordert bereits, weite Teile der Weltmeere in Schutzzonen umzuwandeln, in denen jeder Fang verboten wird. So soll sich der Bestand erholen können. Japan hingegen kämpft selbst auf die Gefahr gegen ein Handelsverbot, dass die Nation wie schon bei der Fortsetzung ihres Walfangs von den Umweltschutzgruppen an den Pranger gestellt wird.
Japans Motiv ist nicht die Angst, keinen Thunfisch für Sushi und Sashimi mehr zu haben. Einen Großteil des edlen Fisches bezieht das Land eh aus dem Pazifik. Das Land sieht sich schlicht zu unrecht angeprangert, da es sich als Vorreiter eines geregelten Fangs und die EU als Bremser ansieht.
Das Ministerium klagt die EU an, japanische Vorstöße zum Artenschutz in der Internationalen Kommission für den Schutz des Thunfischs im Atlantik (ICCAT) blockiert zu haben. Die ICCAT regelt den Thunfischfang im Atlantik und im Mittelmeer. Der Thunfisch in anderen Regionen wird von ähnlichen internationalen Gremien gemanagt. „Die ICCAT war sehr faul“, sagt der japanische Beamte.
So habe Japan voriges Jahr auf der ICCAT eine Aussetzung des Fangs vorgeschlagen, aber die EU habe sich dagegen ausgesprochen. Stattdessen wurden die Fangquoten nur um 40 Prozent gesenkt. „Nun fordert die EU auf einmal einen Handelsbann“, so der Beamte, „wir sind sehr überrascht.“
Dass die Bestände gefährdet sind und etwas getan werden muss, steht dabei außer Frage. Denn nicht nur der geregelte, sondern auch der illegale Fischfang setzt der Delikatesse zu. Nur weist Japan daraufhin, dass zum einen die Einstufung des atlantischen Bestandes als extrem gefährdet wissenschaftlich noch umstritten ist. Denn die Forscher fußen ihre Analysen auf unterschiedlichen Schätzungen des ursprünglichen Bestands. Zum anderen hält die Regierung die ICCAT und nicht die Artenschutzkonferenz für zuständig.
Zum anderen bezeichnet Japan ein Handelsverbot für ungerecht, da es einige Staaten stärker trifft als andere. Schließlich dürfen die Staaten trotz eines Handelsbanns innerhalb ihrer 200-Meilen-Zone Thun fischen und innerhalb des Landes verkaufen und verzehren. Dies sichert Küstenfischern in den USA und der EU weiter das Überleben, da diese Märkte über eigene Nachfrage verfügen. Fischer in reinen Exportländern wie der Türkei oder Tunesien müssen hingegen die Netze einholen.
Japans Fischereibehörde unterstrich seine Position am Donnerstag mit einer Pioniertat. Erstmals stoppte es die Auslieferung von 2200 Tonnen Thunfisch wegen Ungereimheiten in den Lieferdokumenten, berichten Japans Medien. Für Artenschützer ist dies ein Beleg für die weite Verbreitung illegaler Raubfischer. Die Regierung will damit hingegen nach Meinung von Experten demonstrieren, dass die Schutzmechanismen der ICCAT Thunfischfang funktionieren.
Gleichzeitig wischt Japan der EU eins aus. Denn pikanterweise handelt es sich teilweise um Fisch , den französische und italienische Fischer als Jungfisch gefangen, in Malta in Thunfischfarmen gemästet und dann tiefgefroren nach Japan exportiert haben.
Die Thunfischmast ist beliebt, aber bis vor kurzem kein Mittel gegen die Ausrottung, weil die Züchtung von Nachwuchs in der Gefangenschaft nicht möglich war. Daher mussten die riesigen Netze der Farmen durch Fang aufgefüllt werden. Doch hier liefert Japan inzwischen eine Lösung. Den Wissenschaftlern der Kinki Universität ist es gelungen, den vollen Kreislauf vom Laichen bis finalen Fang in der Gefangenschaft zu durchlaufen.
Inzwischen wird die Technik auch im Ausland verkauft.
Aufsehen erregte voriges Jahr die Zusammenarbeit mit der australischen Firma Clean Seas, in der erstmals südlicher Blauflossenthun gezüchtet wurde. Das Magazine Time bezeichnete diesen Durchbruch als zweitbeste Erfindung des Jahres 2009. Für Gourmets bleiben die Mastfische allerdings nur zweite Wahl. „Wilder Thunfisch schmeckt einfach besser“, sagt der japanische Fischereiexperte.
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Freitag, 12. März 2010
Die Newsliste: Freitag, 12.3.2010
Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom Tage:
Japans Premier Hatoyama will weicheren Yen erzwingen
Ministerpräsident Yukio Hatoyama will Schritte zur Stützung des Yen-Kurses unternehmen. Wegen Entwicklungen im Ausland sei der Yen-Kurs erstarkt, was nicht die Schwäche der japanischen widerspiegele, sagte Hatoyama im Parlament. "Ich denke, wir müssen harte Schritte gegen die Yen-Stärke unternehmen."
* Hatoyama verstärkt mit seinem Auftritt wenige Tage vor der kommenden Notenbank-Tagung die Spekulationen, dass Japans Regierung näher an Wechselkursinterventionen heranrückt und die Notenbank ihre Geldpolitik lockert.
Dazu: Geldpolitik: Neues Vorstandsmitglied
Japans Regierung ernennt neues Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Notenbank. Damit ist auch der letzte freie Platz, der seit 2008 unbesetzt war, wieder gefüllt. Der Kandidat heißt Yoshihisa Morimoto und ist ein ehemaliger Vorstand vom Tokioter Stromversorger Tepco.
Japan inhaftiert Walschützer
Japans Küstenwache hat heute bei der Rückkehr der japanischen Walfangflotte ein Mitglied der radikalen Walschutzorganisation Sea Shepherd wegen illegalen Betretens eines Walfangschiffes festgenommen. Bethune hatte in antarktischen Gewässern ein Schiff der Flotte geentert. Er wollte damit gegen den Verlust seines Schiffes demonstrieren, das von dem Walfangschiff über den Haufen gefahren war.
Außerdem läuft in Japan gerade ein Prozess gegen zwei Greenpeace-Mitglieder (Tokyo Two), die einen Skandal im Walfleischhandel aufgedeckt haben und sich nun deswegen vor Gericht verantworten müssen. Eine UN-Menschenrechtskommission hat gegen das Verfahren protestiert.
Sushi-Hunger blockiert Thunfischschutz
Am Sonnabend startet im Scheichtum Katar die Tagung des Washingtoner Artenschutzuebereinkommens, auf der ein über ein Handelsverbot für Blauflossenthunfisch aus dem Atlantik und dem Mittelmeer abgestimmt werden soll. Japan hat sich für die Sitzung wie schon beim Walfang die Rolle des bösen Buben ausgesucht und will ein Handelsverbot verhindern, oder wenn das nicht klappt, unterlaufen. Wenn es hart auf hart käme, werde Japan Vorbehalt einlegen, hatte ein hochrangiger Kader des Landwirtschaftsministeriums erklärt. Damit könnte Japan, der größte Thunfisch-Importeur der Welt, nach den Regeln des Artenschutzabkommens mit Ländern weiter Handel treiben, die ebenfalls Vorbehalt anmelden.
Hier noch eine Südkorea-Meldung mit entferntem Bezug zu Japan:
Wandelt Hyundai auf Toyotas Pfaden?
Hyundai Motor wählt Sohn des Chairman in den Vorstand. Dies wird als ein wichtiger Schritt für die geregelte Machtübergabe vom 72-jährigen Chairman Chung Mong-koo an seinen 40-jährigen Erben Chung Eui-sun gesehen.
Hyundais Entwicklung sieht damit immer mehr wie eine Kopie von Toyotas Weg aus. Wie Toyota seit Mitte der 1990er Jahre steigert Hyundai derzeit seinen Absatz rasant. Wie bei Toyota wählt Hyundai in dieser Expansionsphase ein junges Familienmitglied in den Vorstand. Und wie Toyota leiert der Vorstand die Litanai "Qualität über alles" hinunter. Kein gutes Omen für Chung Junior: Bei Toyota hat Akio Toyoda das Unternehmen mitten in der Krise übernommen. Mal sehen, ob sich die Geschichte wiederholt.
Japans Premier Hatoyama will weicheren Yen erzwingen
Ministerpräsident Yukio Hatoyama will Schritte zur Stützung des Yen-Kurses unternehmen. Wegen Entwicklungen im Ausland sei der Yen-Kurs erstarkt, was nicht die Schwäche der japanischen widerspiegele, sagte Hatoyama im Parlament. "Ich denke, wir müssen harte Schritte gegen die Yen-Stärke unternehmen."
* Hatoyama verstärkt mit seinem Auftritt wenige Tage vor der kommenden Notenbank-Tagung die Spekulationen, dass Japans Regierung näher an Wechselkursinterventionen heranrückt und die Notenbank ihre Geldpolitik lockert.
Dazu: Geldpolitik: Neues Vorstandsmitglied
Japans Regierung ernennt neues Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Notenbank. Damit ist auch der letzte freie Platz, der seit 2008 unbesetzt war, wieder gefüllt. Der Kandidat heißt Yoshihisa Morimoto und ist ein ehemaliger Vorstand vom Tokioter Stromversorger Tepco.
Japan inhaftiert Walschützer
Japans Küstenwache hat heute bei der Rückkehr der japanischen Walfangflotte ein Mitglied der radikalen Walschutzorganisation Sea Shepherd wegen illegalen Betretens eines Walfangschiffes festgenommen. Bethune hatte in antarktischen Gewässern ein Schiff der Flotte geentert. Er wollte damit gegen den Verlust seines Schiffes demonstrieren, das von dem Walfangschiff über den Haufen gefahren war.
Außerdem läuft in Japan gerade ein Prozess gegen zwei Greenpeace-Mitglieder (Tokyo Two), die einen Skandal im Walfleischhandel aufgedeckt haben und sich nun deswegen vor Gericht verantworten müssen. Eine UN-Menschenrechtskommission hat gegen das Verfahren protestiert.
Sushi-Hunger blockiert Thunfischschutz
Am Sonnabend startet im Scheichtum Katar die Tagung des Washingtoner Artenschutzuebereinkommens, auf der ein über ein Handelsverbot für Blauflossenthunfisch aus dem Atlantik und dem Mittelmeer abgestimmt werden soll. Japan hat sich für die Sitzung wie schon beim Walfang die Rolle des bösen Buben ausgesucht und will ein Handelsverbot verhindern, oder wenn das nicht klappt, unterlaufen. Wenn es hart auf hart käme, werde Japan Vorbehalt einlegen, hatte ein hochrangiger Kader des Landwirtschaftsministeriums erklärt. Damit könnte Japan, der größte Thunfisch-Importeur der Welt, nach den Regeln des Artenschutzabkommens mit Ländern weiter Handel treiben, die ebenfalls Vorbehalt anmelden.
Hier noch eine Südkorea-Meldung mit entferntem Bezug zu Japan:
Wandelt Hyundai auf Toyotas Pfaden?
Hyundai Motor wählt Sohn des Chairman in den Vorstand. Dies wird als ein wichtiger Schritt für die geregelte Machtübergabe vom 72-jährigen Chairman Chung Mong-koo an seinen 40-jährigen Erben Chung Eui-sun gesehen.
Hyundais Entwicklung sieht damit immer mehr wie eine Kopie von Toyotas Weg aus. Wie Toyota seit Mitte der 1990er Jahre steigert Hyundai derzeit seinen Absatz rasant. Wie bei Toyota wählt Hyundai in dieser Expansionsphase ein junges Familienmitglied in den Vorstand. Und wie Toyota leiert der Vorstand die Litanai "Qualität über alles" hinunter. Kein gutes Omen für Chung Junior: Bei Toyota hat Akio Toyoda das Unternehmen mitten in der Krise übernommen. Mal sehen, ob sich die Geschichte wiederholt.
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Montag, 8. März 2010
Delfin-Fang-Film fängt Oscar ein
Der Film "Die Bucht", ein Dokumentarfilm über das Delfinmassaker in dem beschaulichen Fischerörtchen Taiji, hat doch tatsächlich einen Oskar gewonnen. Meiner Meinung handelt es sich um einen gut gemachten Propaganda-Film, der dem heimlichen Treiben in der Bucht mit hohem Aufwand wirklich ein paar Bilder abgezwungen hat. Bin mal gespannt, ob dieser Film nun mit dem Oskar-Siegel in Japan weite Verbreitung finden wird.
Angesichts der harten Pro-Walfang-Front halte ich einen raschen Meinungsumschwung in Japan für unwahrscheinlich. Aber inzwischen finden auch Walfanggegner etwas Gehör. Spannend wird die Berichterstattung Ende dieser Woche, wenn die Küstenwache den neuseeländischen Kapitän der militanten Walschützer Sea Shepherd, Bethune, anlanden wird, um ihm wegen illegalen Enterns eines Walfangschiffes den Prozess zu machen.
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