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Mittwoch, 25. Januar 2012

Kawaii Cars - Erlaubt ist, was Spaß macht

Auf der Homepage des Handelsblatts ist mein Feature über die mögliche Zukunft des japanischen Industriedesigns veröffentlicht worden. Wie die Zukunft konkret aussehen sollte, lässt sich in dieser Bilderstrecke bewundern.


Der Aufhänger des Artikels ist der Tokio Autosalon, Asiens größte und verrückteste Tuningmesse. Aber wie der Technikphilosoph Morinosuke Kawaguchi sagt, ist das Kawaii-Design, also in niedlichen Produkten, die Stärke Japans. Und Japan sollte darauf bauen.
Darüber hinaus gibt es noch das Interview "Was Roboter und Autos gemein haben" mit zwei Nissan-Managern über Nissans Projekt, einen Roboter für einen Anime zu designen.
Wer wollte dem widersprechen ... .

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Tokyo Motor Show 2011: Doki-doki, waku-waku

In meinem donnerstäglichem Blog auf Technology Review dreht sich heute alles um Autos. Es geht um die Tokyo Motor Show, die dieses Jahr zum ersten Mal in Tokyo Big Sight stattfindet.
Der heimliche Star der Messe war für mich Toyota. 
Konzernchef Akio Toyoda hofft auf eine Wiedergeburt des Konzerns. Das neue, gänzlich untoyotanische Motto gab er am Montag aus: Autos müssten emotional sein. Wenn's nicht Spaß macht, ist's kein Auto.

Das erste Modell mit seiner DNA ist der GT 86, ein Sportwagen zum Golfpreis (vermutlich).
Der Lexus GS ist sein zweiter Wurf. Toyoda hat die Ingenieure zurück ans Reissbrett geschickt, weil ihm der erste Entwuft zu bieder fuhr.

 Interessant Mitsubishi Mini-eLasterchen, der sich auch als Stromquelle für die Band und andere Dinge nutzen lässt.
Der orange Kasten ist eine externe Batterie, ein Produkt des Erdbebens vom März diesen Jahres.

Auch sehr hübsch sind Suzukis Gedankenspiele. 
 Zweisitzer mit vier Rädern, ...
 Viersitzer mit vier Rädern,
Einsitzer mit zwei Rädern (Strombetrieben),
und hier noch mal größer mit Brennsstoffzelle.

Daimlers Truck-Tochter Mitsubishi Fuso stellte einen LKW mit Elektroantrieb vor.
 Nissan machte neben dem Pivo 3, den ich im Artikel erwähne, auf sportlich (Vordergrund) und häuslich (Hintergrund). Die Wabe auf Stelzen erfüllt japanische Bauvorschriften und kann jederzeit in Serie gehen.
Ansehnlich: Mazda.
Zweirädrig: Honda.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Vom Versuch, einen Fußgänger zu überfahren

Lange habe ich das Blog vernachlässigt. Heute soll es mal wieder ein paar Bilder geben.
Sie gehören zu meiner donnerstäglichen Kolumne auf Technology Review: Vom Versuch, einen Fußgänger zu überfahren.


Es handelt sich dabei um die Aufzeichnungen einer Technikdemonstration von Toyota am Fuß des Fuji. Das Video zeigt die automatische Notbremsung des Autos vor einem Fußgänger.


Das ganze funktioniert bis Tempo 40. Darüber wird es knapp für den Menschen. Die Vollbremsung ist durchaus eindrucksvoll. Allerdings fordert es Überwindung, auf die Figur zuzuhalten, ohne zu bremsen. Es widerspricht all meinen Autofahrerinstinkten.


Nicht weniger verrückt fühlt sich der Ausweichautomat an, der bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h das Auto sicher vor dem Aufprall auf Leitplanken schützen soll.


Das Video ist nun nicht von mir, sondern von Toyota. Aber es fühlt sich sehr echt an.


Darüber hinaus gab es noch ein paar Sahnehäubchen. Die Fahrt in Toyotas Fahrsimulator zum Beispiel. Der Simulator fühlt sich ein bisschen komisch an. Vor allem hat mich die Auflösung des Bildschirms irritiert. Ich habe mir immerzu eine Brille gewünscht, um schärfer sehen zu können. Das Demo-Video konnte ich leider nicht hochladen.


Ein richtiger Kracher war ein realer Crash-Test zwischen einem Kleinwagen und einer Luxuslimousine. Die Bedingungen: Tempo 55 km/h, frontal, 50 Prozent versetzt.


Hier eine Zeitrafferaufnahme von dem Ereignis. Die Experten meinten, die Insassen hätten im Ernstfall nur leichte Verletzungen erlitten.


Fragen konnten wir sie nicht. Es waren nur Dummies. Hier eine Diashow. 
Aber immerhin wurden wir in deren Wohnzimmer eingeladen. Der teuerste Menschenersatz soll 1,8 Mio. Euro kosten.


Interessant auch das folgende Lenkrad, das den Fahrer vor bevorstehenden Herzattacken warnen soll.
 
Es kann den Herzrhytmus messen. Allerdings muss der Fahrer dabei wie an den Geräten in Fitnesszentren beide Hände auf den Metallplatten haben.




Das Gerät misst Puls und Herzschlag. 


Anhand der Kurve soll es bis zu zwei Stunden im Voraus warnen können, ob ein Herzanfall bevorsteht. Zeit genug, um in ein Krankenhaus zu fahren. Die Entwickler denken auch darüber nach, den Sitz als Messgerät zu verwenden. 

Freitag, 19. November 2010

Auto-Test: "Der leise Tod" / Toyotas elektrische Autos im Vergleich

Gestern hatte Toyota ein Test-Event in Tokio: Wir konnten drei elektrische Autos fahren, 
1. den elektrischen iQ, der 2012 in den USA, Europa, Japan und vielleicht auch in China auf die Straße kommen sollen
2. den Plug-in Prius, der dann auch in größerer Stückzahl produziert werden soll
3. und den Brennstoffzellenschlitten Toyotas. 


Die Teststrecken waren zu kurz für abschließende Urteile. Aber mein Fazit: Kleine EVs sind brutaler Fahrspaß. Sie erziehen zum Rasen. Sie verdienen daher die Auszeichnung: "der leise Tod".
Größere eAutos hingegen eher sind leise Gleiter, sehr entspannend, wenn auch ein wenig langweilig. Toyotas mit Tesla entwickelter electrischer SUV RAV 4 soll hingegen eher wie ein Sportwagen anfahren.
Brennstoffzellenautos sind hingegen wirklich noch in der Erprobung.


Wer es genauer wissen möchte, gehe bitte zu TechWatcher Asia. 
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 Follow Martin Kölling on twitter.com/martin_koelling 
 Mehr über Technik auf TechWatcher-Asia.com

Dienstag, 16. November 2010

News: Hayabusa bringt Weltraumstaub mit, Honda verschrottet Civic in Japan, Hyundais Familienkrieg hat einen Sieger

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:


WELTRAUM
Die längste Weltraumrundreise der Menschheit endet mit Erfolg
Sieben Jahre war Hayabusa von der Erde zu einem Asteroiden gereist, gelandet, um eine Probe zu entnehmen, und die zur Erde zurückzubringen. Seit heute steht fest, dass die Reise ein hundertprozentiger Erfolg war. Die Untersuchungen der Mitbringsel ergaben, dass Hayabusa tatsächliche Asteroidenstaub eingesammelt hat. Allerdings sind es nur Spuren, etwa 1500 Partikelchen von weniger als 10 Mikrometer Größe.
Aber immerhin: besser wenig als nichts. Etwas mehr auf TechWatcher Asia.
(Grafik: Jaxa)


Honda verschrottet Civic in Japan
Honda stellt den Verkauf und die Produktion des Civic in seinem Heimatmarkt Japan ein. Denn die normalen Limousinen verkaufen sich inzwischen kaum noch daheim. In Japan soll nur noch die Hybridvariante für den Export produziert werden. Der Verkauf in Übersee, wo der Civic nachwievor recht erfolgreich rollt, ist davon nicht betroffen.
Damit geht eine lange Karriere zuende. Anfang der 1970er Jahre führte Honda den Civic als das erste Weltauto des Konzerns ein.

SÜDKOREA
Hyundais Machtkampf ist beendet

Der mit harten Bandagen geführte Kampf der zerstrittenen Hyundai-Firmen Hyundai Group und Hyundai Motors um Hyundai Engineering ist beendet. Zur Überraschung der Märkte haben die  Gläubiger die Hyundai Gruppe als Käufer für den Engineering-Arm des ehemals geschlossenen Familienkonglomerats gewählt und nicht den weitaus reicheren Autobauer.
Dies ist ein emotional wichtiger Sieg für die Chefin der Hyundai-Gruppe Hyun Jeong Eun über ihren erfolgsverwöhnten Schwager Chung Mong Koo, den Chef von Hyundai Motor. Die Märkte befürchten allerdings, dass sie dafür zu tief in die Tasche gegriffen hat. Der Aktienkurs ihres Unternehmens stürzte ab.

Martin Kölling auf Twitter: twitter.com/martin_koelling

Freitag, 12. November 2010

Technik hoch 2: Den Brummi wie einen Porsche fahren, Internet-Leck der Apec-Antiterrormahmen

Weltpremiere: Fahre deinen Brummi wie deinen Porsche
Gestern war eine Weltpremiere in Tokio: Daimlers japanische Lkw-Tochter Mitsubishi Fuso stellte den ersten LKW mit Doppelkupplungsbetriebe vor. Doppelkupplungsbetriebe werden sonst fast nur in Sportwagen eingesetzt, um ein schnelles und ruckfreies Schalten zu ermöglichen.
Mehr dazu auf TechWatcher Asia. 
Mit dabei war Daimlers Truck-Chef Andreas Renschler, der mir in einem exklusiven Interview für die Financial Times Deutschland verraten hat, dass der Einstieg in das Billig-Lkw-Segment in Indien und China ein wenig auf die Margen drücken wird. Aber er sagte: "Das können wir uns leisten."
Das Interview ist leider nicht von der FTD online veröffentlicht worden. Aber Automobilwoche hat es verwurstet ...


Internet-Lecks: Anti-Terrormaßnahmen für Apec-Gipfel weltweit verbreitet
Ich hatte kürzlich darüber berichtet, dass nicht nur das Rammstoß-Video im Internet durchgeleckt ist, sondern auch die Anti-Terrormaßnahmen der japanischen Polizei für den Apec-Gipfel. Nun wird langsam die Tragweite deutlich.


Die Dokumente wurden zuerst über das Filesharing-Programm Winny verbreitet. Innerhalb der zwei Wochen, in der es unbemerkt zum im Internet zum Download zur Verfügung stand, hat es sich in mindestens 10 Ländern verbreitet, darunter China, Frankreich, Russland und die USA. Es wurde zumindest auf 4842 Computer herunter geladen, wovon 98 Prozent in Japan stehen. Die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass die Dokumente auch darüber hinaus verbreitet haben.


Follow me on Twitter: twitter.com/martin_koelling

Freitag, 5. November 2010

News: Internet-Leck von Kutter-Rammstoß, Toyota hinkt hinter Suzuki her, Lebensversicherer Meiji Yasuda kauft sich in Deutschlands Talanx ein, Resona Bank schmiert ab

Die News, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Japan hat nun seinen eigenen Internet-Leck-Vorfall.
Irgendwer hat die Videos vom Rammstoss des chinesischen Kutters gegen ein Schiff der japanischen Küstenwache ins Netz gestellt. Die Regierung wollte sie gerne unter Verschluss halten, wohl um vor dem Apec-Gipfel in Japan die hitzigen diplomatischen Probleme mit China abzukühlen.
* Ein Treffen von Ministerpräsident Kan mit Chinas Präsident Hu Jintao morgen in einer Woche wird nun immer schwieriger. Denn Chinas reagiert genervt. Japans Regierung sagt, man müsse die Echtheit der Videos prüfen. 
Missmanagement in Zeiten des Internetzeitalters pur.
Links zu Videos:
Hier der Link, Blick vom gerammten Schiff aus (mal sehen, wie lange er funktioniert):
Hier der Link, Blick vom Begleitschiff.

Unternehmen
Halbjahresbilanz Toyota
Toyota kehrt in der ersten Jahreshälfte in die Gewinnzone zurück, bleibt allerdings hinter seinen Rivalen in Sachen Profitabilität zurück. Zudem senkte der Konzern die Umsatzprognose leicht auf 19000 Mrd. Yen, erhöhte aber die Gewinnprognose um 50 Mrd. auf 380 Mrd. Yen. Selbst Suzukis Gewinnmarge liegt mit 5,2 Prozent über Toyotas runden drei Prozent. 
* An den Märkten mosern die Analysten inzwischen darüber, dass sich Toyota nicht so stark wie die Rivalen um Gewinnvermehrung kümmert. Der Vorwurf: Der Konzern zögere beim Abbau von Beschäftigung und Produktion in Japan, die für den Export beim jetzigen Wechselkursstand zum Dollar wenig einträglich ist.

Banken
Gerüchte um Kapitalerhöhung: Resonas Aktienkurs stürzt ab
Der Aktienkurs von Japans viertgrößter Bankengruppe Resona ist mit 16 Prozent gestern so stark abgesackt wie seit sieben nicht mehr. Auslöser waren Medienberichte, dass die Bank ihr Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien um 600 Mrd. Yen erhöhen will, um mit den Geldern den Staat auszubezahlen. 
* Die vom Staat vor der Pleite gerettete Bank steht unter Druck, die staatlichen Finanzspritzen von geschätzt 1700 Mrd. Yen zurückzuzahlen. Ausserdem haben die anderen Megabanken die fast nur im Inland aktive Finanzgruppe mit großen Kapitalerhöhungen unter Zugzwang gesetzt, ebenfalls ihre Kapitalbasis zu verstärken. 

Nikkei: Meiji Yasuda Life kauft sich in dt. Versicherer ein
Nach einem Bericht der Zeitung Nikkei will die japanische Lebensversicherung Meiji Yasuda nächstes Jahr in Form von Wandelsanleihen 300 Mio. Euro in die deutsche Versicherungsgruppe Talanx investieren. Die Japaner wollen auch zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat entsenden und planen, die Anleihe nach einem Börsengang von Talanx in Aktien umzuwandeln.
Mit ihrem größten Auslandsinvestment wollen die Japaner vor allem den noch wachsenden LV-Markt in Osteuropa anzapfen. 
* Und da beschwere sich noch mal jemand über den starken Yen. Denn im rechten Lichte betrachtet schmerzt er zwar die Exporteure bei Exporten, dafür erleichtert er jeder Menge anderer Firmen, die unter dem Druck stehen, ins Ausland expandieren zu müssen, Firmenkäufe in Übersee.

Dienstag, 2. November 2010

News: Gebietsstreit zwischen Japan und Russland eskaliert, VW-Partner Suzuki verdoppelt Gewinne, Hitachi schafft die Wende

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:



Politik
Territorialkonflikt
Diplomatische Krise zwischen Russland und Japan eskaliert
Japan wird seinen Botschafter aus Russland abziehen, kündete heute Japans Außenminister Seiji Maehara in Tokio an. Mit dieser harschen Geste protestiert Japan gegen den ersten Besuch eines russischen Präsidenten auf den südlichen Kurilen, die Japan für sich beansprucht. Dmitrij Medwedjew hatte gestern die Insel Kunashiri besucht, die nur 16 Kilometer von der japanischen Küste entfernt liegt und in Japan als integraler Teil seines Terroritoriums gilt.
* Durch den Besuch des russischen Präsidenten sind de facto alle bisherigen Diskussionen über den seit Kriegsende schwelenden Territorialkonflikt beendet. Dies ist ein schwerer außenpolitischer Schlag für die Regierung von Naoto Kan, die schon wegen ihrer Reaktion auf in einem Terrotorialkonflikt mit China innenpolitisch in der Kritik steht.

Halbjahresbilanz 
Suzuki - Verdopplung der Gewinne
Suzuki beweist seinen Wert für den Partner VW. Der Kleinwagenhersteller verdoppelte in der ersten Hälfte des Bilanzjahres seine Gewinne. 
* Mit einer operativen Gewinnmarge von fünf Prozent gehört Suzuki nun zu den profitabelsten Autobauern Japans. Nicht schlecht für ein Unternehmen, das nur billige Kleinwagen herstellt. Motor des Erfolgs ist Suzukis starke Stellung in Indien, wo der Konzern mit einem Marktanteil von 50 Prozent Marktführer ist.
Gut unterwegs ist auch die Marke Subaru. Der Hersteller Fuji Heavy hat heute seine Gewinnprognose für das bis Ende März laufende Bilanzjahr 2010 auf 50 Mrd. Yen verdoppelt.

Hitachi: Sanierungsfall schafft die Wende
Der japanische Mischkonzern Hitachi hat nach verlustreichen Jahren die Wende geschafft. Das Unternehmen fuhr einen Halbjahresgewinn von 158 Mrd. Yen ein und hat damit seine Gewinnprognose fürs Gesamtjahr bereits zu 75 Prozent erfüllt. 2009 erlitt der Konzern noch den höchsten Verlust eines Industrieunternehmens in der japanischen Geschichte.


Südkorea
Zweitgrößte Bank unter Korruptionsverdacht
Die Staatsanwaltschaft hat heute Büros von drei früheren und amtierenden Top-Managern der Shinhan Bank durchsucht. Ihnen wird Korruption und Veruntreuung vorgeworfen. 
Damit dehnt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen in dem Skandal von Südkoreas zweitgrößter Bank aus. 

Mittwoch, 20. Oktober 2010

News: Mazda stellt Motoren der Unabhängigkeit vor, JAL will mehr Geld, Japan bilateral Regenwald retten

Die News, sporadisch, subjetiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Mazda setzt auf den Alleingang
(Mehr technisches dazu auf TechWatcher-Asia.com, meinem neuen Versuchsballon im Internet)

Als weiteren Schritt in die endgültige Unabhängigkeit von Ford hat der japanische Autohersteller Mazda heute zwei neue saubere Motoren vorgestellt. Mazda-Chef Takashi Yamanouchi lehnte zwar jeden Kommentar zu den Berichten ab, dass Ford seinen Anteil an seinem langjährigen Partner von 11 auf 3 Prozent senken wolle. Aber indirekt deutete er an, dass sich die Wege getrennt haben. Die unter dem Projektnamen "Skyactiv" entwickelten Techniken bezeichnete er "als Ermöglicher" für ein eigenständiges Überleben des Unternehmens. Man suche keine neuen Allianzen.
Die Motoren stellen dabei das Kernstück der Überlebensstrategie dar. Mazda hat einen Benziner mit der höchsten Kompression in einem Massenauto und einen Diesel mit der niedrigsten Kompression entwickelt, um seinen Motoren weiter den Durst auszutreiben. "Ich bin sicher, dass sie der neue Benchmark der Motorentwicklung werden", trumpfte gänzlich unjapanisch unbescheiden Mazdas Entwicklungschef Seita Kanai auf. Der Benziner soll den Verbrauch des neuen Demio (Mazda2) auf 3,3 Liter pro 100 km senken und so mit Hybridmodellen der Konkurrenz mithalten können.
In der Firma selbst geht allerdings die Angst um, dass die Öffentlichkeit die Fortschritte nicht wahrnehmen könnte. "Wir fühlen uns alleingelassen", gesteht ein Manager, im doppelten Sinne. Denn erstens dominieren andere Hersteller die Schlagzeilen mit Elektro- und Hybridautos, die das finanzschwache Unternehmen derzeit aus eigener Kraft nicht entwickeln kann. "Außerdem setzen wir nicht wie die deutschen Hersteller auf kleinere, mit Turboladern aufgerüstete Motoren", so der Manager. Mazda verbessert hingegen die Verbrennungstechnik, um ohne den teuren Turbocharger mehr kraft bei niedrigeren Drehzahlen aus dem Sprit zu ziehen.
Dazu: neue Plattform, die 100 kg leichter ist.
insgesamt will Mazda so den Verbrauch seiner Autos bis 2015 um 30 Prozent senken. 
Plus: Revolution in der Produktionstechnik: Das Unternehmen wird alle Motoren auf der gleichen Produktionslinie fertigen können und so die Investitionen senken.


JAL: Pleiteflieger peilt Kapitalerhöhung an
JAL will von den Banken zusätzlich zu 350 Mrd. Yen des Staates 50 Mrd. Yen von den Banken einwerben, sagte heute JAL Chairman Inamori.


COP 10: Japan plant bilateralen Urwaldschutz
Japan will Entwicklungsländern anbieten, durch bilaterale Verträge Wälder zu schützen. 

Montag, 18. Oktober 2010

Auto-Gerüchte: Ford liebäugelt mit Verkauf von Mazda-Aktien

Es käme nicht wirklich überraschend, schreibe ich im "Standard": Nach japanischen Medienberichten plant seinen Aktienanteil an seinem langjährigem Partner Mazda drastisch von elf auf drei Prozent zu senken. Als Käufer sollen die Finanzgruppe Sumitomo Mitsui, das Handelshaus Sumitomo sowie Mazda-Zulieferer bereit stehen. Zwar erklären Ford und Mazda bisher, es habe keine Veränderung der Aktienanteile gegeben. Experten rechnen aber damit, dass sich Mazda nun nach einem neuen Partner umsehen muss.


Fords Aktienverkauf würde de facto das Ende einer der längsten und fruchtbarsten internationalen Partnerschaften in der Autoindustrie besiegeln. Ford stieg 1979 in Mazda ein und profitierte immens vom Produktionsknowhow der Japaner bei Kleinwagen und Limousinen. So wird der neue Ford Fiesta auf der Plattform des Mazda 2  und die Mittelklasselimousine Ford Fusion auf der Basis des Mazda6 gebaut. Zudem rollt in Thailand gemeinsames Pickup-Modell in einem Gemeinschaftwerk vom Band.


Auch personell sind die Unternehmen eng verbunden. 1996 stockte Ford seinen Anteil an den Japanern von 25 auf 33,4 Prozent auf, um Mazda zu sanieren. Danach diente Mazda den Amerikanern fast ein Jahrzehnt als Trainingsbecken für seine künftigen Konzernvorstände. So leiteten Fords Amerika-Chef Mark Fields und der Finanzchef Lewis Booth Mazda mehrere Jahre.


Doch nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008 musste Ford wegen Finanzproblemen seinen Aktienpaket bereits drastisch auf 18 Prozent reduzieren. Kapitalerweiterungen Mazdas reduzierten Fords Anteil weiter.


Damit einher ging auch eine Entflechtung der technischen Zusammenarbeit. Ihre Finanzierungsgesellschaften haben beide Unternehmen bereits getrennt. Ende letzten Jahres deutete Ford zudem an, dass neue Modelle ohne Mazdas Beistand bauen zu wollen. Nun wollen die beiden Partner ihr gemeinsames chinesisches Joint-Venture mit Chonqing Changan Automobile in zwei bilatere, ein chinesisch-japanisches und chinesisch-amerikanisches, aufspalten und im größten Automarkt der Welt künftig direkt gegeneinander antreten.


Die Trennung auf Raten stellt vor allem Mazda vor die Herausforderung, einen neuen Partner zu finden. Denn mit einem globalen Umsatz von nur 1,2 Millionen Autos und zuletzt zwei verlustreichen Jahren gilt das Unternehmen als zu klein und zu unprofitabel, um auf sich allein gestellt im Weltmarkt überleben zu können.
Besonders bei neuen Antriebskonzepten wie Hybrid- und Elektroantrieben ist das Unternehmen auf Hilfe angewiesen. Die Technik für Hybridautos, die sowohl einen Benzin- als auch einen Elektromotor haben, bezieht Mazda von Toyota. Aber ein neuer globaler Entwicklungspartner ist nicht in Sicht.


Ich frage mich allerdings, was die Japaner noch zu bieten haben. Der RX 8 mit seinem wahnsinnigen Wankelmotor ist zwar ein technisches Juwel, aber so richtig große Zukunft hat der Drehkolben eher nicht. Bei Brennstoffzellen hat Mazda einiges an Knowhow. Aber im Gegensatz zu dem ebenfalls kleinen Hersteller Mitsubishi Motors, der sich als eAuto-Lieferant von Peugeot und Citroen profiliert, steht das Unternehmen in viel gehypten eMobility ziemlich nackt da.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Das Roboter-Manifest, Teil 2: Googles Roboter-Auto und meine Roboter-Timeline

Übers Wochenende haben sich die Meldungen über Roboter-Autos überschlagen. Erst steuert "Leonie" durch Braunschweig, dann das Google-Roboterauto durch Kalifornien
In dem Bild-Artikel geht der Forscher Sebastian Thrun davon aus, dass richtige "Automobile", also wirklich selbst fahrende Wagen, in den kommenden acht Jahren fertig entwickelt werden könnten. 

In meinem Roboter-Manifest auf Technology Review habe ich bereits im Mai eine ähnliche Vorhersage gemacht (die allerdings von den Redakteuren etwas gekürzt wurde.
Hier ist sie in voller Länge:

Das Roboter-Manifest 
2010 Medizinsortierroboter etc werden für Krankenhäuser eingeführt, der Verkauf von Cyberdynes Roboteranzug HAL beginnt ernsthaft. Und Daimler lässt einige fahrerischen Testroutinen seiner Luxuslimousinen durch Roboterfahrer ausführen.

2011 Tokyo Motor Show. Japans Hersteller werden mit einer Reihe marktreifer Mobilitätskonzepte zu überraschen versuchen, die auf Robotertechniken basieren. 
Kleine Ein-Personen-Renner wie Toyotas rasender Sessel ("i-Real") zum Beispiel, der auf Zuruf herbeikommen und beim Ausflug neben anderen Personen herfahren kann. Außerdem: autonome Rollstühle. 
Damit zeichnet sich ab, was sich Ende des Jahrzehnts bestätigen wird: Aus naheliegenden Gründen wird die Autoindustrie neben Fabriken und Pflegeeinrichtungen zur treibenden Kraft der Roboterisierung. 
Die Hersteller haben in den vergangenen 20 Jahren schon so viele Sensoren zur Wahrnehmung der Umwelt in Autos eingebaut, dass der Schritt zum wahren Automobil, dem Auto mit Roboterchauffeur, zwangsläufig ist. Außerdem rücken die ersten Roboter in der Industrie aus ihren Käfigen neben den Menschen ans Fließband oder die Werkbank vor. Noch beliebter ist allerdings die Ausstattung von Werkzeugen/Maschinen mit Robotertechniken.

2012 ist der Meilenstein für Partner- und Pflegeroboter. 
Die Industrie hat sich auf Sicherheitsstandards und versicherungstechnische Regeln für den Einsatz autonomer und halbautonomer Roboter unter Menschen geeinigt. Und prompt kommen die ersten Pflegeroboter in größeren Stückzahlen auf den Markt. Panasonics Roboterbett zum Beispiel, das sich von einem Bett in einen Rollstuhl verwandeln kann und so bettlägerigen Menschen eigenständige Mobilität erlaubt, wird mit unter 10.000 Dollar im Vergleich zu anderen Hightech-Krankenhausbetten gar nicht mal so teuer sein.

Außerdem: Das japanische Forschungsinstitut Riken stellt eine Weiterentwicklung seiner Gedankensteuerung von Rollstühlen vor. Die Fahrer müssen keine Haube mit zahlreichen Kontaktkabeln mehr tragen, eine fesche Baseballkappe mit wenigen Sensoren reicht. Damit eröffnen sich ganz neue Perspektiven für die Mensch-Maschine-Kommunikation. "In fünf Jahren werden wir die Sensoren im Brillenbügel unterbringen können", verspricht ein Forscher.

Bis 2013 dürfte die Roboterindustrie eine wahre Partnerroboterexplosion erleben. Denn durch jahrelange kollektive Forschung auf offenen Entwicklungsplattformen haben die notwendigen Sensor- und Mapping-Techniken endlich ein kommerzielles Niveau erreicht. Diese Form der simplen Helfer ist beliebt, weil Patienten dann für einfache Handreichungen nicht mehr das Pflegepersonal rufen müssen. Merke: Menschen wollen anderen nicht zur Last fallen.

Als Hitprodukte können sich jedoch zwei eher spielerische Anwendungen herausstellen. Da sind zum einen Stofftiere wie Fujitsus freundliche Roboter, denen für komplexe Aufgaben wie Sprach- und Gesichtserkennung durch die schnurlose Verbindung zum Internet die Rechenpower großer Server zur Verfügung steht. Sie sind besonders beliebt bei Kindern und Senioren als Kommunikations- und Vorleseroboter.

Zum anderen bringen Spielzeughersteller halbautonome Roboter auf den Markt, die sich über die Full-Body-Steuerung von Spielekonsolen steuern lassen. Besonders beliebt in Japan könnten dann Wettkämpfe zwischen 50 Zentimetern hohen Gundam-Robotern werden. Ein (koreanischer) Hersteller wird das Spektrum zusätzlich mit der Idee erweitern, über das Internet in weit entfernte rollende Roboter zu "schlüpfen", ohne körperlich vor Ort zu sein.

Der Partyhit 2014: telekontrollierte Roboterhände, die an einer rollbaren Säule angebracht sind. Laut der Werbung sollen die noch recht plumpen und teuren Hände getrennten Liebhabern zum Fernstreicheln dienen. In der Realität werden sie allerdings häufiger in Restaurants und auf Partys als Stimmungskanonen eingesetzt, mit der Gäste andere Gäste mehr oder weniger unsittlich betatschen können. Komischerweise finden die Leute dies weitaus lustiger als Berührungen durch eine richtige Hand. 

Außerdem möglich: Cyborgs! Roboterprothesen kommen immer mehr in Mode, nachdem Cyberdine nicht nur anschnallbare Exoskelette für Beine und Arme entwickelt hat, sondern auch richtigen Bein- und Handersatz. Die Patienten mögen die Prothesen, da sie auf nichtinvasiver Technik beruhen. Sie können Bewegungsintention ihrer Träger über die Haut ablesen und benötigen daher keinen operativen Eingriff.

Für 2015 sage ich auf der Tokyo Motorshow erste Vorschläge für wahre Automobile voraus – kleine Elektroautos mit Roboterchauffeur. Die Idee ist, sie als einfach abrufbare Taxis im Straßenverkehr einzusetzen. Zwei Methoden sind heute schon im Gespräch: einmal das vollautonome Auto, das ohne menschlichen Fahrer auskommt, zum anderen die halbautonome Droschke, die selbsttätig zum Kunden fährt und sich auf Handbetrieb umschalten lässt. "Ich wäre sehr enttäuscht, wenn wir die ersten Modelle nicht bis Ende des Jahrzehnts auf die Straße brächten", sagt der Chef eines japanischen Autobauers. Damit zeichnet sich eine Revolution der Autogesellschaft ab. Immer weniger Menschen werden noch Autos selbst besitzen, weil sie individuelle Automobilität immer und überall parat haben.

2016 ist ein wenig enttäuschend. Es gibt keine Bahn brechenden Neuerungen, vielmehr wird bestehendes verbessert und vor allem verbilligt. Aber es ist wie beim Internet und der digitalen Fotografiererei. Die Entwicklung schreitet langsam in Riesenschritten voran, und ehe wir uns versehen, hat eine Revolution stattgefunden.

Für etwas Aufsehen sorgt die erste Ro-Butler Weltmeisterschaft. Die Diener müssen einen harten Zehnkampf bewältigen: Erkennnung und Ausführung von Sprachbefehlen, Gesichts-, Mimik- und Stimmungserkennung, autonomes Mapping einer neuen Umgebung inklusive Erkennung der Funktion von Geräten und Einrichtungsgegenständen, unter einer Minute Wasser aus dem Kühlschrank holen und servieren, ein Toast toasten und servieren, abdecken, Geschirr in die Spülmaschine räumen, vorlesen, Fähigkeiten der Außenverbindung und Informationsaufbereitung (Display oder Projektor) unter Beweis stellen – und als ultimative Herausforderung Schinken mit Spiegelei zubereiten und heil servieren (das Eigelb muss noch halbweich sein).

2017 überrascht ein chinesischer Hersteller mit der Praxisdemo eines Roboterautos. Das sieht schon sehr gut aus, aber selbst die Chinesen scheuen sich noch, das Gefährt in freier Wildbahn einzusetzen. „Das könnten wir vielleicht in Japan wagen, wo die Fahrer gesittet fahren, hier in China ist der Verkehr noch immer viel zu rabiat und chaotisch“, sagt ein Ingenieur.

2018 ziehen auch die Japaner mit Prototypen nach. 

Die ersten Modelle werden für 2019 versprochen und auch ausgeliefert. Aber sie werden noch nicht so schnell das Straßenbild bestimmen, denn der Ersatz des Taxi und vor allem individuellen Autobestands wird Jahre in Anspruch nehmen. Auf den humanoiden Alleskönner musst du allerdings noch eine Weile warten, sagt das Orakel.

Dienstag, 18. Mai 2010

Fotostory: Die drei von der Wasserstofftankstelle

Meine jüngste Exkursion nach Daiba führte mich an diesem technischen Highlight vorbei: der Wasserstoff- und Stromtankstelle in Ariake - errichtet mit deutscher Beteiligung.
Es handelt sich um eines von 15 Pilotprojekten, und es ist laut dem Japan Hydrogen and Fuel Cell Demonstration Project die einzige H2-Tankstelle Japans, die sowohl gasförmigen als auch flüssigen Wasserstoff mit Hochdruck in die Tanks pressen kann. 
Verantwortlich für die Zapfsäule zeichnen Shells japanische Tochter Showa Shell, die ein paar hundert Meter entfernt ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat, und Japans führender Wasserstoffproduzent Iwatani (Marktanteil in Japan von rund 40 Prozent). Hinter der Fassade verbirgt sich allerdings Technik aus Deutschland und zwar die des Gasherstellers Linde. 
Auch an eine Schnellladestation für eAutos haben die Initiatoren gedacht.

Donnerstag, 22. April 2010

Die Newsliste: Donnerstag, 22.4.2010

Sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ein paar News des Tages.


Toyota: Moody's wertet Toyota ab
Das Rückrufdebakel kommt Toyota immer teurer zu stehen. Die Ratingagentur Moodys hat heute Toyotas Kreditwürdigkeit um einen Punkt auf Aa2 abgewertet. Als Grund gaben die Analysten an, dass Toyotas
Gewinne bis mindestens 2012 schwach bleiben würden und damit die zweithöchste Bonitätseinstufung nicht mehr vertretbar sei. Die Aussichten sind negativ, denn Moodys befürchtet, dass Toyota im Hauptmarkt USA sein Renommee als Qualitätsführer verloren hat und daher nicht mehr so hohe Preise wie in der Vergangenheit verlangen
kann.

* Da hilft jetzt nur Augen zu und durch. Der Fluss der negativen Nachrichten in den USA dürfte noch einige Zeit andauern. Da hilft auch nicht, dass Toyota durch seine Rekordrabatte wenigsten wieder für gute Absatzzahlen in Amiland sorgt. Zwar rangierte Toyota vorigen Monat hinter GM auf Rang zwei der Verkaufsstatistik. Aber Analysten hier in Tokio warnen, dass dies Wachstum ohne Gewinn sein könnte. Mit Spannung wird daher Toyotas Gewinnprognose erwartet, die das Unternehmen am 11. Mai im Rahmen seiner Jahresbilanz abgeben wird.


Japans Elektronikindustrie besser als erwartet
Japans Elektronikkonzerne scheinen durch die Bank ihre Prognosen zu schlagen. Toshiba hat heute seine Verlustprognose fuer das Ende März abgelaufene Bilanzjahr 2009 von 50 Mrd. Yen auf 20 Mrd. Yen Reinverlust
verbessert. Damit schlägt das Unternehmen die Markterwartungen deutlich. Verantwortlich seien Kostensenkungen im Einkauf. Gestern hatte Elpida bereits angekündigt, dass es 2009 wahrscheinlich wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt sei.

* Die Krise verläuft weniger schlimm als befürchtet. Aber die Lage ist weiterhin ernst, die Puffer gegen weitere Rückschläge aufgebraucht. Jetzt darf in der Welt nichts groß schief gehen, sonst wird's eng für den einen oder anderen Hersteller. 


Hatoyamas Ex-Sekretär in Parteispendenskandal zu Bewährungsstrafe verurteilt
Ministerpräsident Yukio Hatoyamas Fassade erhält einen weiteren Kratzer. Sein Ex-Sekretär Keiji Katsuba wurde heute in einem Parteispendenskandal zu einer zweijährigen, auf Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verurteilt. Der Ex hatte unter anderem Gelder Hatoyamas an seine eigene Organisation unter dem Namen von Toten verbucht. 
* Man sollte es nicht für möglich halten, aber die Methode ist auch in Japan illegal. Als Erfinder kann sich Katsuba allerdings nicht rühmen. Die CSU hat es offenbar auch lange so gehandhabt, wenn man Karlheinz Schreiber glauben kann. Aber die Verurteilung dürfte Hatoyama nicht mehr kratzen. Er steht wegen dem Streit über den Teilumzug des US-Luftwaffenstützpunkt Futenma auf Okinawa derzeit unter weit schwererem Beschuss.