Sonntag, 7. November 2010

Politik: Der rechte Geist kriecht aus der Flasche - anti-chinesische Demonstration in Tokyo

Anti-chinesische Demos in Japan: Auf einer der anti-chinesischen Demos in Japan macht ein japanischer Demonstrant seine Sicht im jüngsten Konflikt deutlich. Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Japanese_conservative_holds_a_placard_on_anti-Chinese_government_01.jpg
Anti-japanische Demonstrationen in China finden in Japan medial große Beachtung. Die anti-chinesischen Demonstrationen in Japan hingegen sind allenfalls Fußnoten in den Nachrichten, so die gestrige "Großdemo" in Tokio. Nach Schätzungen der Polizei waren 3800 Demonstranten anwesend - und etwa ein Viertel so viele japanische Fahnen.


Zum Auftakt der Veranstaltung wurde die Nationalhymne gesungen, dann sprachen die Redner, unter anderem der ehemalige Luftwaffengeneral Toshio Tamogami, der für seine öffentlich geäußerte revisionistische Sicht (die Besetzung Asiens durch Japan war zur Verteidigung der gelben Rasse gegen den weißen Mann etc.) aus dem Dienst entlassen worden war.


Tamogami ist dennoch gerne gesehen, als Redner, Kommentator und Lehrmeister. Seine Lehrvideos stehen sogar immer noch in den Supermärkten der Selbstverteidigungskräfte, hier im Bild ein Video im Supermarkt der Luftwaffe in Chitose (auf Hokkaido).
Rechte Propaganda: Der wegen revisionistischer Äußerungen gefeuerte Luftwaffengeneral Toshio Tamogami erfreut sich offenbar innerhalb der Selbstverteidigungskräfte noch eifriger Anhängerschaft. Hier ein Foto aus einem Supermarkt der Selbstverteidigungskräfte auf Hokkaido. by Martin Koelling


Neben den Aufforderungen an China, die Finger von den Senkaku-Inseln zu lassen wurde nebenbei auch für die Unabhängigkeitsbewegungen der Taiwanesen, Tibeter und Uighuren getrommelt.


Die Demos zeigen, dass es nicht nur in China überschießenden Nationalismus gibt. Der Rammstoß des chinesischen Kutterkapitäns gegen ein Schiff der Küstenwache wird von Japans Rechten zum "terroristischen Akt" erhoben.


Auf chinesischer Seite erzeugt dabei das Video von dem Vorfall, das dank der auf Youtube durchgeleckten Videos selbst in Japans Fernsehnachrichten inzwischen lang und schlapp rauf und runterberichtet wurde, keine Einsicht. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums gab zu Protokoll, dass es sich um einen illegalen Akt von Japans Küstenwache gehandelt habe, egal, was die Videos zeigten. 


Das muss er auch so sagen, denn die Videos zeigen, dass der Fischer die Küstenwache gerammt habe, und zwar mit Absicht, wie ein chinesischer Student im japanischen Fernsehen eingestanden hat.


Dennoch bleibt das ganze ein PR-Debakel der japanischen Regierung: Ok, sie hat es geschafft, dass China als weltweit als überzogen handelnder Buhmann da steht, der vertraglich zugesicherte Lieferung von wichtigen Seltenerden als diplomatisches Druckmittel einsetzt. Aber so weit hätte es wahrscheinlich gar nicht kommen müssen, hätten die Japaner nicht den Kapitän über Gebühr lange fest gesetzt.


Experten fragen sich inzwischen, warum Japan nicht einfach von Beginn an das Video veröffentlicht hat und den Kapitän mit dem Videobeweis an die Chinesen ausgeliefert hätte mit der Bitte um Aburteilung. Damit hätten Chinas Nationalisten weniger Zeit gehabt, eine neue anti-japanische Kampagne anzustacheln, und die japanischen Nationalisten hätten mit ihren Demos noch warten müssen. 


Nun aber scheint auch auf japanischer Seite der nationalistische Geist endgültig aus der Flasche gekrochen zu sein - und die Chancen, ihn wieder einzukorken, sind gering. Wie zum Beweis fährt nationalististische Lieder schmetternd ein Zug mit gepanzerten Lautsprecherwagen der Rechten auf der Straße vor meinem Apartment vorbei.

Freitag, 5. November 2010

News: Internet-Leck von Kutter-Rammstoß, Toyota hinkt hinter Suzuki her, Lebensversicherer Meiji Yasuda kauft sich in Deutschlands Talanx ein, Resona Bank schmiert ab

Die News, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Japan hat nun seinen eigenen Internet-Leck-Vorfall.
Irgendwer hat die Videos vom Rammstoss des chinesischen Kutters gegen ein Schiff der japanischen Küstenwache ins Netz gestellt. Die Regierung wollte sie gerne unter Verschluss halten, wohl um vor dem Apec-Gipfel in Japan die hitzigen diplomatischen Probleme mit China abzukühlen.
* Ein Treffen von Ministerpräsident Kan mit Chinas Präsident Hu Jintao morgen in einer Woche wird nun immer schwieriger. Denn Chinas reagiert genervt. Japans Regierung sagt, man müsse die Echtheit der Videos prüfen. 
Missmanagement in Zeiten des Internetzeitalters pur.
Links zu Videos:
Hier der Link, Blick vom gerammten Schiff aus (mal sehen, wie lange er funktioniert):
Hier der Link, Blick vom Begleitschiff.

Unternehmen
Halbjahresbilanz Toyota
Toyota kehrt in der ersten Jahreshälfte in die Gewinnzone zurück, bleibt allerdings hinter seinen Rivalen in Sachen Profitabilität zurück. Zudem senkte der Konzern die Umsatzprognose leicht auf 19000 Mrd. Yen, erhöhte aber die Gewinnprognose um 50 Mrd. auf 380 Mrd. Yen. Selbst Suzukis Gewinnmarge liegt mit 5,2 Prozent über Toyotas runden drei Prozent. 
* An den Märkten mosern die Analysten inzwischen darüber, dass sich Toyota nicht so stark wie die Rivalen um Gewinnvermehrung kümmert. Der Vorwurf: Der Konzern zögere beim Abbau von Beschäftigung und Produktion in Japan, die für den Export beim jetzigen Wechselkursstand zum Dollar wenig einträglich ist.

Banken
Gerüchte um Kapitalerhöhung: Resonas Aktienkurs stürzt ab
Der Aktienkurs von Japans viertgrößter Bankengruppe Resona ist mit 16 Prozent gestern so stark abgesackt wie seit sieben nicht mehr. Auslöser waren Medienberichte, dass die Bank ihr Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien um 600 Mrd. Yen erhöhen will, um mit den Geldern den Staat auszubezahlen. 
* Die vom Staat vor der Pleite gerettete Bank steht unter Druck, die staatlichen Finanzspritzen von geschätzt 1700 Mrd. Yen zurückzuzahlen. Ausserdem haben die anderen Megabanken die fast nur im Inland aktive Finanzgruppe mit großen Kapitalerhöhungen unter Zugzwang gesetzt, ebenfalls ihre Kapitalbasis zu verstärken. 

Nikkei: Meiji Yasuda Life kauft sich in dt. Versicherer ein
Nach einem Bericht der Zeitung Nikkei will die japanische Lebensversicherung Meiji Yasuda nächstes Jahr in Form von Wandelsanleihen 300 Mio. Euro in die deutsche Versicherungsgruppe Talanx investieren. Die Japaner wollen auch zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat entsenden und planen, die Anleihe nach einem Börsengang von Talanx in Aktien umzuwandeln.
Mit ihrem größten Auslandsinvestment wollen die Japaner vor allem den noch wachsenden LV-Markt in Osteuropa anzapfen. 
* Und da beschwere sich noch mal jemand über den starken Yen. Denn im rechten Lichte betrachtet schmerzt er zwar die Exporteure bei Exporten, dafür erleichtert er jeder Menge anderer Firmen, die unter dem Druck stehen, ins Ausland expandieren zu müssen, Firmenkäufe in Übersee.

Videos: Chinesischer Kutter rammt Schiff der japanischen Küstenwache

Durch irgendein kleines Leck ist nun das Video über den Auslöser des jüngsten diplomatischen Konflikts zwischen China und Japan ins Netz gesickert.

In dem Video der japanischen Küstenwache ist hübsch zu sehen, wie der chinesische Fischkutter das Boot der Küstenwache rammt.
Hier der Link, Blick vom gerammten Schiff aus (mal sehen, wie lange er funktioniert):
http://www.dailymotion.com/video/xfitp1_2010-senkaku-boat-collision-incident-v5-japancoastguard_news

Hier der Link, Blick vom Begleitschiff.
http://www.youtube.com/watch?v=ymdtwN-nh4c&feature=related

Noch mehr Coverage hier:
http://www.youtube.com/user/newnihonsystem

In Japan ist die Aufregung nun groß - und wahrscheinlich auch in China. Denn das Video bestätigt die Darstellung von Japans Küstenwache.

Mittwoch, 3. November 2010

News: MUFG mit Mega-Banken-Deal, Sharps 3D-Handys kommen

Die News, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die News vom heutigen Feiertage:



Mega-Bankendeal: MUFG will RBS-Sparte kaufen
Nach Medienberichten will Japans größte Finanzgruppe MUFG für 4,5 Mrd. Euro das Projektmanagementgeschäft der Royal Bank of Scottland kaufen. Auf ihrem Weg zu einem globalen Player will die MUFG mit dem Zukauf ihre Position in der Projektfinanzierung stärken. 
Die RBS gilt als einer der führenden Projektfinanzierer der Welt. Ihre Stärken liegen Energie- und Infrastrukturprojekten in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Die MUFG ist in diesen Regionen hingegen bisher nur schwach vertreten. 
* Die Japaner werden damit erneut zu einem Nutznießer der globalen Finanzkrise. So musste die RBS durch Regierungsgelder gerettet werden, die die klamme britische Regierung sich nun durch die Zerlegung der Bank zurückzuholen gedenkt. Verhandlungen zwischen den Japanern und der britischen Regierung, die 84 Prozent an der RBS hält, hatten bereits im April begonnen. MUFG hatte nach einer Prüfung vorigen Monat ihr Angebot vorgelegt. Insider erwarten, dass der Deal noch dieses Jahr unterzeichnet und 2011 über die Bühne gehen wird.


Technik
Sharps 3D-Handy kommt
Nintendos 3D-Display-Lieferant Sharp wird im Dezember mit dem Verkauf seines neuen 3D-Handys in Japan beginnen (einen kurzen Test der Technik habe ich auf TechWatcher Asia online gestellt). Anbieter wird der Handynetzbetreiber Softbank, der in Japan auch die Vertriebsrechte für Apples iPhone besitzt. Der auf der Ceatec gezeigte Prototyp deutet darauf hin, dass das Smartphone auch mit einer 3D-Kamera ausgestattet sein wird.

* Wie schon im Ceatec-Blog beschrieben, beginnt damit nach ersten gescheiterten Versuchen die 3D-Ära fürs Handy. Erste 3D-Handys der Japaner floppten noch jämmerlich, weil die Auflösung der Displays zu gering und die Handys durch die Bauart des Bildschirms zu dick waren.
Doch Sharps neue Displays sind nicht mehr dicker als andere normale Touchscreens und verfügen über eine so hohe Auflösung in 2D, das auch noch bei der für 3D zwangsläufigen Halbierung die Bilder scharf genug bleiben. Nintendo wird die Displays daher in seiner kommenden portablen Gamekonsole 3DS einsetzen. 

Dienstag, 2. November 2010

News: Gebietsstreit zwischen Japan und Russland eskaliert, VW-Partner Suzuki verdoppelt Gewinne, Hitachi schafft die Wende

Die News vom Tage, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:



Politik
Territorialkonflikt
Diplomatische Krise zwischen Russland und Japan eskaliert
Japan wird seinen Botschafter aus Russland abziehen, kündete heute Japans Außenminister Seiji Maehara in Tokio an. Mit dieser harschen Geste protestiert Japan gegen den ersten Besuch eines russischen Präsidenten auf den südlichen Kurilen, die Japan für sich beansprucht. Dmitrij Medwedjew hatte gestern die Insel Kunashiri besucht, die nur 16 Kilometer von der japanischen Küste entfernt liegt und in Japan als integraler Teil seines Terroritoriums gilt.
* Durch den Besuch des russischen Präsidenten sind de facto alle bisherigen Diskussionen über den seit Kriegsende schwelenden Territorialkonflikt beendet. Dies ist ein schwerer außenpolitischer Schlag für die Regierung von Naoto Kan, die schon wegen ihrer Reaktion auf in einem Terrotorialkonflikt mit China innenpolitisch in der Kritik steht.

Halbjahresbilanz 
Suzuki - Verdopplung der Gewinne
Suzuki beweist seinen Wert für den Partner VW. Der Kleinwagenhersteller verdoppelte in der ersten Hälfte des Bilanzjahres seine Gewinne. 
* Mit einer operativen Gewinnmarge von fünf Prozent gehört Suzuki nun zu den profitabelsten Autobauern Japans. Nicht schlecht für ein Unternehmen, das nur billige Kleinwagen herstellt. Motor des Erfolgs ist Suzukis starke Stellung in Indien, wo der Konzern mit einem Marktanteil von 50 Prozent Marktführer ist.
Gut unterwegs ist auch die Marke Subaru. Der Hersteller Fuji Heavy hat heute seine Gewinnprognose für das bis Ende März laufende Bilanzjahr 2010 auf 50 Mrd. Yen verdoppelt.

Hitachi: Sanierungsfall schafft die Wende
Der japanische Mischkonzern Hitachi hat nach verlustreichen Jahren die Wende geschafft. Das Unternehmen fuhr einen Halbjahresgewinn von 158 Mrd. Yen ein und hat damit seine Gewinnprognose fürs Gesamtjahr bereits zu 75 Prozent erfüllt. 2009 erlitt der Konzern noch den höchsten Verlust eines Industrieunternehmens in der japanischen Geschichte.


Südkorea
Zweitgrößte Bank unter Korruptionsverdacht
Die Staatsanwaltschaft hat heute Büros von drei früheren und amtierenden Top-Managern der Shinhan Bank durchsucht. Ihnen wird Korruption und Veruntreuung vorgeworfen. 
Damit dehnt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen in dem Skandal von Südkoreas zweitgrößter Bank aus. 

Tech-Blog: Wie Digitaltechnik Nordkorea für Reporter öffnet

Meine wöchentliche Kolumne auf Technology Review ist diese Woche bereits heute erschienen. Das Thema ist diesmal, wie Technik die Verbreitung von Untergrundjournalismus in Nordkorea erlaubt. Der Beitrag basiert auf einer Buchvorstellung von Jiro Ishimura, dem Gründer des Journalistennetzwerks AsiaPress, am Montag im Foreign Correspondents' Club of Japan.
AsiaPress hat inzwischen sechs nordkoreanische "Journalisten", die in Text, Foto und Film direkt vom Leben der Nordkoreaner berichten.
Die Bilder, die Ishimura gezeigt hat, sind eindrucksvoll. Hier finden sich ein paar...
AsiaPress hat nun einen Teil ihrer Geschichten in dem Buch "Rimjin-gang" auf englisch veröffentlicht.
Für 9000 Yen kann man es direkt beim Verlag bestellen. 

Montag, 1. November 2010

Technik: Nissans neuer Schritt zum iCar

Nissan hat heute zwei weitere Schritte für die Evolution des Autos zum Gadget vorgestellt:
1. Eine interaktive Info- und Kommunikationsschnittstelle für seine eAutos,
2. eine neue eAuto-Studie: einen Zwei-Sitzer, der Pendlern morgens und mittags zur Fahrt zum Bahnhof dient und dort tagsüber von anderen Personen als Unternehmensauto genutzt werden kann. 
Mehr dazu hier auf TechWatcher Asia ... .

Montag, 25. Oktober 2010

Technik: LEDs - die Zukunft des Lichts

Während LED-Lampen in Deutschland erst gerade in die Boomphase eintreten, sind sie in Japan schon so etwas wie die Standardlösung geworden. In einem am Sonnabend in der WELT veröffentlichten Artikel beschreibe ich den Stand der Entwicklung in Japan. 
Man könnte ihn vielleicht so überschreiben: "Hilfe, Ufos im Haus!"



Die Erleuchtung im Lampengeschäft kommt aus Japan und sieht aus wie eine fliegende Untertasse. Nur 43 Millimeter ist die 60 Zentimeter Scheibe an der dicksten Stelle dick, die der japanische Elektronikkonzern Sharp seit Mitte September in Japan als Deckenleuchte verkauft. Und sie beherrscht Tricks, die bisherige Lampen alt aussehen lassen.


Per Fernbedienung lässt sich nicht nur die Helligkeit verändern, sondern gleichzeitig der Farbton des Lichts an die eigene Stimmung anpassen. Hell und weiß zum Studieren, dunkel und rötlich zum Rotwein-Dinner, kein Problem. Überdies passt die Lampe Lichtton wie Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht an und dimmt das Licht augenschonend sachte ein und aus. Wie aufmerksam!
Mehr hier ...

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Revolution in Japans Luftfahrtindustrie: Haneda öffnet vierte Startbahn

Tokios Stadtflughafen Haneda eröffnet eine vierte Landebahn, durch die der Flughafen langfristig zum internationalen Drehkreuz werden könnte. Denn ein Großteil der neuen Slots wird an internationale Flugverbindungen vergeben. Der A380 ist schon mal zur Probe gelandet.

Damit beginnt eine Verschiebung in der japanischen Luftfahrtindustrie. Bislang ist der auf einer künstlichen Insel in der Tokio Bucht angesiedelte Flughafen fast ausschliesslich auf den Binnenverkehr ausgerichtet, während der internationale Verkehr über den 80 Kilometer von Tokio entfernt liegenden Flughafen Narita abgewickelt wird. Die Regierung will sie irgendwie zusammen als Hub vermarkten, aber es gibt keine schnelle Verbindung zwischen beiden Flughäfen. 

* Allerdings hat Haneda einige Schönheitsfehler: Ok, als einer der wenigen Flughäfen hat Haneda vier Landebahnen.  Aber das Layout ist so verrückt (siehe Bild), dass sich die Flieger kreuzen. Fluglotsen warnen jedenfalls. Außerdem sind weite des Teile des Luftraums für Flieger gesperrt, nämlich das Zentrum Tokios und der US-Stützpunkt Yokosuka. 

News: Sintflut auf Amami, Magnetschwebebahn lässt JR Central-Aktie abstürzen, Toshiba überrascht, Bald Atomtest in Nordkorea?, ,

Die News, sporadisch, * subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Vorspiel für das Klima der Zukunft
800 ml Niederschlag in drei Tagen, Blitzhochwasser, zig Erdrutsche, verschüttete Straßen, zerstörte Häuser, zwei Tote, tausende Bewohner evakuiert. Vielerorts funktionieren weder Handys noch Festnetztelefone. Die Insel Amami, die zur Präfektur Kagoshima gehört, erlebt eine Sintflut. Gleich dreimal erlebten die Insulaner Regengüsse mit mehr als 120 ml Niederschlag in nur einer Stunde. Bis morgen abend werde weitere 180 ml erwartet.
* Auch auf die Gefahr hin, defätistisch zu klingen. Die könnte ein Vorspiel auf das Klima sein, das uns künftig erwartet. Durch die Erderwärmung wird es mehr extreme Phänomene geben. Besonders hart wird es Bewohner in Risikozonen treffen, in Bergtälern und so weiter. 
Ich frage mich, ob die Gesellschaften bei einer Häufung dieser Unwetter (und Dürren) noch die Kraft aufbringen, die betroffenen Gegenden wieder aufzubauen. Wahrscheinlicher scheint mir zu sein, dass immer mehr Ortschaften aufgegeben werden. Die Welt wird nicht mehr so sein wie wir sie kennen. 


Kostenexplosion?JR Central-Aktie sackt ab

Schon in Deutschland wurde der Traum von der Magnetschwebebahn zum Albtraum. Nun scheint sich das Drama in Japan zu wiederholen. Weil sich das Mammutvorhaben nach einer Regierungschätzung zu verteuern droht, stürzte heute stürzte der Aktienkurs der Bahngesellschaft JR Central drastisch ab. Das Transportministerium hatte am Mittwoch geschätzt, dass die Baukosten für die Strecke Tokio-Nagoya bis zur Fertigstellung im Jahr 2027 auf 5500 Mrd. Yen (48 Mrd. Euro) steigen sollen. Die Bahngesellschaft hat bisher mit 5100 Mrd. Yen kalkuliert. 
* Die große Frage ist, wie es jetzt weiter geht. Ein Regierungsausschuss hatte gestern die Streckenführung abgenickt. Eigentlich sollte die Planung bald beginnen, um im kommenden Jahrzehnt den Betrieb aufzunehmen zu können.

Halbjahresbilanz: Toshiba überrascht mit Gewinnsprung
Toshiba hat heute angekündigt, die Gewinnvorhersage für das Ende September abgelaufene Bilanzhalbjahr um mehr als 100 Prozent übertroffen zu haben. Als Gründe nannte das Unternehmen den LCD und Chip-Absatz. Die reguläre Vorstellung der Bilanz folgt naechste oder uebernaechste Woche, hab das Datum gerade nicht im Kopf

Japans Regierung startet Diskussion für Deregulierung
Ein Regierungsausschuss hat heute eine Liste von 40 Bereichen vorgelegt, die dereguliert werden sollen. Die Idee ist, mehr ausländische Firmen anzuziehen und die Wirtschaft zu beleben.  Bis Ende des Jahres sollen die Oberrubriken mit konkreten Vorschlägen gefüllt werden.


NORDKOREA
Bereitet NK dritten Atomtest vor?
Nach Medienberichten ist an Atomtestanlagen NKs hektische Betriebsamkeit ausgebrochen. Experten spekulieren, dass das Regime von Kim Jong-il einen dritten Atomtest vorbereiten könnte.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

News: Mazda stellt Motoren der Unabhängigkeit vor, JAL will mehr Geld, Japan bilateral Regenwald retten

Die News, sporadisch, subjetiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Mazda setzt auf den Alleingang
(Mehr technisches dazu auf TechWatcher-Asia.com, meinem neuen Versuchsballon im Internet)

Als weiteren Schritt in die endgültige Unabhängigkeit von Ford hat der japanische Autohersteller Mazda heute zwei neue saubere Motoren vorgestellt. Mazda-Chef Takashi Yamanouchi lehnte zwar jeden Kommentar zu den Berichten ab, dass Ford seinen Anteil an seinem langjährigen Partner von 11 auf 3 Prozent senken wolle. Aber indirekt deutete er an, dass sich die Wege getrennt haben. Die unter dem Projektnamen "Skyactiv" entwickelten Techniken bezeichnete er "als Ermöglicher" für ein eigenständiges Überleben des Unternehmens. Man suche keine neuen Allianzen.
Die Motoren stellen dabei das Kernstück der Überlebensstrategie dar. Mazda hat einen Benziner mit der höchsten Kompression in einem Massenauto und einen Diesel mit der niedrigsten Kompression entwickelt, um seinen Motoren weiter den Durst auszutreiben. "Ich bin sicher, dass sie der neue Benchmark der Motorentwicklung werden", trumpfte gänzlich unjapanisch unbescheiden Mazdas Entwicklungschef Seita Kanai auf. Der Benziner soll den Verbrauch des neuen Demio (Mazda2) auf 3,3 Liter pro 100 km senken und so mit Hybridmodellen der Konkurrenz mithalten können.
In der Firma selbst geht allerdings die Angst um, dass die Öffentlichkeit die Fortschritte nicht wahrnehmen könnte. "Wir fühlen uns alleingelassen", gesteht ein Manager, im doppelten Sinne. Denn erstens dominieren andere Hersteller die Schlagzeilen mit Elektro- und Hybridautos, die das finanzschwache Unternehmen derzeit aus eigener Kraft nicht entwickeln kann. "Außerdem setzen wir nicht wie die deutschen Hersteller auf kleinere, mit Turboladern aufgerüstete Motoren", so der Manager. Mazda verbessert hingegen die Verbrennungstechnik, um ohne den teuren Turbocharger mehr kraft bei niedrigeren Drehzahlen aus dem Sprit zu ziehen.
Dazu: neue Plattform, die 100 kg leichter ist.
insgesamt will Mazda so den Verbrauch seiner Autos bis 2015 um 30 Prozent senken. 
Plus: Revolution in der Produktionstechnik: Das Unternehmen wird alle Motoren auf der gleichen Produktionslinie fertigen können und so die Investitionen senken.


JAL: Pleiteflieger peilt Kapitalerhöhung an
JAL will von den Banken zusätzlich zu 350 Mrd. Yen des Staates 50 Mrd. Yen von den Banken einwerben, sagte heute JAL Chairman Inamori.


COP 10: Japan plant bilateralen Urwaldschutz
Japan will Entwicklungsländern anbieten, durch bilaterale Verträge Wälder zu schützen. 

Tech-Blog: Nordkoreas Internet-Drive

Auf Technology Review erscheint heute mein wöchentliches Blog über die erste Homepage der nordkoreanischen Nachrichtenagentur (KCNA). Der Beitrag wird gegen neun Uhr morgens deutscher Zeit online gestellt.
Eine andere Fassung gibt es auf meinem neuen Testballon, dem TechWatcher Asia (techwatcher-asia.com). Die Seite ist noch im experimentellen Aufbau.

Montag, 18. Oktober 2010

Hoffnungsschimmer für Artenschutz

Was soll man dazu sagen? Selbst Umweltschützer lassen sich manchmal mitreissen wie heute bei der Eröffnung der Konvention für die biologische Vielfalt in Nagoya:


Hoffnungsschimmer für den Artenschutz

Die wichtigste Artenschutzkonferenz der Welt hat in Japan unerwartet mit einem Hoffnungsschimmer begonnen. „Die Stimmung ist wunderbar“, berichtet Günter Mitlacher, Leiter des Bereichs Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland, in Nagoya von der Konvention für biologische Vielfalt (COP-10). 

Die Delegierten aus 192 Nationen, die sich bis zum 29. Oktober auf einen Fahrplan für den Artenschutz einigen wollen, sind offenbar nach Jahren zäher Diskussionen an einem Erfolg interessiert. „Es ist Zeit, sich zu einigen“, zitiert Mitlacher einen Delegationsleiter. Selbst in den Arbeitsgruppen sei man noch guter Dinger, das man es schaffen werde, sagt Mitlacher.

So viel Zuversicht aus dem Mund eines Naturschützers ist überraschend. Denn bislang sind die Vorstöße zum Artenschutz gescheitert, weiß auch Mitlacher. Ursprünglich wollte die Staatengemeinschaft bis 2010, dem Jahr der Artenvielfalt, das Tempo des Artensterbens deutlich verringern. Aber die Finanzkrise hat die Welt weiter zurückgeworfen. „Für die Rettung der Weltwirtschaft wurden in kürzester Zeit Milliarden mobilisiert“, klagte im Vorfeld der Konferenz Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Doch bei Maßnahmen gegen den Biodiversitätsverlust und den Klimawandel wird zäh gerungen.“

Zudem befürchteten viele Umweltschutzorganisationen, dass man mit der Walfangnation Japan den Bock zum Gärtner gemacht hätte. Doch inzwischen haben selbst viele Skeptiker den Eindruck, dass Japans Regierung die COP-10-Tagung wie schon vor 15 Jahren das Kioto-Protokoll zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen zu einer Art Erfolg zu führen. „Die Japaner haben bemerkt, dass in dem Thema politisch sehr viel Musik drin ist und sie sich ein Scheitern wie das der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen nicht erlauben können“, sagt Mitlacher.

Nur ist der Wille allein kein Garant für den Erfolg. Denn die Hürden liegen hoch und die Zeit drängt. Das Ziel ist nichts weniger, als für die Zeit bis 2020 einen Rettungsplan für die Umwelt mit konkreten und verbindlichen Maßnahmen festzulegen. Denn bereits heute sind nach Angaben der Weltnaturschutzunion mehr als ein Drittel der 47677 erfassten Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

Die Forderungen der Umweltschützer sind dementsprechend hoch. Der BUND fordert ein Ende der auf „kurzfristige Gewinne angelegten Naturausbeutung“. 20 Prozent der Erdoberfläche sollte demnach mit einem Netz aus Schutzgebieten überzogen werden, damit Fauna und Flora sich wieder erholen können.

Doch der Teufel steckt in den Details. Und von denen gibt es auf dieser Konferenz sehr viele. Es geht nicht um Geld und Schutzgebiete, sondern auch um die Verwertung von Patenten, die sich westliche Pharmakonzerne gerne für Medikamente, die auf Genen von Pflanzen und Tieren beruhen, sichern würden. Biopiraterie lautet der Vorwurf. Ohne ein Entgegenkommen der Industrieländer werden die Entwicklungsländer einem Rettungsplan kaum zu stimmen, sind Naturschützer überzeugt. 

Fotostory: Koi - Schwimmende Juwelen

In der Welt am Sonntag ist meine Reportage über die "schwimmende Juwelen" erschienen. Das Blog bietet ein paar Bilder dazu, wer direkt zur Geschichte will, klicke bitte hier ... 
Schwimmende Juwelen: Ojiya und Yamakoshi, zwei Nachbarflecken in der Präfektur Ojiya, sind das Mekka der globalen Zierkarpfenzucht (korrekte Bezeichnung Nishikigoi, im Volksmund oft auch schlicht Koi). Liebhaber bezeichnen sie als "schwimmende Juwelen": Rund 500000 Euro hat das teuerste Exemplar gekostet.


Karpfen überall: In Japan sind Gullideckel nicht nur Gullideckel, sondern ein Statement der jeweiligen Gemeinde. Sie zeigen die Stadtblume der Stadt oder die Sehenswürdigkeit der Ortschaft. In Ojiya sind es Nishikigoi.

Der Züchter: Hajime Isa ist der bekannteste Züchter. Im Jahr 2009 gewann einer seiner Koi den begehrten Großmeisterpreis. Isa ist auch Vorsitzender des International Nishikigoi Promotion Center, das so etwas wie die Außenhandelsvertretung der Koi-Züchter Niigatas ist.

Koi im Aquarium: Der Koi-Züchter Hajime Isa hebt den wertvollsten Koi in seinem "Schaufenster", einem von vier Betonbecken in einer Art Gewächshaus, an die Wasseroberfläche. 4400 Euro soll dieser Fisch kosten. Die besten Kunstwerke der Natur verkauft Isa für etwa 250000 Euro.

Lebende Kunst für jedermann: "Koi sind eine lebende Kunstform", beschreibt James Kinney, Vorsitzender des "Aloha Koi-Liebhaberverbands Hawaii die Faszination, die die Fische auf Menschen ausüben. Und er ist der lebende Beweis, dass Koi nicht nur Superreiche erfreuen können. Er selbst ist einfacher Polizei-Sergeant auf Hawaii.

Eine Koi-Farm: Zig Koi-Farmen kleben an den Berghängen von Yamakoshi.  

Koi-Auswahl: Ein Koi-Züchter in Yamakoshi sortiert die frisch aus den Teichen gefischten Koi nach ihrem Wert in Beton-Aquarien. Aber nur die besten Fisch schaffen es überhaupt so weit. Wie in der Natur ist die Auslese rigoros. Von allen Baby-Koi erreicht nur ein Bruchteil das Erwachsenenalter, nur das eben nicht die Natur blind ihre Auslese trifft, sondern der sehende Mensch.

Der Ursprung der Koi: Die ersten Koi wurden vielleicht hier in den Bergen von Yamakoshi in einer der vielen Reisterassenfelder gezüchtet. Die Bauern hielten die Fische als tierische Eiweißquelle für die langen Winter. Dies ist der Blick von der Maruju Fischfarm.

Koi Dance: Die Baby-Karpfen schwärmen zu tausenden im Zuchtbecken umher und malen mit ihren Körpern Muster ins Wasser.

Koi-Händler auf Koi-Suche: Jeroen Van Keulen, einer der größten Koi-Händler aus Europa, sucht sich bei Hajime Isa Fisch aus. Van Keulens bisher teuerster Fisch hat 12000 Euro gekostet. Die richtig teuren Koi sind offenbar in Europa schwer verkäuflich. 

Der Helfer: Internetunternehmer Yoshi Takada, Gründer des International Koi Promotion Center, hilft den Züchtern Niigatas neue Märkte zu erschließen. Seine neueste Idee: Urushi-Souvenirs für Koi-Liebhaber und Touristen, die sich keinen lebenden Koi leisten können oder wollen.


Auto-Gerüchte: Ford liebäugelt mit Verkauf von Mazda-Aktien

Es käme nicht wirklich überraschend, schreibe ich im "Standard": Nach japanischen Medienberichten plant seinen Aktienanteil an seinem langjährigem Partner Mazda drastisch von elf auf drei Prozent zu senken. Als Käufer sollen die Finanzgruppe Sumitomo Mitsui, das Handelshaus Sumitomo sowie Mazda-Zulieferer bereit stehen. Zwar erklären Ford und Mazda bisher, es habe keine Veränderung der Aktienanteile gegeben. Experten rechnen aber damit, dass sich Mazda nun nach einem neuen Partner umsehen muss.


Fords Aktienverkauf würde de facto das Ende einer der längsten und fruchtbarsten internationalen Partnerschaften in der Autoindustrie besiegeln. Ford stieg 1979 in Mazda ein und profitierte immens vom Produktionsknowhow der Japaner bei Kleinwagen und Limousinen. So wird der neue Ford Fiesta auf der Plattform des Mazda 2  und die Mittelklasselimousine Ford Fusion auf der Basis des Mazda6 gebaut. Zudem rollt in Thailand gemeinsames Pickup-Modell in einem Gemeinschaftwerk vom Band.


Auch personell sind die Unternehmen eng verbunden. 1996 stockte Ford seinen Anteil an den Japanern von 25 auf 33,4 Prozent auf, um Mazda zu sanieren. Danach diente Mazda den Amerikanern fast ein Jahrzehnt als Trainingsbecken für seine künftigen Konzernvorstände. So leiteten Fords Amerika-Chef Mark Fields und der Finanzchef Lewis Booth Mazda mehrere Jahre.


Doch nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008 musste Ford wegen Finanzproblemen seinen Aktienpaket bereits drastisch auf 18 Prozent reduzieren. Kapitalerweiterungen Mazdas reduzierten Fords Anteil weiter.


Damit einher ging auch eine Entflechtung der technischen Zusammenarbeit. Ihre Finanzierungsgesellschaften haben beide Unternehmen bereits getrennt. Ende letzten Jahres deutete Ford zudem an, dass neue Modelle ohne Mazdas Beistand bauen zu wollen. Nun wollen die beiden Partner ihr gemeinsames chinesisches Joint-Venture mit Chonqing Changan Automobile in zwei bilatere, ein chinesisch-japanisches und chinesisch-amerikanisches, aufspalten und im größten Automarkt der Welt künftig direkt gegeneinander antreten.


Die Trennung auf Raten stellt vor allem Mazda vor die Herausforderung, einen neuen Partner zu finden. Denn mit einem globalen Umsatz von nur 1,2 Millionen Autos und zuletzt zwei verlustreichen Jahren gilt das Unternehmen als zu klein und zu unprofitabel, um auf sich allein gestellt im Weltmarkt überleben zu können.
Besonders bei neuen Antriebskonzepten wie Hybrid- und Elektroantrieben ist das Unternehmen auf Hilfe angewiesen. Die Technik für Hybridautos, die sowohl einen Benzin- als auch einen Elektromotor haben, bezieht Mazda von Toyota. Aber ein neuer globaler Entwicklungspartner ist nicht in Sicht.


Ich frage mich allerdings, was die Japaner noch zu bieten haben. Der RX 8 mit seinem wahnsinnigen Wankelmotor ist zwar ein technisches Juwel, aber so richtig große Zukunft hat der Drehkolben eher nicht. Bei Brennstoffzellen hat Mazda einiges an Knowhow. Aber im Gegensatz zu dem ebenfalls kleinen Hersteller Mitsubishi Motors, der sich als eAuto-Lieferant von Peugeot und Citroen profiliert, steht das Unternehmen in viel gehypten eMobility ziemlich nackt da.